Der
Baufuchs baut einen Schwimmteich
am Baufuchshaus in Partschins
Dazu
führte der Baufuchs ein Interwiev mit dem Schwimmteichplaner
und -bauer Paul Luther.
Baufuchs
(BF): Welche Voraussetzungen bietet das Gelände
vor dem Baufuchshaus in Partschins für den Bau eines
Schwimmteiches?
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Paul
Luther (PL): Wir haben für den Bau des Schwimmteiches
ein Grundstück von insgesamt 230 m2 zur Verfügung.
Davon können 80 m2 für die Konstruktion
des Teiches verwendet werden. Das ist nicht sehr viel
für einen Schwimmteich. Das Grundstück liegt
in einer Hanglage, ist von einer Zyklopenmauer umgeben
und dem Haus wie auf einem erhöhten Podest vorgelagert.
Diese Ausgangsposition bietet schlechte Zufahrtsbedingungen
während der Bauzeit. Für die Atmosphäre
des Schwimmteiches nach Abschluss der Bauarbeiten
bietet dieser Standort jedoch durchaus seinen Reiz.
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BF:
Für welche Nutzung wird der Teich ausgelegt?
PL: Der Teich wird für eine durschnittliche
Nutzung von 10 Personen am Tag geplant. Das ist relativ
viel für die zur Verfügung stehende Dimension.
Um bei der vorhandenen Fläche von 80 m2 die gewünschte
Nutzung möglich zu machen, ist der Einsatz von technischen
Hilfmitteln unbedingt nötig. Es handelt sich hier also
um eine Mischform zwischen naturnahem Badeteich und Hightech.
Für einen reinen Naturschwimmteich hingegen bräuchten
wir eine Fläche von 200 m2 zur Verfügung, um mehr
Platz für die Bepflanzung zur Reinigung zu haben.
BF:
Welche Maße hat der Teich am Baufuchshaus?
PL: Der effektive Schwimmbereich ist 35 m2 groß
(10mx3,5m) und 1,5 m tief. Für den Regenerationsbereich
brauchen wir 43 m2. Hinzu kommt der Bereich für die
Filtertechnik, welche auf die erwartetete Besucherzahl kalkuliert
und entsprechend dimensioniert werden muss.
BF:
Welche technischen Maßnahmen sind für die Reinigung
nötig?
PL: Die Filteranlage muss von Frühjahr bis Herbst
24 Stunden am Tag in Betrieb sein. D.h. es läuft permanent
eine lautlose Pumpe, mit einem Stromverbrauch von ca. 100
Watt. Für diese Pumpe könnte z.B. auch eine Fotovoltaikanlage
mit Stromspeicher und Einspeisung ins Netz kombiniert werden.
Aus Gründen des Platzmangels haben wir uns in diesem
Fall für ein sehr platzsparendes Filtersystem entschieden.
Es beansprucht eine Oberfläche von lediglich 8 m2 und
wird unterhalb des Steges installiert.
Im Teich selbst wird ein Skimmer eingebaut, der das Wasser
ansaugt, vorfiltert und von groben organischen Substanzen
befreit. Das Wasser gelangt dann in den Filterbereich unterhalb
des Holzsteges und wird von dort gefiltert in die Regenerationszone
eingespeist.
BF:
Die Reinigung des Wassers erfolgt also in mehreren Schritten?
PL: Ja wir haben zuerst die biologische Reinigung
im Filter und dann die Reinigung des Wassers durch eine
Zwangsdurchströmung in der Regenerationszone. Diese
Strömung wird bautechnisch durch einen Reinigungskanal
ermöglicht. Dadurch wird das Wasser in der Regenerationszone
zusätzlich gereinigt und fließt am Ausgang dieses
Bereiches in den Schwimmbereich ein.
BF: Wie wird der Teich bautechnisch realisiert?
PL: Für den gesamten Schwimmteich haben wir
eine sehr lineare Bauweise gewählt. Zum einen aus ästhetischen
Gründen, aber natürlich auch, um die Fläche
optimal auszunutzen. Der Schwimmbereich wird als Rechteck
ausgehoben mit einer Tiefe von 1,5 m und ziemlich steilen
Wänden von 70-80 Grad Neigung. Dadurch kann Platz gewonnen
werden. Wenn das Erdreich aus bindigem, festem Material
besteht, können die Wände relativ steil verlaufen
und benötigen keine künstliche Verstärkung.
Für die Abgrenzung zwischen dem Schwimmbereich und
der Regenerationszone haben wir eine sehr ökonomische
Spezialbauweise entwickelt. Das Systems sieht eine senkrechte
Folienwand vor, welche an der Oberfläche mit einem
Holzbalken abschließt. Entlang dieses Balkens fließt
der Strömungskanal bis hin zur Öffnung zum Schwimmbereich.
Die Regenerationszone ist ca. 75cm tief. Die Bereiche über
Wasser werden mit Natursteinmauer verkleidet, sodass man
die Folie nicht sieht. Am Boden bietet eine Substratschicht
die Basis für die Bepflanzung mit Wasserpflanzen. Die
Befüllung des Teichs erfolgt mit Trinkwasser.
BF:
Welche Bepflanzung kommt für diesen Teich in Frage?
PL: Grundsätzlich ist zu sagen, dass die Pflanzen
eines Schwimmteiches in erster Linie nicht eine ästhetische
sondern eine Reinigungsfunktion haben: Sie stellen das Habitat
für Plankton dar, welches die effektive Wasserreinigung
im Teich übernimmt. Daher wird die Regenerationszone
sehr stark bepflanzt. Dafür verwenden wir Unterwasserpflanzen
welche für die Beschattung und die Kühlung des
Wassers und natürlich für die Sauerstoffproduktion
sorgen, wie z.B. Potamogeton (dt.: Laichkraut), Myriophyllum
(dt: Tausendblatt), Elodea (dt: Wasserpest), Ceratophyllum
(dt: Hornblatt) und noch einige andere. Es wird im aktuellen
Beispiel keine Seerosen geben, um die Wasserströmung
zu erleichern. Am Teichrand schließen Binsen und ästhetisch
schöne Wasserpflanzen den Wasserbereich ab. Bei diesem
Schwimmteich achten wir auf eine sehr moderate Düngung
mit speziellen Düngemitteln, natürlich ohne Phosphat,
um das Pflanzenwachstum zu fördern - jedoch nicht jenes
der Algen.
BF:
Wie wird der Außenbereich gestaltet?
PL: Es wird eine feine Kiesfläche geben, in
welches ein separates Kinderbecken und die Dusche eingelassen
sind. Das ist wichtig, denn Dusche und Kinderbecken müssen
separat über das Kanalistaionssystem abgeleitet oder
vor Ort versickert werden, um das Teichwasser nicht zu verunreinigen.
Ein Holzsteg von insgesammt 70m2 deckt die verbleibende
Außenfläche ab und bietet ausreichend Platz für
Liege - und Sitzmöglichkeiten.
Gräser, Weiden und eine Pergola mit Sitzbereich schaffen
zusätzlich Atmosphäre und Komfort.
BF:
Wann soll's losgehen?
PL: Baubeginn ist für Mitte Juli vorgesehen.
Wir rechnen mit einer Bauzeit von 3 Wochen.
BF:
Herr Luther, Danke für das Gespräch.