
Klimaschutz
Interview mit Landesrat
Michl Laimer
Frage:
Herr Landesrat Michl Laimer, die ganze Welt spricht vom Klimawandel,
von der größten Herausforderung für die Zukunft.
Ist der Klimaschutz auch in Südtirol ein Thema?
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Antwort:
Der Klimaschutz ist in Südtirol bereits seit vielen Jahren
ein Thema und nicht erst seit dem IPCC-Bericht vom Februar
2007. Wir haben bereits in den 90er Jahren mit der Förderung
der Solaranlagen begonnen (derzeit befindet sich 1/3 der gesamten
Kollektorfläche Italiens in Südtirol), unsere Umweltbildungsprojekte
übers Klima (Klimaschritte, PrimaKlima usw.) laufen seit
über einem Jahrzehnt, das Projekt KlimaHaus hat innerhalb
von nur fünf Jahren über unser Land hinaus Bekanntheit
erlangt.
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Frage:
Welche konkreten Klimaschutzmaßnahmen strebt Südtirol
an?
Antwort:
Wir haben in Südtirol ein ganzes Maßnahmenpaket für
den Klimaschutz geschnürt, das insgesamt bereits jetzt dazu
geführt hat, dass wir derzeit 45% unseres gesamten Energiebedarfs
mit erneuerbaren Energiequellen abdecken und so Klima schädigende
Treibhausgase aus der Verbrennung fossiler Treibstoffe vermeiden.
Im diesem Paket befinden sich -wie gesagt - alle erneuerbaren Energiequellen
wie der massive Ausbau von Biomassefernheizwerken, Biogas-, Geothermie-,
Wind-, Fotovoltaik- und Solaranlagen. Den Schulen bieten wir eine
Vielzahl an Umweltbildungsprojekten an, beim Verkehr versuchen wir,
den Individualverkehr so weit als möglich einzuschränken,
indem wir den öffentlichen Verkehr sukzessive ausbauen und
den Einbau von Partikelfiltern und gasbetriebenen und Elektrofahrzeugen
fördern. Wir planen bereits für die Zukunft, indem wir
in die klimafreundliche Technologie des Wasserstoffs investieren
und bereits 2008 die erste Wasserstoffproduktion und -tankstelle
in Südtirol lancieren wollen.
Durch konstante Überzeugungsarbeit versuchen wir, die Bevölkerung
zu einer Verhaltensänderung in ihrem Lebensstil, bei der Mobilität
und beim Konsum zu bewegen. Wichtig ist aber auch die Anreizwirkung
durch Beiträge im Hausbau, von neuen Heiz- und Solaranlagen
sowie bei der energetischen Sanierung von Altbauten. Tatsache ist
nämlich, dass im Wohnbereich rund 40% des Energiebedarfs aufgewendet
werden, weshalb wir hier besonders den Hebel ansetzen müssen.
Auch Unternehmen profitieren, wenn sie klimafreundliche Fahrzeuge
ankaufen.
Frage:
Kann überhaupt eine kleine Gruppe, wie beispielsweise wir
Südtiroler, überhaupt etwas verändern, wenn in China
trotzdem jede Woche ein neues Kohlekraftwerk installiert wird?
Antwort:
Auch ein kleines Land wie Südtirol kann neben den aktiven
Klimaschutzmaßnahmen etwas verändern, zumal wir mit konkreten
Beispielen vorangehen und jetzt schon Vorbild sein können für
andere Regionen auf dieser Welt mit ähnlichen Voraussetzungen.
Länder wie China und Indien können in ihrer Entwicklung
aus den Fehlern der westlichen Industrieländer lernen und von
vornherein positive Klimaschutzlösungen anwenden.
Außerdem hat Südtirol die Mitgliedschaft bei einem der
wichtigsten internationalen Abkommen zum Schutz des Klimas und zwar
beim Klimabündnis. Darin verpflichten sich 1.600 europäische
Gemeinden, verbindliche Klimaschutzziele einzuhalten und die indigenen
Völker Amazoniens im Kampf gegen die Zerstörung der Regenwälder
tatkräftig zu unterstützen. Denn gerade weil der Klimawandel
bereits voll im Gange ist und die Sünden der letzten Jahre
sich noch über viele Jahrzehnte auswirken werden, ist es wichtig,
JETZT und HEUTE eine radikale Umkehr unseres Wirtschaftens und unseres
Lebensstils einzuleiten.
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