
Heizungsplan, braucht
es ihn überhaupt?
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Im
Prinzip ja, aber
.!
Der
Gesetzgeber schreibt für die Erteilung der Baukonzession
den Nachweis vor, dass das zu errichtende Gebäude die
zulässigen Grenzwerte bezüglich des Energieverbrauchs
nicht übersteigt (lt. Gesetz 10/91, diese Berechnung
liefert normalerweise der Heizungstechniker).
In Südtirol setzt sich mehr und mehr der Klimahaus-Nachweis
durch, in einigen Gemeinden (z.B. Bozen) ist er inzwischen
Bedingung für die Erteilung der Baukonzession: Bozen
fordert, dass der Wärmebedarf des Hauses nicht mehr als
50 kWh pro m2 Nettowohnfläche und Jahr (entsprechend
5 l Heizöl oder 5m3 Methan) beträgt, d.h. es wird
ein Klimahaus B vorgeschrieben.
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Nach
Abschluss der Bauarbeiten stellen Hydrauliker und Elektriker eine
Konformitätserklärung (lt. Gesetz 46/90) für ihre
Anlagen aus, die besagt dass sie ihre Anlagen fachgerecht und unter
Berücksichtigung der geltenden Normen und Gesetze eingebaut
haben. Ebenso stellt der Kaminkehrer eine Erklärung aus, dass
die Kaminanlage geeignet ist.
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Warum
sollte also der Bauherr eine Heizungsplanung für eine
so kleine Anlage (Feuerleistung unter 35 kW) in Auftrag geben
und dann auch noch die Kosten hierfür übernehmen?
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- Zum Beispiel
weil er noch in einer frühen Planungsphase lange vor Baubeginn
mit dem Planer verschiedene Heizsysteme in Ruhe besprechen kann
(Wandheizung, Fußbodenheizung (eventuell nur in den Nassräumen?),
Radiatorenheizung; Pelletskessel, Gaskessel (Brennwert?), Ölkessel;
Solaranlage für Warmwasser (evtl. zur Heizungsunterstützung?);
kontrollierte (mechanische) Raumlüftung).
- Weil aus
diesen Anlagentypen auf Grund der Investitions- und der Betriebskosten,
wie auch der
Bedürfnisse und Vorstellungen des Bauherrn die für dieses
Bauvorhaben geeignetste ausgesucht
werden kann. In dieser Phase sollte der Architekt (oder Geometer)
mit einbezogen werden.
- Eine genaue
Planung der Heizungs-, Sanitär, Solar-, Lüftungsund
Staubsaugeranlage mit Zeichnungen und Ausschreibung macht es möglich
eine Kostenschätzung zu erstellen und Angebote von einigen
Handwerkern einzuholen, die vergleichbar sind. So gibt es später
keine bösen Überraschungen! (Zu) Teure Lösungen
(die goldene Armatur, die runde Badewanne oder Duschkabine) können
von vorneherein festgestellt und vermieden werden.
- Schlitze
und Durchbrüche für Rohre, Verteiler u.ä. können
vorgeplant werden und mit anderen
Gewerken (Maurer, Elektriker,..) abgestimmt werden. So wird vermieden,
dass Mauern und Decken
wieder aufgestemmt werden, was Kosten verursacht, Nerven kostet,
eventuell die Statik beeinträchtigt, eventuell die Wärmedämmung
beeinträchtigt oder den Schallschutz, nachfolgende Arbeiten
verzögert, Pfusch und Schlamperei (jetzt kann man nicht mehr
.!) verursachen kann. In einem Holzhaus ist eine genaue
Planung der haustechnischen Anlagen vor Beginn der Fertigung der
Teile in der Zimmerei unumgänglich, da verständlicherweise
nicht nachträglich beliebig geschnitten und geschlitzt werden
kann. Zudem ist besonders bei dieser Bauweise eine Vorwandinstallation
der Sanitärgegenstände und Heizungsverteiler anzuraten.
- Eine gute
Planung gestattet es also,
die betreffenden Arbeiten mit anderen Handwerkern und
Gewerken abzustimmen. Erst die erstellten Pläne und Beschreibungen
ermöglichen eine professionelle und produktive Bauaufsicht.
Der Bauherr sollte auf eine sorgfältige Bauaufsicht bestehen
(Beispiel Schallbrücken von Abflussrohren im Holzbau, Trittschalldämmung
von Fußbodenaufbauten). Alle Beteiligten (Handwerker, Bauleiter,
Bauherr, Architekt) sollten eine gute und regelmäßige
Zusammenarbeit während der Bauzeit suchen. Denn selbst wenn
alles geplant und dokumentiert ist, verbleiben immer noch Schnittstellen,
Details und Problemstellungen, die rasch und klar besprochen und
entschieden werden müssen.
- Genaue Planung
und fachliche Kompetenz aller beteiligten Planer und Handwerker
tragen wesentlich zu einem guten Gelingen bei, verringern Kosten
am Bau, vermeiden Streitigkeiten, sparen Nerven, entlasten den
Bauherrn, der z.B die Bauleitung aus den Händen geben kann.
- Der Heizungsplaner
ist kein Verkäufer und auch nicht Handwerker. Er
berät den Kunden hoffentlich nach bestem Wissen und unparteiisch,
da er kein Interesse haben darf bestimmte Produkte und Materialien
vorzuschreiben. Die Anlagen sollen so entstehen wie sie lange
vor Baubeginn und mit geringerem Zeitdruck als in der Bauphase
geplant wurden. Am Ende ist es möglicherweise so, dass die
Kosten der Planung durch eingesparte Arbeitszeiten, durch Vermeidung
von Leerlaufzeiten und Nachbesserungen verringert, eventuell auch
wettgemacht werden können. Die Qualität der ausgeführten
Arbeiten steigt sicherlich, das Haus wird weniger ein Zufallsprodukt
sein, sondern wie geplant eher dem entsprechen, was sich der Kunde
wünschte. Es wird (allen!) weniger Nerven gekostet haben.
Die Kosten werden in etwa dem entsprechen, was vorgesehen war.
Es könnte also durchaus sein, dass sich Planung unterm Strich
doch auszahlt!
Diplom.
Wirtschaftsing.
ANDREAS FISCHER
39012 Meran (BZ)
Galileistr. 62
Tel./Fax 0473 233099
E-mail: andi.fischer@dnet.it
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