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Der Keller

Beim Keller muss man grundsätzlich zwischen einem Naturkeller und einem trockenen Keller unterschieden. Diese Unterscheidung hängt aber auch von der Beschaffenheit des Baugrundes ab.

Der Naturkeller

Ist ein Naturkeller erwünscht, der sich besonders als Vorratskeller eignet, so soll er nicht gegen Feuchtigkeit isoliert sein und die Feuchtigkeit aus dem umgebenden Erdreich erhalten. Vorratskeller sollten möglichst an der Nordseite des Hauses liegen und weit genug vom Heizungskeller entfernt sein. Die Innentemperatur schwankt zwischen 8 Grad im Sommer und 2 Grad im Winter bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 80 bis 90 Prozent. Obst und Gemüse bleiben so lange frisch. Dieser Keller kann auch außerhalb der unterirdischen Beton-Untermauerung liegen.

Der trockene Keller

Der trockene Keller dient vorwiegend der Lagerung. Hat man früher bei den Bauernhäusern vor allem auf einen guten Vorratskeller geachtet, so ist im Zeitalter von Kühlschrank, Tiefkühltruhe und kleinen Stadtwohnungen der Lagerraum wichtig. Dieser Keller muss trocken bleiben, damit die abgestellten Objekte nicht Schimmel ansetzen oder faulen. Bei einem trockenen Keller brauchen die Außenwände eine wasserdichte Isolierschicht. Auch Betonwände müssen gegen Feuchtigkeit isoliert werden. Die Feuchtigkeit könnte sonst durch Arbeitsfugen und Schwindrisse eindringen. Isoliert werden muss natürlich auch der Boden.

Der Kellerboden

Der Kellerboden ist besonders wichtig. Baubiologen sind sogar der Meinung, dass bei richtiger Aufbereitung des Bodens die Beschaffenheit der Kellerwand zweitrangig ist. Der Kellerboden sollte, vor allem wenn Lebensmittel eingelagert werden, naturbelassen sein. Er sorgt für den richtigen Ausgleich und damit für ein konstantes Klima. Dies sowohl was die Temperatur als auch was die Luftfeuchtigkeit betrifft. Hier kann ein gestampfter Lehmboden verwendet werden. Ein Betonboden ist nur dort sinnvoll, wo der Keller trocken bleiben soll.

Radon

Es handelt sich bei Radon um ein radioaktives Gas. Dieses entsteht durch den Zerfall von im Boden enthaltenen radioaktiven Substanzen. Deshalb wird es auch immer wieder neu gebildet und ist nicht irgendwann verbraucht. Das Gas verflüchtigt sich im Freien schnell und stellt dort keine Gefahr dar. In Häusern kann es sich jedoch stauen. Radon dringt hauptsächlich durch die Fundamente ins Haus ein, die stärkste Konzentration herrscht damit natürlich im Keller. Die Landesumweltagentur hat eingehende Messungen durchgeführt. Diese haben gezeigt, dass in einigen Landesteilen in Südtirol erhöhte Radonwerte auftreten können. Wer Messungen in seinem Haus durchführen lassen will, kann sich an das Labor für Physikalische Chemie der Landesumweltagentur wenden. Die Kosten dafür sind nicht besonders hoch.

Isolierung gegen Feuchtigkeit

Beim Keller muss man darauf achten, dass er nicht zu feucht ist. Deshalb ist eine gute Isolierung mit fachgerechtem Material hier von großer Bedeutung. Werden zur Isolierung Dichtungsbahnen verwendet, so sollten diese mindestens zehn Zentimeter überlappend verlegt werden. Besteht aber die Gefahr von Staunässe, so müssen die Bahnen durchgehend verschweißt werden.

Bituminöse (Erdharz haltige) Dichtungsanstriche müssen in mehreren ausreichend dicken Schichten angebracht werden. Dabei ist wichtig, dass sie flächendeckend und auf einer glatten Unterlage angebracht werden.

Fugenbänder, die an den Stößen verschweißt werden, dienen dazu, die wasserdichte Verbindung einzelner Betonteile zu gewährleisten. Alle Stoßstellen, Eingänge für Versorgungsleitungen und eingebaute Fensterschächte müssen mit der Dichtung versehen und ausgeschäumt werden. Hier empfiehlt sich vor der Hinterschüttung nochmals eine gründliche Kontrolle.

Die Drainage

Rund um den Keller ist auf jeden Fall auf eine ausreichende Drainage zu achten. Damit werden Stau- und Sickerwasser aus dem Bereich des Fundaments und des Kellers herausgeleitet. Dies ist vor allem in Hanglagen wichtig.

Zur Drainage werden eigene Rohre rund ums Haus gelegt. Diese müssen ein Gefälle von mindestens einem Prozent aufweisen. Das Drainagerohr wird in Schotter eingebettet, damit das Wasser auch in das Rohr sickern kann. Der Sickerbereich muss dabei mit Filtervlies umgeben werden, damit nicht Bodenfeinteilchen zum Rohr gelangen und dieses verschlammt. Drainage muss auch am Haussockel an der Erdoberfläche angelegt werden. Damit wird die Bildung von Spritzwasser vermieden. Zudem kann das anfallende Oberflächenwasser rasch in das umliegende Erdreich sickern.

Der Keller bringt Vorteile

Abgesehen davon, dass der Keller Raum zum Abstellen von Gegenständen bietet, lässt sich ein Haus mit Keller auch besser verkaufen. Der Wert eines Hauses mit Keller liegt 20 bis 30 Prozent über dem eines Hauses ohne Keller. Zudem ist die Ersparnis durch das Weglassen des Kellers nur gering. Die Kosten für den Keller liegen bei 35.000 bis 40.000 Euro. Da aber bei fehlender Unterkellerung Kosten von rund 25.000 Euro an Baukosten anfallen, liegt die Einsparung bei 10.000 bis 15.000 Euro. Außerdem können im Keller Räume untergebracht werden, für die bei Fehlen des Kellers im Erdgeschoss Ersatz gefunden werden muss. Angesprochen sind der Heizraum, Wasch- und Trockenräume, der Platz für die Hausanschlüsse sowie Vorrats- und Lagerräume.

Keller aus Fertigteilen

Gerade beim Keller ist der Einsatz von Fertigteilen von Vorteil. Wände, Decke und Treppe werden angeliefert und vor Ort montiert. Damit wird viel Zeit gespart. Alle nötigen Aussparungen für Türen, Fenster und Lüftung sind bereits im Wandelement enthalten. Anschließend wird die Unterstützung für die Elementdecke errichtet und dann die Decke verlegt. Auch die Kellertreppe wird in einem Stück bereits fertig angeliefert und montiert. Schließlich werden Wände und Decken in einem Durchlauf gegossen. 

Wie beim traditionellen Keller wird als Feuchtigkeitsschutz eine geeignete Außenbeschichtung aufgetragen und es wird eine Filtersteinwand eingesetzt. Der Vorgang des Verputzens erübrigt sich beim Fertigkeller.

Beim Fertigkeller müssen nicht nur die exakten Maße ans das Herstellerwerk weitergegeben werden. Es sollten auch die Leerverrohrungen für die Elektroinstallation, die Elektrodosen sowie die Abwasser- und Sanitäranlagen angegeben werden. Damit können geeignete Schlitze in der Decke vorgesehen werden, damit späteres Bohren vermieden wird.

Die Kellerdecke

Für die Kellerdecke eignet sich besonders eine gegossene Decke. Aus wärmetechnischen Gründen ist die Plattendecke idealer. Sie hat bereits eine entsprechende Wärmedämmung eingebaut. Außerdem ist die Verlegung der Plattendecke einfach und geht schnell. Sie wird mit Hilfe eines Autokrans auf die tragenden Strukturen des Rohbaus gelegt. Der vorgeschriebene Aufbeton über der Decke kann auch gleich zur Speicherung von Sonnenwärme genützt werden. Daher sollte mit dem fließenden Estrich über der Decke nicht gespart werden. Die Speicherung bringt auch den weiteren Vorteil, dass der Beton richtig austrocknen kann.


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