Das Satteldach
ist in Südtirol die gebräuchlichste Dachform. Durch vielfältige
Sonderformen wie Gauben, Schopf, Walm, Krüppel- oder Schopfwalm
ergeben sich sehr viele Gestaltungsmöglichkeiten. Aufwendige
Formen der Dachkonstruktion ziehen meist auch hohe Baukosten
nach sich. Der Ausbau des Dachgeschosses ist ein weiterer
Mehraufwand an finanziellen Mitteln und Zeit.
Eine häufig realisierte
Dachform ist letzthin das Pultdach (ein halbes Satteldach). Die
Konstruktion ist einfach zu verwirklichen und die Bauzeit relativ
kurz. Zudem ist der Materialaufwand sehr günstig.
Klimatische
Anforderungen
In sturmgeplagten und
regenreichen Gebieten sind eine starke Dachneigung und wenig Dachüberstand
empfehlenswert. Gibt es hingegen viel Schnee, ist eine flachere
Dachneigung mit weitem Dachüberstand ratsam. Dadurch rutscht der
Schnee weniger leicht ab. Ein weiter Dachüberstand schützt das Haus
vor zu starker Sonnen- und damit Wärmeeinstrahlung im Sommer.
Holz
für den Dachstuhl
Bei der Wahl des Holzes
für den Dachstuhl und für Zimmerarbeiten müssen bestimmte Punkte
beachtet werden:
Ist das angelieferte
Bauholz z. B. für die Holzbalkendecke oder den Dachstuhl usw.
imprägniert? Im Mauerwerk oder Beton einbindende Holzteile müssen
durch geeignete chemische Holzschutzmittel geschützt sein.
Entsprechen die
Holzstärken der angelieferten Hölzer den Detailplänen des Dachstuhls
bzw. der Holzdecke? Zu schwach gewählte Balkenquerschnitte und
zu groß gewählte Balken- oder Sparrenabstände führen zu Verformungen
der Dachfläche bzw. der Deckenunterschicht.
Prüfen Sie das
angelieferte Holz auf Holzpilz- oder Schädlingsbefall. Stellen
Sie fest, dass alle Hölzer in trockenem Zustand eingebaut werden.
Achten Sie darauf, dass nur trockenes und abgelagertes Bauholz
für Ihre Zimmermannskonstruktion verwendet wird. "Grünes
Bauholz" neigt durch starkes Schwinden beim Austrocknen
zu Verformungen und Rissen, die sich negativ auf die Konstruktion
auswirken.
Dachziegel
Dächer mit Ziegeln
prägen seit dem Beginn unserer Zeitrechnung das Bild von Dörfern,
Städten, ja ganzen Landschaften. Ziegel sind aus Ton. Daran
hat sich auch in den vergangenen 2000 Jahren, seit die Technik
der Ziegelherstellung von den Römern nach Nordeuropa kam,
nur wenig geändert. Das Herstellungsverfahren wurde im Laufe
der Zeit optimiert und verfeinert, die Formen und Farben wechselten
mit dem Baustil der Epochen, am Prinzip jedoch hat sich nichts
geändert; Ziegel sind aus Ton – und Ton ist zeitlos schön.
Ihre herausragenden
bauphysikalischen Eigenschaften verdanken Dachziegel ihrer rein
natürlichen Herkunft. Zur Herstellung wird Tonerde im Tagebau gewonnen.
Nach ihrer Aufbereitung und Zugabe von Wasser werden Ton und Lehm
durch Pressen in Form gebracht, getrocknet und schließlich bei Temperaturen
bis 1200°C gebrannt.
Ausbauten, Anbauten
und Umdeckungen sind mit Dachziegeln einfach zu realisieren.
Dachbelichtung
und Belüftung
Für die Beleuchtung
sowie für die Be- und Entlüftung stehen Wohnraumdachfenster zur
Verfügung.
Als Faustregel
gilt: je steiler das Dach, desto kürzer die Fenster; je flacher
das Dach, desto länger die Fenster und je größer die Fenster,
desto mehr Helligkeit bzw. Wohnkomfort. Können Wohnraumdachfenster
aufgrund ihrer geringen Breite zwischen den Balken eingebaut
werden, so dürfte sich eine statische Berechnung erübrigen,
da das Gewicht des einzubauenden Fensters in den überwiegenden
Fällen dem des herauszunehmenden Deckungsmaterials entspricht.
Anders ist es bei Wohnraumdachfenstern, die ein Auswechseln
von Balken erforderlich machen.
Kleine Fenster sind
nur bei Nebenräumen sinnvoll. Dachflächenfenster sollten Sie nur
mit einem waagerechten Sturz einbauen lassen. Sie haben damit mehr
Licht im Raum, mehr Blick ins Freie und es sieht besser aus.
Dachbegrünung
Für viele gilt Dachbegrünung
heute immer noch als eine schöne, aber weitgehend überflüssige,
unnötige und unnütze Zutat, die man sich leistet, wenn man dazu
Geld und Lust hat, die aber auch schnell dem Rotstift zum Opfer
fallen kann. Außerdem werden die nötigen Aufwendungen häufig weit
überschätzt.
Das Bepflanzen von
Flachdächern bedeutet einerseits einen Mehraufwand in der Konstruktion,
bedingt durch zusätzliches Gewicht, und erfordert natürlich auch
einen gewissen Pflegeaufwand. Andererseits ergibt sich aus der Dachbegrünung
aber eine Fülle von Vorteilen. Pflanzendecke und Erdschicht wirken
nämlich wie eine zusätzliche, auf dem Dach angebrachte Isolierschicht.
Beim bepflanzten
Dach beträgt die Temperaturspanne nur noch ca. 30 °C,
von max. +25 °C im Sommer bis min. –5 °C im Winter.
Dieses ausgeglichene Temperatur-Feuchte-Milieu an der eigentlichen
Dachoberfläche ist günstig für Dachhaut und Konstruktion.
Außerdem wird das Raumklima im Inneren des Hauses verbessert.
Anlage und Pflege
eines Dachgartens sind heute durch neue Begrünungs- und Wartungsmethoden
beträchtlich vereinfacht worden. Es gibt verschiedene Dachgartensysteme,
über die Sie sich vom Fachbetrieb informieren lassen sollten.
Auch die Landesumweltagentur der Provinz Bozen hat eine Broschüre
zum Thema Dachgärten herausgegeben.
Nutzung
der Sonnenenergie
Zur Nutzung der Sonnenenergie
mit Sonnenkollektoren und Fotovoltaik ist eine nach Süden ausgerichtete
Dachfläche mit einer Neigung von 35 - 55° ideal. Die Firstrichtung
soll nach Möglichkeit nach Ost-West verlaufen. Allerdings ist diese
Ausrichtung in manchen Gegenden wegen des Ortsbildes nicht immer
möglich.
Das
Dach nach Maß
Verschiedene Grundrisse
bewirken veränderte Grund-Dachformen. Soll der Dachboden zum Wohnen
genutzt werden, muss das Dach eine steilere Neigung aufweisen, um
aufrechtes Gehen auf einer möglichst großen Grundfläche zu ermöglichen.
Nicht alle Bauvorschriften erlauben jedoch die Erweiterung des Dachraumes
für Wohnzwecke. Wenn es die Bauvorschriften in Ihrer Gemeinde zulassen,
ist die Planung des Dachgeschosses als 2. Wohnebene nach deutschem
Muster die am kostengünstigste Form des Bauens.
Wärmedämmung
Wird der Dachraum nur
als Speicher nicht jedoch für Wohnzwecke verwendet, genügt es, nur
die oberste Geschossdecke anstelle des Daches zu dämmen. Dadurch
entfällt für den Zimmermeister die aufwendige Arbeit der Dachdämmung.
Die oberste Geschossdecke kann beim Bodenaufbau auch nachträglich
von einem mehr oder weniger geübten Heimwerkern gedämmt werden.
Es gibt mehrere Möglichkeiten
der Dämmung
Vollflächendämmung über den Sparren
Zwischensparrendämmung mit Hinterlüftung
Vollsparrendämmung
Querdämmung
Die
Dämmstoffe
Die Auswahl der
Dämmstoffe ist eine der schwierigsten Entscheidungen im Hausbau.
Es stehen eine Vielzahl verschiedener Materialien zur Wahl.
Dabei sollte vor allem auf Qualität und nachhaltige (ökologische
und gesundheitliche) Kriterien geachtet werden.
Aus Gründen der
Heizkosteneinsparung, der Behaglichkeit und des Umweltschutzes
sollte bei der Dämmung nicht gespart werden. Es ist jedoch
bei der Stärke der Dämmschicht auf ein optimales Ergebnis
zu achten. Doppelte Dämmstärke bedeutet aber nicht automatisch
doppelte Dämmleistung.
Die Bedeutung der Winddichte
des Gebäudes und im speziellen der Dachhaut wird häufig unterschätzt.
Trotz ausgezeichneter Wärmedämmung kann der Anteil des Wärmeverlustes
durch Fugen 20 bis 40 Prozent betragen. Alle Dach- und Wanddurchdringungen
sollten deshalb sorgfältig abgedichtet werden.
Der
Brandschutz
Die Dachziegel schützen
das Haus gegen Flugfeuer und strahlende Wärme von außen. Eine Gefahr
von außen stellt aber auch der eigene Kaminzug dar, wenn dieser
nicht höher liegt als der Firstbereich, denn hier kann sich Unterdruck
bilden. Dachkonstruktionen müssen der Brandwiderstandsklasse F30
entsprechen. Diese Anforderung muss von der Innenverkleidung erfüllt
werden. Wenn man eine Sichtschalung mit doppelter Nut und Feder
verwendet, muss diese mindestens 4 cm stark sein.
Der
Kamin
Viele Kaminköpfe auf dem Dach beeinträchtigen
meist die optische Schönheit des Daches. Meistens sind jedoch maximal
drei Kamine im Einsatz. Hier kommt es auf eine genaue Grundrissplanung
an. Jeder Kamin kostet mindestens 2500 Euro.
Der Schornstein
ist leicht aufgebaut und auch vom Selbstbauer zu verwirklichen.
Der Universal-Schornstein löst viele Probleme sowohl bei Sanierungen
als auch beim Neubau. Er wird im Baukasten-System ausgeführt
und ist daher für fast alle Haus- und Raumsituationen geeignet.
Er ist soweit vormontiert, dass er leicht vom Heimwerker an
einem Tag eingebaut werden kann.
Bevor mit der
Planung begonnen wird, ist ein Gespräch mit dem Fachmann anzuraten.
Der Kaminkehrer berät Sie gerne. Er kann Ihnen frühzeitig
sagen, welche weiteren Maßnahmen erforderlich sind. Diese
reichen von Revisionsöffnungen über einen sicheren Zugang
aufs Dach zum Schornsteinkopf und zur –mündung.
Ein senkrechter Zug
ist wichtig, um einen guten Zugeffekt zu erreichen. Außerdem kann
dann der Kaminkehrer problemlos kehren. Schiefe Kaminzüge schaffen
hingegen meist Probleme.