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Holz am Bau

Holz erlebt im Bausektor einen neuen Aufschwung. Wurde vor Hunderten Jahren nur mit Holz gebaut, hat sich mit der Zeit der Steinbau sehr vertreitet. Die Burgen und Schlösser sind bildlicher Ausdruck von Wehrhaftigkeit, gleichzeitig aber auch von Macht und Reichtum. Ein Haus aus Holz wurde als Armeleutehaus angesehen. Vor allem die Brandgefahr brachte das Holz in Verruf. Heute sind Holz am Bau und die Holzbauweise wieder in.

Die Holzbauweise

Holz besitzt ein besonders günstiges Verhältnis zwischen Tragfähigkeit und Eigengewicht. Konstruktionen in Holzbauweise sind damit deutlich leichter ausführbar. Vor allem bei nachträglichen Aus- und Aufbauten ist dies von Vorteil, vor allem wenn die Fundamente nicht auch dafür ausgelegt sind. Ein weiterer Vorteil des Holzes ist, dass es trocken ist. Die mineralischen Baustoffe werden hingegen feucht verarbeitet und sie trocken sehr langsam. Nicht nur deshalb spart man Zeit am Bau.

In der Holzbauweise werden in den letzten Jahren vermehrt vorgefertigte Elemente montiert. Sie werden in der Halle zusammengebaut, auf die Baustelle transportiert und dort montiert. Dies ist zeit- und kostensparend. Holz ist in Südtirol bereits seit langem ein wichtiger Baustoff, da er hier wächst und vor allem bei den Bauern oft aus dem eigenen Wald bezogen wird.

Was versteht man unter Holzbauweise

Beim Holzhaus wird der Bau vom Erdgeschoss bis zum Dach hinauf in Holz ausgeführt. Es ist ein Trend, der zunächst aus dem Ausland kam, inzwischen aber auch von Südtiroler Unternehmen angeboten wird. Innerhalb der Berufsgruppe der Zimmerleute im Landesverbandes der Handwerker LVH hat sich dazu eine eigene Gruppe gebildet. Auch ausländische Unternehmen, vor allem aus Österreich, drängen auf den Südtiroler Markt. Von der Bauordnung her gibt es eigentlich keine Unterschiede, Holzhäuser sind Massivbauten gleichgestellt. In Italien ist für Holzhäuser auch keine Statik vorgeschrieben. Bei richtiger Planung und richtigem Bau ist die Brandgefahr bei einem Holzhaus nicht größer als bei einem Bau aus Ziegel und Beton.

Wärme- und Schallisolierung

Das größte Problem beim Holzhaus ist der Lärmschutz. Es geht dabei um den Lärm von außen. Dies kann der Straßenlärm sein, dies kann aber auch bei einem Reihenhaus in Holzbauweise der Lärm des Nachbarn sein. Deshalb muss bei der Planung und der Ausführung sehr auf diese Thematik geachtet werden. Durch gute Isolierung kann der Schallschutz deutlich verbessert werden.

Die Kosten

Man kann davon ausgehen, dass ein Holzhaus in der Praxis rund 50.000 Euro mehr kostet als ein Massivbau. Es muss dabei aber betont werden, dass es dann im Wärme- und Schallschutz deutlich besser ist als ein Haus in konventioneller Bauweise ohne zusätzlichen Wärmeschutz. Bei einem Holzhaus ist wichtig, dass es Wind- und Luftdicht ist. Die Anschlüsse müssen umlaufend dicht sein, die Fugen dauerelastisch gedichtet sein.

Holz im Außenbereich

Holz eignet sich aber für den Außenbereich sehr gut. Allerdings muss dabei bereits in der Planung auf den Holzschutz geachtet werden. Es geht vor allem darum, Holz davor zu schützen, Schaden durch Wasser zu nehmen. Die einzelnen Holzarten haben zudem unterschiedliche Eigenschaften, und eignen sich deshalb mehr oder weniger für bestimmte Zwecke. Bei richtiger Bauweise kann dabei sogar auf eine chemische Behandlung des Holzes verzichtet werden. Gemeint sind Mittel, die den Befall durch Pilze oder Insekten verhindern sollen.

Der Holzbalkon

Ein wichtiger Anwendungsbereich für Holz ist der Balkonbau. Holzbalkone müssen sich in Proportion und Gestaltung in das Gesamtbild des Hauses einfügen. Auch die umgebende Landschaft und das Ortsbild müssen berücksichtigt werden. Balkone sind nicht umsonst herausragende Bauteile und fallen sehr schnell ins Auge.

Verdübelte Holzbauweise ohne Leim

Dach, Wände und Decken werden aus einem einzigen Material und zwar Holz gebaut, dabei werden massive Holzelemente metall- und leimfrei durch Holzdübel verbunden. Bei diesem System werden gute Werte bei der Wärmedämmung, dem Hitzeschutz, der Brandsicherheit und dem Strahlenschutz erreicht. Eine leim und metallfreie Variante der Holztafelbauweise ist die verdübelte Holzbauweise.

Dabei werden senkrechte, waagerechte und diagonale Lagen aus unbehandelten, sägerohen, trockenen Brettern und Pfosten zu kompakten Wandelementen geschichtet. Die Verbindung erfolgt mit einem genau berechneten Raster aus staubtrockenen Buchenholzdübeln. Sobald diese in die Bohrungen eingefügt werden, quellen sie durch die geringe Restfeuchte im Holz der Bretter und Pfosten auf. Das Ergebnis ist eine massive, formfeste, leim- und metallfreie massive Holztafel. Dach, Wände und Decken können so aus einem massiven Holzelement gebaut werden.

Die statischen Elemente erreichen somit sehr gute Werte in der Wärmedämmung, in der Brandsicherheit, und der Strahlensicherheit.


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