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Das Niedrigenergiehaus
in massiver Bauweise mit Mauerwerk

Ein Niedrigenergie-Haus ist ein Haus, welches durch seine Bauweise und seiner thermischen Dämmung der Außenhülle das Heizen derselben mit einer begrenzten Energiemenge ermöglicht. Das Bauen von Niedrigenergiehäusern in massiver Bauweise mit Mauerwerk ist auf einfache und unkomplizierte Weise möglich. Bei guter Planung und sorgfältiger Ausführung hat diese Massiv- bauweise viele Vorteile: Sie bietet unverkennbare Wohnlichkeit und Behaglichkeit und ist langlebig und dauerhaft. Die lange Lebens-dauer zeichnet sich auch durch eine hohe Wertbeständigkeit aus.

Weiters bietet diese Bauweise einen ausgezeichneten Brandschutz und weist beste Witterungsbeständigkeit auf. Einer der wohl wertvollsten Vorteile des Massivbaues ist die Wärmespeicherung des Bauwerkes, die folgende Vorteile bietet:

  • Die im Sommer tagsüber herrschende Überwärmung wird durch die Masse des Bauwerkes
    gering gehalten und bestens ausgeglichen. Eine gute Wärmedämmung allein ist dabei nicht
    ausreichend, was vielen aus einem im Sommer überhitzten, falsch gedämmten Dachboden
    her bekannt ist.
  • Ein entsprechend gedämmtes Massivbauwerk aus Ziegeln oder Beton schützt jedoch nicht nur gegen sommerliche Überhitzung, sondern speichert die solare Energie der Sonne in der Winterzeit.
    Bei einem niedrigen Sonnenstand im Winter kann bei Niedrigenergiehäuern in Massivbauweise
    dadurch ein Teil der Heizenergie eingespart werden. Dieser sommerliche und winterliche
    Temperaturausgleich sorgt für ein wohliges Wohnklima.

Die Luftdichtheit und die Winddichtheit sind zwei weitere wichtige Vorteile der massiven Bauweise. Die beste Wärmedämmung nützt nichts, wenn keine Wind- und Luftdichtheit gewährleistet ist. Eine ausreichende Luftdichtheit ist sichergestellt, wenn das Bauwerk innen und außen verputz wird und alle Öffnungen wie Fenster, Türen usw. sorgfältig eingebaut und abgedichtet werden.

Weiters ist die richtige Luftfeuchtigkeit in einem Wohnhaus ausschlaggebend für ein gutes Wohnklima. Die relative Luftfeuchtigkeit welche zwischen 40 und 60% liegen sollte, kann zum Teil durch den Innenputz ausgeglichen werden.

Eine in letzter Zeit immer aktueller und notwendiger werdende Eigenschaft von Bauwerken ist der Schallschutz. Die Massivbauweise hat durch die große Masse einen großen Vorteil im Luftschallschutz. Durch die Wahl von geeigneten Materialien kann beim Anbringen eines Vollwärmeschutzes (z.B. Faserdämmstoffe) der Schallschutz der gesamten Mauer zusätzlich erhöht werden (ca. +3 bis +10 dB). Bei der Verwendung von sehr porösen Materialien (hochwertige Wärmedämmziegel) mit geringer Rohdichte oder bestimmten Wärmedämmmaterialien kann die Schalldämmung jedoch vermindert werden. Daher ist die Wahl und Kombination der richtigen Materialien ausschlaggebend. Auch wird die Wahl von gut schalldämmenden Fenstern empfohlen, um die von Natur aus günstigen Eigenschaften des Massivbaues nicht maßgeblich zu verschlechtern. Der Trittschallschutz von Decken ist ein weiterer Vorteil der Massivbauweise.

Unter Trittschall versteht man den Lärm, der durch das Begehen einer Decke oder durch das Verschieben von Mobiliar entsteht und auf die darunter liegenden Räumlichkeiten übertragen wird.
Bei richtiger Ausführung und gutem Aufbau werden gehobene Ansprüche an den Trittschallschutz sicher und einfach erreicht. Dabei ist zu bemerken, dass Massivdecken durch ihr hohes Eigengewicht die beste Grundvoraussetzung haben, um mit einem richtigen Aufbau einen gehobenen Trittschallschutz zu erreichen. Bei den immer noch sehr oft verwendeten Hohlsteindecken ist das Eigengewicht der Decke selbst gering. Um bei diesen Decken einen guten Trittschallschutz zu erreichen ist es daher notwendig den Bodenaufbau entsprechend sorgfältig auszuführen.

Die Ausführung eines Wohnhauses in Massivbauweise ist mit der heutigen Technik und den modernen Materialien einfach und kostengünstig möglich. Dabei ist besonders die unkomplizierte und baupraktisch einfache Bauweise hervorzuheben, die sich bei einer Massivbauweise ergibt. Auch bei der Sanierung bestehender Massivbauten können bauphysikalisch erprobte, einfache Maßnahmen getroffen werden um den Heizwärmebedarf des gesamten Bauwerkes stark herabzusenken. Durch Anbringen eines Vollwärmeschutzes auf allen bestehenden Außenmauern, Außendecken sowie Keller-Decken oder -Böden und zusätzliches Dämmen des Dachraumes oder der letzten Decke sowie durch Einbau wärmedämmender Fenster können die Heizkosten eines bestehenden Hauses von mehr als 20 Liter Heizöl pro Quadratmeter und Jahr leicht auf weniger als 7 l/(m_a) gebracht werden. Dies ist besonders bei stetig steigenden Rohölpreisen von großer Bedeutung.


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