
Dämmstoffe
Wozu
Wärmedämmung?
Acht bis neun Monate
im Jahr muss in Deutschland die Heizung angeworfen werden. Da bleibt
zur Wärmedämmung keine Alternative, will man nicht zuglich die Atmosphäre
aufwärmen: Ein Drittel des in Deutschland frei werdenden Klimagases
Kohlendioxid stammt aus der Gebäudeheizung. Die Hälfte davon ließe
sich durch bessere Wärmedämmung einsparen. Diese für Deutschland
geltenden Überlegungen gelten mit ganz geringen Unterschieden auch
für Südtirol. Bis zur Erdölkrise in den 70-iger Jahren war Wärmedämmung
am Bau kein Thema. Bis dahin gab es aber trotz hohem Verbrauch an
Heizmaterial dennoch "kalte Wände" und teilweise Schimmel,
da an kalten Oberflächen die feuchte Luft kondensiert. In der Zwischenzeit
hat man auch die ökologische Seite der Wärmedämmung erkannt. Treibhauseffekt
und Ozonloch sind heute Begriffe, die jeder kennt. Die Erwärmung
der Erdatmosphäre bewirkt den Rückgang der Gletscher, Orkane und
Überschwemmungen.
In Südtirol ist die
Sensibilität für Dämmung am Bau größer als im restlichen Staatsgebiet.
So sind alle Holzhäuser, die von den Südtiroler Zimmerleuten nach
den Kriterien "Südtiroler Holzhaus" gebaut werden, Niedrigenergiehäuser.
Das bedeutet, dass die rund die Hälfte an Energie verbrauchen, wie
ein konventionell gebautes Haus.
Einige
Übersichten
Wie gut dämmen Baustoffe?
Die Vor- und Nachteile
von Dämmstoffen:
|
Material
|
Vorteile
|
Nachteile
|
|
Expandiertes
Polystyrol
(z.B.:
Styropor)
|
preiswert
|
aus Erdöl
Gase bei Herstellung
und Brand
|
|
Extrudiertes
Polystyrol
(z.B.:
Styrodur)
|
wasserfest
|
aus Erdöl
Gase bei Herstellung
und Brand
|
|
Mineralfaser
(Steinwolle,
Glaswolle)
|
nicht brennbar
|
enthält Bindemittel
Fasern gefährlich
|
|
Korkplatten
|
Naturprodukt
|
nicht immer
geruchsfrei
|
|
Zelluloseflocken
|
preiswert
|
hoher Borsalzgehalt
Verarbeitung
nur mit Spezialmaschinen
|
|
Holzfaserplatten
(Pavatex)
|
Naturprodukt
ökologisch
unbedenklich
|
nur für Trockenbau
|
|
Flachsdämmplatten
|
Naturprodukt
ökologisch
unbedenklich
|
teils mit
Stützfaser aus Kunststoff
|
|
Schaumglas
(z.B.:
Foamglas)
|
sehr formstabil
unbrennbar
|
teuer
schwierige
Verarbeitung
|
|
Blähperlit
|
nicht brennbar
|
nur als Schüttung
erhältlich
|
Peter Erlacher - Naturns
Empfehlenswerte Mindestdämmstärke am
Dach:
| Beispiel zur Berechnung
der empfohlenen Mindestdämmstärke bei Dach
1. Für den betreffenden
Ort, den Wert aus der nachstehenden Tabelle R ablesen.
zum Beispiel: Meran: R = 3,010
2. R mit _ (Lambda)
- Wert des vorgesehenen Dämmstoffes multiplizieren.
zum
Beispiel: Dämmstoff: Korkplatte Expancork: _ = 0,043
Ort: Meran: R = 3,010
Dicke = R x _ = 3,010 x 0,043 = 0,129 m = 12,9 cm
ACHTUNG: Es muss der im
Amt für Energieeinsparung eingetragene _-Wert des Produktes
eingesetzt werden. Diesen können Sie entweder beim Lieferanten
oder direkt beim Amt für Energieeinsparung in Bozen (Tel.
0471-414720) nachfragen.
Für Pavatherm: die erforderliche
Dicke ist in der Tabelle direkt ablesbar (letzte Kolonne)
| Gemeinden |
Höhe
ü. d. Ms |
Aussentemp. |
R |
Pavatherm
(_ = 0,040) erford. Dicke cm |
| Bozen |
262 |
-15 |
3,01 |
12,04 |
| Kaltern |
523 |
-16 |
3,096 |
12,38 |
| Mals |
1051 |
-18 |
3,268 |
13,07 |
| Meran |
323 |
-15 |
3,01 |
12,04 |
| Sexten |
1316 |
-20 |
3,44 |
13,76 |
|
Welchen
Dämmstoff?
Dach: Am
Dach braucht es einen Dämmstoff der nicht nur im Winter vor Kälte,
sondern auch im Sommer vor Hitze schützt. Aufgrund der überaus hohen
Wärmespeicherfähigkeit hat sich hier die Holzfaserplatte durchgesetzt.
Zudem ist sie diffusionsoffen und reguliert die Feuchte. Sie ist
zudem ein reines Naturprodukt.
Wand: Aufgrund
der niedrigen Dämmkraft von Ziegeln werden heute Mauern immer häufiger
zusätzlich gedämmt. In Bozen wird dies "capotto" genannt.
Sehr gut bewährt hat sich dabei bisher Kork. Heute gibt es dafür
noch bessere Materialien, zum Beispiel eigens dafür entwickelte
mehrschichtige Holzfaserplatten, die wie Kork außen verputzt werden
können. Besonders gute Dämmwerte erreicht man mit einer Holzwand:
bei gleicher Sträke wie eine Ziegelwand erreicht sie die doppelte
Dämmleistung.
Was
wird durch Dämmen erreicht?
- Energieeinsparung
- Mehr Behaglichkeit: im Winter keine
kalten Wände, im Sommer kühles Klima
- Kein Schimmel
Schallschutz
Wo
ist Schallschutz wichtig?
Mobilität kann in der
Arbeitswelt auch so aussehen: Da zieht die Abteilung A in die Räume,
die bisher von C genutzt wurden, während B sich auf der Etage von
A einrichtet. Doch oft ist der Zuschnitt der Büros nicht so, wie
es die neuen Nutzer gerne hätten. Praktisch, wenn die störenden
Wände aus leichten Ständerkonstruktionen bestehen. Diese Konstruktion
aus einem Metall- oder Holzgerippe, beplankt meist mit Gipsbauplatten
und gefüllt mit Dämmstoff, kann man leichter einreißen oder versetzten.
Auch in vielen Privathäusern
gibt es solche Trennwände. Da wird das große Kinderzimmer fürs neue
Schwesterchen in zwei Räume unterteilt oder vom Wohnzimmer ein separater
Arbeitsraum abgezwackt.
Wenn aber die neue
Wand nur Sichtschutz bietet, Gespräche oder Musik aus dem Nebenzimmer
aber immer noch zu hören sind, dann ist das störend und ärgerlich.
Deshalb ist es wichtig, dass diese leichten Wände genügend Schallschutz
bieten.
Eine wichtige Rolle
spielen dabei die Dämmstoffe. Während die harten Platten an der
Außenseite den Schall reflektieren, sollen die weichen Dämmmaterialien
im Inneren ihn schlucken. Deshalb werben die Hersteller auch heftig
damit. "Wohnen in Ruhe ist ein Stück Lebensqualität",
heißt es etwa bei Mineralwolle-Hersteller Isover.
Wie
unterscheidet man den Schallschutz?
|
Prinzipiell muss
beim Schallschutz unterschieden werden zwischen Luftschall
und Körperschall:
-
Beispiele
für Luftschall sind Sprache, Gesang, Musizieren, Autoverkehr,
Maschinenlärm usw.
-
Beispiele
für Körperschall sind Trittgeräusche (deshalb auch Trittschall
genannt), Stühlerücken, Klopfgeräusche, Installationsgeräusche
usw.
Luftschall bekämpft
man im Prinzip durch schwere Bauweise oder durch mehrschaliges
bauen. Beispiel: eine einschalige schwere Ziegelwan mit 500
kg/m2 hat denselben Schallschutz wie eine zweischalige Leichtbauwand
aus Holz und Gipsplatten mit 50 Kg/m2
|
|
Um diesen guten Schallschutz
bei mehrschaligen Wänden zu erreichen, müssen gewisse Regeln der
Akustik genau beachtet werden: geeignete Baustoffe für die Beplankung,
keine Schallrücken und Fülle des Hohlraums mit einem geeigneten
Dämmstoff. In der Regel kann man davon ausgehen, dass eine Ziegelwan
mit üblicher Dichte, wie sie be Außenmauern üblich sind, genügend
Schallschutz bietet. Ziegelwände mit geringerer Stärke, wie sie
bei Innenwänden in den Wohnungen vorkommen, haben hingegen nicht
genug Schallschutz und sollten daher mehrschalig ausgeführt werden.
Bestehende Ziegelwände mit ungenügendem Schallschutz können durch
Anbringen einer sogenannten Vorsatzschale verbessert werden, allerdings
bringt dies in der Praxis nicht sehr viel.

Vorschriften
In der Praxis gibt
es am meisten Klagen über ungenügenden Trittschallschutz bei Wohnungstrenndecken.
Bis vor einigen Jahren gab es auf nationaler Ebene für private Wohnbauten
überhaupt keine Vorschriften hinsichtlich Schallschutz. In Südtirol
gibt es war seit 1978 ein Schallschutzgesetz, das jedoch aufgrund
fehlender Durchführungsbestimmungen bis heue nicht ganz umgesetzt
wurde. Seit 1997 gibt es ein nationales Dekret zum Schallschutz
am Bau. Die vorgeschriebenen Werte sind allerdings zu wenig streng.
Deshalb wird immer mehr die deutsche Norm nach DIN4109 verwendet,
die eine der strengsten Europas ist.
Trittschallschutz
bei Decken
Massivbauweise
Das Um und Auf eines guten Trittschallschutzes
bei Massivdecken ist:
- ein geeigneter Trittschalldämmstoff
zwischen Deckenplatte und Bodenbelag
- keine Schallbrüche einbauen
- eventuelle Hohlraume schalldämmend
füllen
Holzbauweise
 |
Da eine Holzdecke
zu wenig Masse hat, muss diese vorab sozusagen beschwert werden.
Dies kann sein: ca. sechs Zentimeter Sand, Kies, Vollziegel,
Marmorsplit usw. Darüber kommt wie bei der Massivdecke ein
geeigneter Trittschalldämmstoff.
|
Als Trittschalldämmstoff
sollten nur eigens dafür hergestellte und geprüfte Materialien verwendet
werden. Besonders gut geeignet sind dazu Platten aus Faserdämmstoffen
wie: Steinwolle, Glaswolle, Holzfaser usw. Aus ökologischen Gründen
und aufgrund der Diskussion des Gesundheitsrisikos bei Stein- und
Glaswolle sollten möglichst natürliche Dämmstoffe wie Holzfaser
verwendet werden.
Zur Füllung der Hohlräume
eignen sich ebenfalls Faserdämmstoffe, jedoch mit anderen Eigenschaften
als jene für Trittschalldämmung. Besonders geeignet dafür ist die
Flachsdämmplatte.
Bei Decken ist der
Trittschallschutz das größere Problem als der Luftschallschutz.
Man kann in der Regel sagen, wenn der Trittschall gut gedämmt ist,
dann ist auch der Luftschallschutz gut.
|