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Fenster - von der Energieverschwendung
zur (Sonnen-) Energienutzung

Verglasungen

Die Verglasung hat einen entscheidenden Einfluss auf die energetische Gesamtqualität eines Fensters. Konventionelle Isolierverglasungen, die teilweise heute noch eingebaut werden, bewirken 2-3 mal höhere Wärmeverluste als Zweischeiben- Wärmeschutzverglasungen mit Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) von 1,0 –1,4 W/m2K, die  mittlerweile jeder Glashersteller zu einem geringen Aufpreis anbietet. Grundlegender Unterschied zwischen Isolier- und Wärmeschutzverglasung ist die spezielle Beschichtung einer Scheibe sowie die Füllung des Scheibenzwischenraums mit Edelgas (Argon, Krypton) zur Minimierung der Wärmeverluste. Speziell für das Passivhaus wurden Dreischeiben - Wärmeschutzverglasungen mit einem U-Wert von unter 0,7 W/m2K entwickelt.

Obwohl Wärmeschutzverglasungen einen niedrigeren g-Wert (Gesamtenergie-Durchlassgrad, wichtig für die passive Sonnenenergienutzung) als Isolierverglasungen aufweisen, ist für die Gesamtenergiebilanz jedoch der erheblich niedrigere U-Wert entscheidend.

Entwicklung der Verglasungsqualität *

Verglasung

1-Scheibe 2-Isolierung 2-Wärmeschutz 3-Wärmeschutz
U-Wert 5,6 W/m²K 2,8 W/m²K 1,2 W/m²K 0,65 W/m²K
g-Wert 0,92 0,80 0,62 0,48
Glas-Temp.(1) -1,8°C 9,1°C 15,3°C 17,5°C
(1) Oberflächentemperatur der inneren Glasscheibe bei 21°C Raumtemperatur -12°C und
     Außentemperatur

Fensterrahmen

Nachdem Fensterrahmen bis zu 30% der Fensterfläche einnehmen können, benötigt eine gute Verglasung auch einen Rahmen mit entsprechender Qualität, das heißt der U-Wert des Rahmens sollte nur unwesentlich über dem der Scheibe liegen. Speziell für Dreischeiben - Wärmeschutzverglasungen wurden wärmegedämmte Rahmen entwickelt, um einen U-Wert des gesamten Fensters von unter 0,8 W/m2K zu erreichen. Für eine möglichst niedrige Fugendurchlässigkeit ist die Verwendung von mindestens zwei Dichtungen sowie die luftdichte Ausführung der Anschlussfuge zwischen Fensterstock und Außenwand wichtig.

Wärmebrücken

Glasränder und durchgehende Sprossen sind als Wärmebrücken zu betrachten und erhöhen die in der Tabelle angeführten Wärmedurchgangskoeffizienten, die sich auf große, nicht unterbrochene Scheiben beziehen. Deshalb werden bei Wärmeschutzverglasungen zunehmend gedämmte Abstandhalter - Konstruktionen eingesetzt und statt durchgehender Sprossen aufgeklebte verwendet. Um Wärmebrücken beim Einbau von Fenstern und Verglasungen zu vermeiden, ist der Anschluss an die Außenwand wärmetechnisch korrekt auszuführen. Beim Austausch bestehender Fenster ist zudem zu beachten, dass eventuell vorhandene Heizkörpernischen und Rollokästen, die eklatante Wärmebrücken darstellen, wärmegedämmt werden.

Extrem schlechter (links)
und empfohlener (rechts) seitlicher/oberer Einbau in eine Kalksandsteinwand mit Wärmedämmverbundsystem.


Sonnenorientierter Einbau

Im Süden viel, im Osten und Westen weniger, im Norden nur soviel, wie unbedingt notwendig. Dies ist ein allgemeiner  Grundsatz über das richtige Verhältnis an verglasten Flächen, um solare Gewinne zu optimieren und Wärmeverluste zu minimieren. Zahlreiche Berechnungen und Messungen haben folgende Richtwerte ergeben:

Ausrichtung Fensterfläche
Süden
Osten + Westen
Norden
40% - 60%
15% - 30%
max. 10%

Durch die Verwendung von Wärmeschutzverglasungen und gut gedämmten Rahmen bei südorientierten Fensterflächen können die solaren Gewinne die Wärmeverluste sogar überwiegen: das Fenster wird zum Energielieferanten.

Die Himmelsrichtung hat Einfluss auf die solaren Gewinne.


Armin Gasser
Amt für Energieeinsparung


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