KlimaHaus auf Erfolgskurs
Interview (geführt 2006) mit Norbert Lantschner, Direktor des Amtes für Luft und Lärm und „Vater“ des KlimaHaus-Projektes.

Norbert Lantschner
In einer Zeit, in der jedermann nach Sparmaßnahmen im Energiebereich sucht, bietet sich das KlimaHaus-Modell geradezu an. 90 % weniger Energieverbrauch, hoher Wohnkomfort und eine überraschend einfache Umsetzung sprechen für sich. Die eingeführten gesetzlichen Vorgaben (Mindeststandard C) werden von der Bevölkerung nicht als lästige Pflicht angesehen werden. Im Gegenteil: die meisten Bauherren entscheiden sich freiwillig für ein KlimaHaus B oder A.

Norbert Lantschner im Bild mit Walter Huber und Landesrat Michl Laimer (rechts) auf der Klimakonferenz Montreal.
Ein KlimaHaus benötigt nachweislich wenig Energie, entsprechend geringer ist auch der Ausstoß vom klimarelevanten Kohlendioxid. Mit der Auszeichnung KlimaHaus Plus wird außerdem die Nutzung von erneuerbaren Energien belohnt. Das hat uns dazu bewogen, die Emissionsminderung ermitteln zu lassen. Es ist nämlich innerhalb der EU möglich, eingesparte Emissionen als Guthaben an Betriebe zu verkaufen. Laut Zertifikat des TÜV beträgt die Reduzierung von Emissionen im Rahmen des KlimaHaus-Projektes durchschnittlich 14.499 Tonnen CO2- Äquivalente pro Jahr. Anlässlich der KlimaHaus-Messe in Bozen wurden die ersten 500 Tonnen an die Baustoffwerke Schlagmann (Bayern, D) verkauft. Es handelt sich dabei um das erste Projekt dieser Art weltweit.
Wieviele KlimaHäuser gibt es in Südtirol bereits?
Wir haben mittlerweile über 200 KlimaHäuser A und B zertifiziert und sehr viele Häuser sind derzeit in Planungs- und Bauphase.
Gibt es darunter auch besonders herausragende Projekte?
Ja, diese werden jährlich im Rahmen des Wettbewerbs „Bestes KlimaHaus“ prämiert. Für 2005 wurden dazu erstmals mehrere Kategorien bewertet: Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus, Energy Plus, KlimaHaus & Arbeitswelt, Sanierung, Wohnidee.

Gewinner Kategorie Mehrfamilienhaus: KlimaHaus A Institut für den sozialen Wohnbau, Bozen

Gewinner Kategorie Energy Plus: Das KlimaHaus Gold + von Christoph Pircher in Vöran produziert mehr Energie als es verbraucht.
Bauherren legen sehr viel Wert auf eine energiesparende Bauweise. Sind die Planer und Handwerker dieser Anforderung gewachsen?
1.200 Architekten, Planer und Handwerker haben sich in speziellen Weiterbildungskursen das nötige Rüstzeug geholt um den Wünschen und Ansprüchen der Bauherren nachzukommen und sowohl energiesparend zu planen als auch den Bau sorgfältig auszuführen. Es hat also in den vergangenen zwei Jahren auf diesem Gebiet einen riesigen Wissens- und Erfahrungszuwachs gegeben. In Zusammenarbeit mit dem Land bietet die Universität Bozen ab März dieses Jahres sogar einen Masterkurs „KlimaHaus“ an.
Nehmen wir an, jemand möchte ein KlimaHaus bauen, hat aber wenig Ahnung, worauf es dabei genau ankommt. Welche Kriterien müssen bei der Planung berücksichtigt werden, damit am Ende ein KlimaHaus herauskommt?
Zunächst sollte man sich einmal über Ausrichtung und Lage des Gebäudes Gedanken machen und das Haus der Sonne zuwenden: z.B. viele Fenster im Süden, wenige im Norden. Eine entscheidende Rolle spielt die Gebäudehülle. Sie sollte so aufgebaut sein, dass sie das Haus im Winter warm, im Sommer möglichst kühl hält. Man erreicht dies durch gute Wärmedämmung und natürlichen Sonnenschutz. Große Wärmeverluste durch die Fenster können durch eine gute Wärmeschutzverglasung verhindert werden. Auch durch das Lüften geht relativ viel Wärme verloren, was durch eine kontrollierte Wohnraumlüftung verhindert werden kann. Wenn all diese Kriterien berücksichtigt werden, dann benötigt ein Haus nur einen Bruchteil jener Energie, die für die Beheizung eines bestehenden, herkömmlich errichteten Gebäudes notwendig ist. Und diese kann in Form von alternativen Energieträgern wie Sonnenkollektoren, Holzpellets, Wärmepumpe und Solarzellen auf eine klimaschonende Art und Weise bereitgestellt werden.
Seit einiger Zeit gibt es auch das KlimaHaus Gold? Was unterscheidet dieses vom KlimaHaus A und B?
Das KlimaHaus Gold ist ein so genanntes Ein-Liter-Haus. Es benötigt pro Quadratmeter und Jahr unter 10 kWh Energie und kommt daher ohne Heizung aus. Ein KlimaHaus A verbraucht im Vergleich dazu 30 kWh pro Quadratmeter und Jahr, ein KlimaHaus B bis zu 50 kWh pro Quadratmeter und Jahr.
Eine Frage, die viele Bauherren beschäftigt: Wie viel mehr kostet ein KlimaHaus?
Ein Haus mit Standard C kann bei guter Planung ohne Mehrkosten errichtet werden, für ein KlimaHaus B liegen diese bei 3-5 Prozent, für ein KlimaHaus A muss man mit ca. 15 Prozent Mehrkosten rechnen. So wie die Heizöl- und Gaspreise in den vergangenen Jahren in die Höhe geschnellt sind, amortisieren sich diese zusätzlichen Ausgaben innerhalb weniger Jahre. Energieeffizientes Bauen ist also mit Sicherheit eine sehr gute Investition!
1.200 Architekten, Planer und Handwerker haben sich in speziellen Weiterbildungskursen das nötige Rüstzeug geholt um den Wünschen und Ansprüchen der Bauherren nachzukommen und sowohl energiesparend zu planen als auch den Bau sorgfältig auszuführen. Es hat also in den vergangenen zwei Jahren auf diesem Gebiet einen riesigen Wissens- und Erfahrungszuwachs gegeben. In Zusammenarbeit mit dem Land bietet die Universität Bozen ab März dieses Jahres sogar einen Masterkurs „KlimaHaus“ an.
Nehmen wir an, jemand möchte ein KlimaHaus bauen, hat aber wenig Ahnung, worauf es dabei genau ankommt. Welche Kriterien müssen bei der Planung berücksichtigt werden, damit am Ende ein KlimaHaus herauskommt?
Zunächst sollte man sich einmal über Ausrichtung und Lage des Gebäudes Gedanken machen und das Haus der Sonne zuwenden: z.B. viele Fenster im Süden, wenige im Norden. Eine entscheidende Rolle spielt die Gebäudehülle. Sie sollte so aufgebaut sein, dass sie das Haus im Winter warm, im Sommer möglichst kühl hält. Man erreicht dies durch gute Wärmedämmung und natürlichen Sonnenschutz. Große Wärmeverluste durch die Fenster können durch eine gute Wärmeschutzverglasung verhindert werden. Auch durch das Lüften geht relativ viel Wärme verloren, was durch eine kontrollierte Wohnraumlüftung verhindert werden kann. Wenn all diese Kriterien berücksichtigt werden, dann benötigt ein Haus nur einen Bruchteil jener Energie, die für die Beheizung eines bestehenden, herkömmlich errichteten Gebäudes notwendig ist. Und diese kann in Form von alternativen Energieträgern wie Sonnenkollektoren, Holzpellets, Wärmepumpe und Solarzellen auf eine klimaschonende Art und Weise bereitgestellt werden.
Seit einiger Zeit gibt es auch das KlimaHaus Gold? Was unterscheidet dieses vom KlimaHaus A und B?
Das KlimaHaus Gold ist ein so genanntes Ein-Liter-Haus. Es benötigt pro Quadratmeter und Jahr unter 10 kWh Energie und kommt daher ohne Heizung aus. Ein KlimaHaus A verbraucht im Vergleich dazu 30 kWh pro Quadratmeter und Jahr, ein KlimaHaus B bis zu 50 kWh pro Quadratmeter und Jahr.
Eine Frage, die viele Bauherren beschäftigt: Wie viel mehr kostet ein KlimaHaus?
Ein Haus mit Standard C kann bei guter Planung ohne Mehrkosten errichtet werden, für ein KlimaHaus B liegen diese bei 3-5 Prozent, für ein KlimaHaus A muss man mit ca. 15 Prozent Mehrkosten rechnen. So wie die Heizöl- und Gaspreise in den vergangenen Jahren in die Höhe geschnellt sind, amortisieren sich diese zusätzlichen Ausgaben innerhalb weniger Jahre. Energieeffizientes Bauen ist also mit Sicherheit eine sehr gute Investition!
Baufuchs 2007






