Klimahaus: Die Notwendigkeit einer konzeptionellen Vorgehensweise in der Planung einer energetischen Sanierung.
Energetische Sanierung
Der Gebäudebestand in Italien ist nahezu vollständig in Zeiten gebaut worden, in denen Heizenergie um ein Vielfaches billiger war als heute. Auch wenn die Tagespreise für Rohöl von sehr vielen Einflüssen abhängen und schwer vorhersehbar sind, werden die Energiepreise mittelfristig sicher ansteigen. Energieeffizienz-Maßnahmen machen unabhängiger von diesen Entwicklungen.
Auch wenn man nur kleinere Instandsetzungsmaßnahmen plant, empfiehlt sich eine gründliche Analyse des baulichen und energetischen Zustands des Hauses. Es lohnt sich, vorausschauend zu planen und Arbeiten, die erst in ein paar Jahren fällig werden, in ein Gesamtkonzept einzubeziehen.
Energetische Sanierung und Denkmalschutz
Altbauten prägen das »Gesicht« von Städten, Dörfern und Siedlungen. Jedes Gebäude hat seinen eigenen Charakter und seine eigene Geschichte. Denkmalschutz und ein niedriger Energieverbrauch schließen einander nicht aus. Energiesparmaßnahmen und respektvoller Umgang mit dem kulturellen Erbe und den besonderen Eigenheiten bestehender Gebäude sind heute längst kein Widerspruch mehr. Es gibt viele technische Möglichkeiten, den individuellen Charakter von Fassaden, Fenstern oder Dächern zu erhalten und trotzdem Energie einzusparen. Zum Beispiel für historische und erhaltenswerte Fassaden bietet sich Innendämmung an.
Bei einer energetischen Bestandsaufnahme wird überprüft, an welchen Stellen das Haus zu viel Energie verbraucht, wie man Energie einsparen kann und wie sich die notwendigen Arbeiten mit der baulichen Instandsetzung kombinieren lassen.
Gute Planung spart Kosten und Ärger
Der Ausgangspunkt jeder Modernisierung ist die bauliche Analyse des Gebäudes. Dazu gehört die Begutachtung aller wichtigen Bauteile und der Anlagentechnik, ihrer Nutzungsdauer und Schäden. Das Ergebnis ist eine Liste der notwendigen Instandsetzungs- und Modernisierungsarbeiten und eine Empfehlung über die dringlichsten Arbeiten. Hinzu kommt eine energetische Bestandsaufnahme. Hier wird überprüft, an welchen Stellen das Haus zu viel Energie verbraucht, wie man Energie einsparen kann und wie sich die notwendigen Arbeiten mit der baulichen Instandsetzung koppeln lassen. Diese Aufgaben können im Niedrigenergie-Bau spezialisierte Architekten oder Bauingenieure erledigen. Der Berater sollte in jedem Falle unabhängig von den Herstellern bestimmter Produkte sein und das gesamte Gebäude einschließlich der Heizungsanlage und Warmwasserbereitung in Augenschein nehmen. Zur Vorbereitung einer Modernisierung gehört natürlich auch, den Finanzbedarf und den individuellen finanziellen Spielraum zu prüfen. Deswegen sollten Sie schon in der Planung staatliche Förderungen berücksichtigen. Nach der Analyse weiß man als Eigentümer, welche Arbeiten notwendig sind. Selbst wenn man einen Teil der Arbeiten selbst in die Hand nehmen möchte, ist in vielen Fällen die Planung durch einen Experten empfehlenswert. Ein im Niedrigenergie-Bau spezialisierter Architekt oder Bauingenieur weiß, welche gesetzlichen Anforderungen bestehen und kann so wertvolle Hilfen geben, welche Arbeiten man in Eigenleistung erledigen kann und wie man dabei am besten vorgeht. Um einen in der energetischen Modernisierung von Gebäuden erfahrenen Architekten oder Bauingenieur zu finden, sollten Sie sich Klimahaus-Referenzobjekte von ihm nennen lassen. Auch eine Besichtigung dieser Gebäude und ein Gespräch mit deren Eigentümern kann sich lohnen.
Klimahäuser werden zertifiziert und erhalten eine Kimahaus-Plakette welche sie als enegiesparend einstuft. Im Bild Landesrat Michl Laimer mit Florian Gamper.
Angebote und Bauvertrag
Bevor Sie Handwerksfirmen beauftragen, sollten Sie mindestens drei Angebote einholen. Damit Sie die Angebote auch wirklich vergleichen können, nutzen Sie am besten einen einheitlichen Ausschreibungstext, bei dessen Erstellung Ihnen ein Architekt oder Bauingenieur helfen kann. Darin sollten die anstehenden Maßnahmen und die benötigten Mengen an Baumaterial so genau wie möglich beschrieben sein. Es ist auch sinnvoll, sich Referenzen über bereits durchgeführte Arbeiten zeigen zu lassen. Ein gutes Angebot zeichnet sich durch Vollständigkeit aus. Die wesentlichen Leistungen sind genau benannt und detailliert beschrieben. Für Geräte oder Materialien sind der Hersteller, das Fabrikat und der Typ benannt. Auch die technischen Daten, Angaben zur Leistung und Qualitätsmerkmale sollten beschrieben sein, eventuell anhand von beigefügten Datenblättern des Herstellers z. B. bei Heizkesseln. In das Angebot gehören auch die genauen Rohrlängen, die Anzahl von Bauteilen (z. B. Heizkörper), Flächen (z. B. Putz) oder Volumina. Zur neuen Technik des Hauses gehören beispielsweise die Regelung der Heizung oder die Lüftungsanlage. Zugehörige Handbücher und Einweisung durch die entsprechenden Fachfirmen in die Bedienung sollten eine Selbstverständlichkeit sein. Ratsam ist auch, Wartungsverträge für die Anlagentechnik abzuschließen. Wenn man sich für ein Angebot entschieden hat, empfiehlt sich der Abschluss eines Bauvertrages anstelle der Beauftragung des Angebotes. Im Vertrag sollte man auf die Preisgestaltung, Zahlungsfristen und Mängelansprüche achten. Wichtige Stufen des Bauablaufs sowie die Abnahme sollten mit verbindlichen Terminen geregelt sein. Man hat Anspruch darauf, dass die vereinbarte Leistung bei der Abnahme die vertraglich zugesicherten Eigenschaften hat. Über die Mängelansprüche ist der Auftragnehmer innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Fristen auch zur nachträglichen Beseitigung von auftretenden Mängeln verpflichtet. Nähere Informationen zur Vertragsgestaltung erhalten Sie von Ihrem Architekten oder Bauingenieur.Heizungsmodernisierung
Viel Energie kann man sparen, indem man alte Öfen und Heizkessel ersetzt. In zahlreichen Ein- oder Mehrfamilienhäusern gibt es noch Konstanttemperaturkessel, die den Brennstoff nur ungenügend nutzen und deshalb als überholt gelten. Gängiger sind Niedertemperaturkessel oder moderne, hoch effiziente Brennwertkessel. Letztere nutzen auch die Abwärme im Abgas aus und benötigen rund 10% weniger Brennstoff als Niedertemperaturtechnik. Strom sollte man in der Regel nicht direkt verheizen, wie es in alten Direktheizungen oder Nachtspeicherheizungen geschieht. Dafür ist er zu kostbar. Denn um eine Kilowattstunde Strom herzustellen, benötigt man rund drei Kilowattstunden Energie in Form von Kohle, Öl oder anderen Brennstoffen. Die Heizungsmodernisierung bietet auch die Chance, einen anderen Energieträger oder Brennstoff zu wählen. Sonnenenergie steht zur Verfügung, um sie zur Stromerzeugung (Photovoltaik) wie auch zur Wärmegewinnung (Solarthermie) zu nutzen. Solarthermische Anlagen werden meistens zur Trinkwassererwärmung eingesetzt. Dabei wandelt der Kollektor auf dem Dach die Solarstrahlung in nutzbare Wärme um, die von einem Wärmeträger aufgenommen und in einen Warmwasserspeicher transportiert wird. An sonnigen Sommertagen kann der Warmwasserbedarf auf diese Weise nahezu vollständig gedeckt werden und der Kessel bleibt ausgeschaltet. Aber auch an trüben Tagen kann das Wasser zumindest vorgewärmt werden. Zusätzlich zur Warmwasserbereitung können Solaranlagen in der Übergangszeit und an sonnigen Wintertagen auch die Beheizung der Wohnräume unterstützen. Eine ausgereifte und bewährte Technik ist auch die Erzeugung von Solarstrom durch eine Photovoltaikanlage. Es empfiehlt sich, den mit modernen Photovoltaik-Modulen produzierten Strom vollständig ins Stromnetz einzuspeisen, da Ihr Stromversorger Sie dafür mit hohen Einspeisvergütungen belohnt. Holz erlebt derzeit eine Wiedergeburt als Energieträger. Interessant sind vor allem automatisch geregelte Zentralheizungssysteme, die beispielsweise Holzpellets mit demselben Komfort wie bei einer Gas- und Ölheizung verbrennen.
Bei den Heizkosten lässt sich bares Geld sparen
Warmwasserbereitung
Auch in Bad und Küche kann man Energie sparen. Kostengünstig und Energie sparend ist es, Warmwasser zentral mit modernen Heizkesseln zu erzeugen. Es empfiehlt sich deshalb häufig, mit der Modernisierung der Heizung gleich auch die Warmwasserbereitung zu erneuern. Dabei kann man zwischen verschiedenen Varianten wählen: Am gebräuchlichsten sind Anlagen, bei denen das Warmwasser vom Heizkessel erwärmt und in gut gedämmten Warmwasserspeichern für die Nutzung in Küche und Bad gesammelt wird. Für ein Einfamilienhaus benötigt man einen Speicher von 100 bis 300l – je nach Haushaltsgröße.
Sparsamer Verbrauch von Warmwasser senkt die Energiekosten. Aber auch Sparbrausen und Wassersprudler sind schnell eingebaut. Auch Wasserstopp-Tasten und moderne Mischarmaturen helfen Geld sparen
Lüftung
Gesundes Wohnklima erfordert nicht nur angenehme Temperaturen, sondern auch die richtige Luftfeuchte. Durch Kochen, Duschen oder Zimmerpflanzen entstehen in einem Drei-Personen-Haushalt täglich bis zu 8l Feuchtigkeit. Ohne ausreichende Lüftung kondensiert diese Feuchte an kalten Flächen, sorgt für ein unangenehmes Raumklima und kann zu Schimmelpilzbildung führen. Um Schäden zu vermeiden, sollte man regelmäßig und gezielt lüften. Mit modernen Lüftungsanlagen lassen sich Schimmelpilze und Bauschäden zuverlässig vermeiden. Solche Lüftungsanlagen funktionieren selbsttätig, können Staub und Pollen herausfiltern und der Lärm bleibt – anders als bei geöffneten Fenstern – draußen. Darüber hinaus kann man durch die automatisch geregelte Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung auch Energie einsparen. Die warme Abluft erwärmt die kalte Frischluft. Dadurch kann man Heizenergie und Kosten sparen, bis zu 20kWh/(m²a). Für den Betrieb der Ventilatoren muss man ca. 2–3kWh/(m²a) Elektroenergie aufwenden. Die Anschaffungskosten für eine Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung betragen zwischen 5.000 und 8.000 Euro pro Wohnung. Der notwendige Installationsumfang für die Luftleitungen ist abhängig von der Raumanordnung und der Konstruktion des Gebäudes. Um den Luftaustausch innerhalb der Wohnung zu ermöglichen, müssen die Türen entweder genügend große Luftspalten oder Überström-Luftdurchlässe haben.Gebäudehülle
Bei ungemütlichem Wetter heizt man die Räume auf eine behagliche Temperatur, aber in schlecht gedämmten Gebäuden ist die Wärme nur ein flüchtiger Gast. Sie entweicht über das Dach, ungedämmte Außenwände und zugige Fenster und Türen. Diese Wärmeverluste kann man verhindern, indem man die Gebäudehülle lückenlos dämmt. Wenn man die Außenhaut des Gebäudes oder Teile davon modernisiert, muss man zuerst entscheiden, welche Räume beheizt werden, also innerhalb des gedämmten Bereiches liegen sollen. Werden Keller oder Dach als Aufenthaltsräume genutzt und deshalb geheizt, sollten sie innerhalb der gedämmten Hülle liegen. Um Energie zu sparen, muss die Wärmedämmschicht die beheizten Räume lückenlos vor dem unbeheizten Bereich bzw. der Außenluft schützen. Jede Lücke bildet eine Wärmebrücke, erhöht die Gefahr der Schimmelpilzbildung an dieser Stelle und steigert die Energieverluste. Warme Luft, die aus dem Innenraum in die Wärmedämmschicht gelangt kühlt dort ab, wobei Feuchtigkeit frei wird. Bauteile können durchfeuchten, Dämmstoffe können verklumpen. Durch dauerhafte Feuchte kann sich Schimmel bilden, Holzteile können faulen und ihre Festigkeit verlieren. Daher muss die Innenseite der Dämmung gegen eindringende Feuchtigkeit durch eine lückenlose, luftdichte Schicht geschützt werden. Diese kann aus Folie oder Pappe bestehen. Die luftdichte Schicht ist gleichzeitig die Dampfsperre oder die Dampfbremse, weil sie meistens diffusionsoffen sein sollte. Bei der Auswahl der Dämmstoffe treffen Bauherren auf eine große Vielfalt von Produkten und Materialien. Bei letzteren lassen sich drei große Gruppen unterscheiden:- Die anorganischen bzw. mineralischen Dämmstoffe; Dazu zählen Blähton, Calziumsilikat, Mineralwolle oder Schaumglas.
- Die organischen Dämmstoffe aus Erdöl, z. B. Polystyrolschaum oder Polyurethanschaum (PUR).
- Die organischen Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen, wie Hanf, Holzfasern, Schafwolle und Zellulose. Besonders gute Dämmstoffe haben eine Wärmeleitfähigkeit (λ, Lambda-Wert) von maximal 0,035W/(mK).

Unter Thermographie versteht man ein Wärmebildsystem zur berührungslosen Temperaturmessung an Objekten. Sowohl bei einem Neubau als auch bei der Sanierung eines bestehenden Gebäudes ist es wichtig, Probleme der Dichtigkeit und Dämmung sofort zu erkennen und zu beheben
Dach
Geeignete Anlässe zur Dachdämmung sind ein geplanter Dachausbau oder eine Erneuerung der Dacheindeckung. Bei Flachdächern sind Dämmschicht und Dachhaut meist in einem Paket miteinander verbunden. Befindet sich zwischen oberster Geschossdecke und Dach ein zugänglicher Hohlraum, so kann man dort eine zusätzliche Dämmschicht einziehen lassen. Bei Steildächern kann man entweder die oberste Geschossdecke oder die Dachschrägen dämmen. Die Dachschrägen werden üblicherweise zwischen den Sparren gedämmt. Kombinationen mit Aufsparrendämmung oder Untersparrendämmung sind möglich. Bei Vollsparrendämmung brauchen Sie eine spezielle Unterspannbahn. Die Dämmschicht des Daches muss in jedem Fall nach innen einen luftdichten Abschluss erhalten, sodass keine feuchte Luft in die Dämmstofflagen eindringen kann. Meist werden beim Dachausbau neue Fenster und Gauben eingebaut. Hierbei sollte man unbedingt auf lückenlose Dämmung und luftdichte Anschlüsse achten und Wärmebrücken vermeiden. Ob die Arbeiten wirklich luftdicht ausgeführt wurden, kann man mit einem Luftdichtheitstest (Blower-Door-Test) überprüfen.Außenwände
Die Außenwand eines Hauses ist starken Temperaturschwankungen und Witterungseinflüssen ausgesetzt, was zu Abnutzungen der Fassade und einem unansehnlichen Äußeren führen kann. Über ungedämmte Wände kann ein Haus sehr viel Wärme verlieren. Wenn dann der Putz erneuert werden muss oder größere Renovierungsarbeiten anstehen, vielleicht sogar eine Fenstererneuerung geplant ist, lohnt es sich, über eine Dämmung nachzudenken. Zuerst sollte man die Konstruktion der Außenwand prüfen. Nicht jede Dämmung eignet sich für jeden Wandaufbau. Und nicht zuletzt spielt auch die Optik eine Rolle: Eine Außenwanddämmung bietet oft die Chance, die Fassade aufzuwerten. Bei der Außendämmung wird die Dämmschicht auf die Außenfläche der Wand aufgebracht. Sie schützt die Wand vor Witterung und das Haus vor Wärmeverlusten. Es gibt zwei erprobte Konstruktionen der Außendämmung: Vorhangfassade (hinterlüftete Fassaden mit Verkleidung, z. B. aus Holzlatten oder Harzkompositplatten) und Wärmedämmverbundsysteme (WDVS). Beim Wärmedämmverbundsystem wird das Dämmmaterial direkt auf die Wand aufgebracht und anschließend verputzt. Die Vorhangfassade (hinterlüftete Fassade) erhält auf der Wetterseite statt eines Putzes eine Verkleidung (beispielsweise aus Holz), die mit einer Unterkonstruktion an der Außenwand befestigt wird. In die Zwischenräume der Unterkonstruktion wird der Dämmstoff eingebracht. Die Kosten für ein WDVS liegen zwischen 60 und 80 Euro/m². Vorhangfassaden kosten zwischen 80 und 115 Euro/m².
Bei einer Modernisierung der Fassade kann es durchaus sinnvoll sein über eine Erneuerung der Fenster nachzudenken.Deutlich teurer ist zurzeit noch die so genannte transparente Wärmedämmung. Durchsichtige Röhren oder Kapillaren vor einer schwarzen Schicht fangen dabei die Sonnenenergie ein. Die dahinter liegende massive Wand nimmt die entstehende Wärme auf und gibt sie in den Innenraum ab. Transparente Wärmedämmung kostet je nach Ausführung ca. 300–900 Euro/m². Besteht die Außenwand aus zweischaligem Mauerwerk, so bietet sich eine Kerndämmung an. Dafür blasen oder schütten Spezialfirmen den Dämmstoff in den Hohlraum zwischen den Mauern. Hier ist jedoch unbedingt ein im Bau von Klimahäusern spezialisierter Architekt oder Bauingenieur hinzuzuziehen, der eine Wärme-/Feuchteschutzberechnung der Wand vornimmt. Nicht selten entstehen durch unsachgemäße Kerndämmung Bauschäden. Eine Innendämmung der Außenwand sollte dann angewendet werden, wenn andere Maßnahmen nicht möglich sind, etwa wegen Auflagen des Denkmalschutzes für die Fassade. Eine Innendämmung muss sehr sorgfältig ausgeführt werden, um Wärmebrücken an Geschossdecken und Innenwänden zu vermeiden. Unsachgemäße Innendämmung kann erhebliche Bauschäden durch Feuchtigkeit verursachen. Um die Kondensation von Feuchtigkeit hinter der Dämmschicht zu vermeiden, brauchen die meisten Dämmstoffe eine Dampfsperre. Eine gute Alternative sind so genannte kapillaraktive Dämmmaterialien z.B. aus Calziumsilikat oder Lehm, die keine Dampfsperre erhalten dürfen. Sie geben Feuchtigkeit ohne Schäden in den Innenraum zurück. Bei einer Innendämmung ist umso mehr Kompetenz bei der Auswahl und Kombination der richtigen Materialien sowie Sorgfalt bei der Ausführung gefordert. Auf eine gute Fachberatung sollten Sie also nicht verzichten, um Bauschäden zu vermeiden.
Fenster
Sinnvoll ist die Kombination von Fenstererneuerung und Modernisierung der Fassade. Man sollte darüber Nachdenken, welche Funktionen das Fenster neben einem guten Wärmeschutz noch erfüllen soll. Bei starkem Außenlärm kann beispielsweise ein besonderer Schallschutz notwendig werden. An größeren Fensterflächen nach Süden, Osten und Westen sowie an Dachfenstern sind außen liegende Lamellen oder Jalousien notwendig, damit im Sommer die Räume nicht überhitzen. Innen liegender Sonnenschutz wie Vorhänge oder Innenjalousien verhindern die Aufheizung der Räume nur wenig. Bei der Auswahl neuer Fenster sollten Sie auf einen möglichst niedrigen U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizienten) achten. Der U-Wert des gesamten Fensters Uw (Index w für englisch: window) setzt sich aus dem U-Wert des Rahmens Uf (Index f für englisch: frame), dem U-Wert des Glases Ug (Index g für englisch: glas) und der Wärmebrücke am Randverbund zusammen. Zwischen Uw und Ug muss immer genau unterschieden werden. Gute Fenster haben ein Uw 1,4 W/(m²K) für das gesamte Fenster. Fenster mit dreifach Verglasung und ein Uw 0,8 W/(m²K) sind aber auch auf dem Markt erhältlich. Aber nicht nur die Verglasung ist wichtig. Die höchsten Wärmeverluste treten nämlich am Rahmen auf. Besonders Energie sparend sind Fenster mit speziell gedämmten Rahmen oder Rahmen aus Mehrkammerprofilen. Über dem Fenster eingebaute Rollladenkästen gelten als energetische Schwachstellen, wenn sie nicht wärmegedämmt und luftdicht sind. Im Übrigen können Schieb- oder Klappläden vor den Fenstern denselben Zweck wie die Rollläden erfüllen. Nach Erneuerung oder Abdichtung der Fenster kann es bei unzureichender Wanddämmung und unzureichender Lüftung zu Feuchteschäden und Schimmelpilzbildung an den Außenwänden kommen. Es muss daher ausreichend (kontrolliert mechanisch) gelüftet werden. Auch aus diesem Grund lohnt sich die gleichzeitige Sanierung.Keller
Wo die Dämmung des Kellers angebracht wird, hängt von seiner künftigen Nutzung ab. Soll der Keller beheizt werden, dann dämmt man Kellerwände und Boden. Soll der Keller unbeheizt bleiben, empfiehlt sich die Dämmung der Kellerdecke. Damit gehört auch die leidige Fußkälte im Erdgeschoss der Vergangenheit an. Dies bietet sich z. B. an, wenn Sie neue Heizungsrohre oder Wasserleitungen verlegen. Für die Trockenlegung und Sanierung feuchter Wände im Erdreich sollte auf jeden Fall ein Fachmann hinzugezogen werden. Fehler können hier zu erheblichen Bauschäden führen. Zur Dämmung der äußeren Kellerwände zum Erdreich hin müssen besondere Dämmstoffe verwandt werden, die nicht verrotten, die Bodenfeuchte abhalten und dem Erddruck widerstehen. Dies leistet die so genannte Perimeter-Dämmung. Der lückenlose Anschluss der Perimeter-Dämmung zur Dämmung der oberen Außenwand ist sehr wichtig – hier dürfen keine Wärmebrücken entstehen oder darf kein Wasser eindringen. Der Schutz der äußeren Abdichtung durch eine Perimeter-Dämmung ist auch bei unbeheizten Kellern sinnvoll. Beim Freilegen der Kelleraußenwände sollte man darauf achten nicht alle gleichzeitig frei zu legen, da das die Standsicherheit gefährden kann.
Fachautor
Architekt Barry van EldijkSchrentewein & Partner
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