Jetzt NEU ... DER BAUFUCHS 2008 & DAS BAULEXIKON - Die wichtistgen Baubegriffe von A-Z !!!

        

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Das Dach

Das Dach ist der krönende Abschluss des Hauses, es hat aber auch die größten thermischen Belastungen auszuhalten.

Bauformen des Daches

Es gibt verschiedene Dachformen.

Das Satteldach ist in Südtirol die gebräuchlichste Dachform. Durch vielfältige Sonderformen wie Gauben, Schopf, Walm, Krüppel- oder Schopfwalm ergeben sich sehr viele Gestaltungsmöglichkeiten. Aufwendige Formen der Dachkonstruktion ziehen meist auch hohe Baukosten nach sich. Der Ausbau des Dachgeschosses ist ein weiterer Mehraufwand an finanziellen Mitteln und Zeit.

Eine häufig realisierte Dachform ist letzthin das Pultdach (ein halbes Satteldach). Die Konstruktion ist einfach zu verwirklichen und die Bauzeit relativ kurz. Zudem ist der Materialaufwand sehr günstig.

Klimatische Anforderungen

In sturmgeplagten und regenreichen Gebieten sind eine starke Dachneigung und wenig Dachüberstand empfehlenswert. Gibt es hingegen viel Schnee, ist eine flachere Dachneigung mit weitem Dachüberstand ratsam. Dadurch rutscht der Schnee weniger leicht ab. Ein weiter Dachüberstand schützt das Haus vor zu starker Sonnen- und damit Wärmeeinstrahlung im Sommer.

Holz für den Dachstuhl

Bei der Wahl des Holzes für den Dachstuhl und für Zimmerarbeiten müssen bestimmte Punkte beachtet werden:

  • Ist das angelieferte Bauholz z. B. für die Holzbalkendecke oder den Dachstuhl usw. imprägniert? Im Mauerwerk oder Beton einbindende Holzteile müssen durch geeignete chemische Holzschutzmittel geschützt sein.

  • Entsprechen die Holzstärken der angelieferten Hölzer den Detailplänen des Dachstuhls bzw. der Holzdecke? Zu schwach gewählte Balkenquerschnitte und zu groß gewählte Balken- oder Sparrenabstände führen zu Verformungen der Dachfläche bzw. der Deckenunterschicht.

  • Prüfen Sie das angelieferte Holz auf Holzpilz- oder Schädlingsbefall. Stellen Sie fest, dass alle Hölzer in trockenem Zustand eingebaut werden.
    Achten Sie darauf, dass nur trockenes und abgelagertes Bauholz für Ihre Zimmermannskonstruktion verwendet wird. "Grünes Bauholz" neigt durch starkes Schwinden beim Austrocknen zu Verformungen und Rissen, die sich negativ auf die Konstruktion auswirken.

Dachziegel

Dächer mit Ziegeln prägen seit dem Beginn unserer Zeitrechnung das Bild von Dörfern, Städten, ja ganzen Landschaften. Ziegel sind aus Ton. Daran hat sich auch in den vergangenen 2000 Jahren, seit die Technik der Ziegelherstellung von den Römern nach Nordeuropa kam, nur wenig geändert. Das Herstellungsverfahren wurde im Laufe der Zeit optimiert und verfeinert, die Formen und Farben wechselten mit dem Baustil der Epochen, am Prinzip jedoch hat sich nichts geändert; Ziegel sind aus Ton – und Ton ist zeitlos schön.

Ihre herausragenden bauphysikalischen Eigenschaften verdanken Dachziegel ihrer rein natürlichen Herkunft. Zur Herstellung wird Tonerde im Tagebau gewonnen. Nach ihrer Aufbereitung und Zugabe von Wasser werden Ton und Lehm durch Pressen in Form gebracht, getrocknet und schließlich bei Temperaturen bis 1200°C gebrannt.

Ausbauten, Anbauten und Umdeckungen sind mit Dachziegeln einfach zu realisieren.

Dachbelichtung und Belüftung

Für die Beleuchtung sowie für die Be- und Entlüftung stehen Wohnraumdachfenster zur Verfügung.

Als Faustregel gilt: je steiler das Dach, desto kürzer die Fenster; je flacher das Dach, desto länger die Fenster und je größer die Fenster, desto mehr Helligkeit bzw. Wohnkomfort. Können Wohnraumdachfenster aufgrund ihrer geringen Breite zwischen den Balken eingebaut werden, so dürfte sich eine statische Berechnung erübrigen, da das Gewicht des einzubauenden Fensters in den überwiegenden Fällen dem des herauszunehmenden Deckungsmaterials entspricht. Anders ist es bei Wohnraumdachfenstern, die ein Auswechseln von Balken erforderlich machen.

Kleine Fenster sind nur bei Nebenräumen sinnvoll. Dachflächenfenster sollten Sie nur mit einem waagerechten Sturz einbauen lassen. Sie haben damit mehr Licht im Raum, mehr Blick ins Freie und es sieht besser aus.

Dachbegrünung

Für viele gilt Dachbegrünung heute immer noch als eine schöne, aber weitgehend überflüssige, unnötige und unnütze Zutat, die man sich leistet, wenn man dazu Geld und Lust hat, die aber auch schnell dem Rotstift zum Opfer fallen kann. Außerdem werden die nötigen Aufwendungen häufig weit überschätzt.

Das Bepflanzen von Flachdächern bedeutet einerseits einen Mehraufwand in der Konstruktion, bedingt durch zusätzliches Gewicht, und erfordert natürlich auch einen gewissen Pflegeaufwand. Andererseits ergibt sich aus der Dachbegrünung aber eine Fülle von Vorteilen. Pflanzendecke und Erdschicht wirken nämlich wie eine zusätzliche, auf dem Dach angebrachte Isolierschicht.

Beim bepflanzten Dach beträgt die Temperaturspanne nur noch ca. 30 °C, von max. +25 °C im Sommer bis min. –5 °C im Winter. Dieses ausgeglichene Temperatur-Feuchte-Milieu an der eigentlichen Dachoberfläche ist günstig für Dachhaut und Konstruktion. Außerdem wird das Raumklima im Inneren des Hauses verbessert.

Anlage und Pflege eines Dachgartens sind heute durch neue Begrünungs- und Wartungsmethoden beträchtlich vereinfacht worden. Es gibt verschiedene Dachgartensysteme, über die Sie sich vom Fachbetrieb informieren lassen sollten. Auch die Landesumweltagentur der Provinz Bozen hat eine Broschüre zum Thema Dachgärten herausgegeben.

Nutzung der Sonnenenergie

Zur Nutzung der Sonnenenergie mit Sonnenkollektoren und Fotovoltaik ist eine nach Süden ausgerichtete Dachfläche mit einer Neigung von 35 - 55° ideal. Die Firstrichtung soll nach Möglichkeit nach Ost-West verlaufen. Allerdings ist diese Ausrichtung in manchen Gegenden wegen des Ortsbildes nicht immer möglich.

Das Dach nach Maß

Verschiedene Grundrisse bewirken veränderte Grund-Dachformen. Soll der Dachboden zum Wohnen genutzt werden, muss das Dach eine steilere Neigung aufweisen, um aufrechtes Gehen auf einer möglichst großen Grundfläche zu ermöglichen. Nicht alle Bauvorschriften erlauben jedoch die Erweiterung des Dachraumes für Wohnzwecke. Wenn es die Bauvorschriften in Ihrer Gemeinde zulassen, ist die Planung des Dachgeschosses als 2. Wohnebene nach deutschem Muster die am kostengünstigste Form des Bauens.

Wärmedämmung

Wird der Dachraum nur als Speicher nicht jedoch für Wohnzwecke verwendet, genügt es, nur die oberste Geschossdecke anstelle des Daches zu dämmen. Dadurch entfällt für den Zimmermeister die aufwendige Arbeit der Dachdämmung. Die oberste Geschossdecke kann beim Bodenaufbau auch nachträglich von einem mehr oder weniger geübten Heimwerkern gedämmt werden.

Es gibt mehrere Möglichkeiten der Dämmung

  • Vollflächendämmung über den Sparren
  • Zwischensparrendämmung mit Hinterlüftung
  • Vollsparrendämmung
  • Querdämmung

Die Dämmstoffe

Die Auswahl der Dämmstoffe ist eine der schwierigsten Entscheidungen im Hausbau. Es stehen eine Vielzahl verschiedener Materialien zur Wahl. Dabei sollte vor allem auf Qualität und nachhaltige (ökologische und gesundheitliche) Kriterien geachtet werden.

Aus Gründen der Heizkosteneinsparung, der Behaglichkeit und des Umweltschutzes sollte bei der Dämmung nicht gespart werden. Es ist jedoch bei der Stärke der Dämmschicht auf ein optimales Ergebnis zu achten. Doppelte Dämmstärke bedeutet aber nicht automatisch doppelte Dämmleistung.

Die Bedeutung der Winddichte des Gebäudes und im speziellen der Dachhaut wird häufig unterschätzt. Trotz ausgezeichneter Wärmedämmung kann der Anteil des Wärmeverlustes durch Fugen 20 bis 40 Prozent betragen. Alle Dach- und Wanddurchdringungen sollten deshalb sorgfältig abgedichtet werden.

Der Brandschutz

Die Dachziegel schützen das Haus gegen Flugfeuer und strahlende Wärme von außen. Eine Gefahr von außen stellt aber auch der eigene Kaminzug dar, wenn dieser nicht höher liegt als der Firstbereich, denn hier kann sich Unterdruck bilden. Dachkonstruktionen müssen der Brandwiderstandsklasse F30 entsprechen. Diese Anforderung muss von der Innenverkleidung erfüllt werden. Wenn man eine Sichtschalung mit doppelter Nut und Feder verwendet, muss diese mindestens 4 cm stark sein.

Der Kamin

Viele Kaminköpfe auf dem Dach beeinträchtigen meist die optische Schönheit des Daches. Meistens sind jedoch maximal drei Kamine im Einsatz. Hier kommt es auf eine genaue Grundrissplanung an. Jeder Kamin kostet mindestens 2500 Euro.

Der Schornstein ist leicht aufgebaut und auch vom Selbstbauer zu verwirklichen. Der Universal-Schornstein löst viele Probleme sowohl bei Sanierungen als auch beim Neubau. Er wird im Baukasten-System ausgeführt und ist daher für fast alle Haus- und Raumsituationen geeignet. Er ist soweit vormontiert, dass er leicht vom Heimwerker an einem Tag eingebaut werden kann.

Bevor mit der Planung begonnen wird, ist ein Gespräch mit dem Fachmann anzuraten. Der Kaminkehrer berät Sie gerne. Er kann Ihnen frühzeitig sagen, welche weiteren Maßnahmen erforderlich sind. Diese reichen von Revisionsöffnungen über einen sicheren Zugang aufs Dach zum Schornsteinkopf und zur –mündung.

Ein senkrechter Zug ist wichtig, um einen guten Zugeffekt zu erreichen. Außerdem kann dann der Kaminkehrer problemlos kehren. Schiefe Kaminzüge schaffen hingegen meist Probleme.


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