
Radongas
Ein Risikofaktor
der beim Neu- oder Umbau unbedingt vorher berücksichtigt werden
sollte.
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Radon
ist ein natürliches radioaktives Edelgas, das beim radioaktiven
Zerfall von Uran entsteht und praktisch überall in unterschiedlichen
Konzentrationen vorkommt. Besonders hohe Konzentrationen finden
sich in kristallinen Böden (z.B. Granit, Gneisen). Vom
Erdreich kann Radongas über undichte Stellen in unsere
Häuser eindringen und dort, vor allem in Keller- und
Parterrewohnungen, beachtliche Werte annehmen (in Südtirol
bis zu einigen 10.000 Bq/m_).
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Erhöhte
Radonwerte im Wohnbereich sind eine Gefahr für unsere Gesundheit.
Eine neue europaweite Studie des deutschen Bundesamtes für
Strahlenschutz bestätigt, dass Radon im Wohnbereich für
eine Vielzahl von Lungenkrebsfällen verantwortlich ist (http://www.bfs.de).
Besonders gefährdet sind Raucher, die in Räumen mit hohen
Radonkonzentrationen leben.
In
Italien gilt für Arbeitsräume, wie auch für Schulen
und Kindergärten, ein Grenzwert von 500 Bq/m_ als Jahresmittelwert.
Seit 03. Februar 2002 ist die Radonmessung in unterirdischen Arbeitsplätzen
verpflichtend vorgeschrieben. Wird der Grenzwert überschritten,
müssen Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden (Legislativdekret
Nr. 241 vom 26. Mai 2000). Für den privaten Wohnbereich gibt
es vorerst nur einen Richtwert, und zwar 400 Bq/m_ bei bestehenden
Bauten und 200 Bq/m_ bei Neu-bauten (EU-Empfehlung 90/143/Euratom
vom 21/02/90).
In
Südtirol sind mehrere Gebiete vom Radonproblem betroffen. Als
Risikozonen gelten insbesondere der
obere Vinschgau, die Gegend von Franzensfeste und Lüsen, sowie
einige Gemeinden im Hochpustertal
(siehe die Radonkarte von Südtirol und die Messwerte der einzelnen
Gemeinden im Bürgernetz im Internet: www.provinz.bz.it/umweltagentur/2908/radon/index_d.htm).
Bemerkenswert
ist, dass bei ca. 2% der in Südtirol untersuchten Häuser
die Jahresmittelwerte in einigen Räumen im Parterrebereich
über 1000 Bq/m_ liegen. Wer dort dauernd wohnt, ist annähernd
dem doppelten Lungenkrebsrisiko ausgesetzt. Ein frühzeitiges
Aufspüren der Risikosituationen ist daher von entscheidender
Bedeutung für unsere Gesundheit.
Grundsätzlich
ist jedes Haus ein Einzelfall. Selbst benachbarte Häuser gleicher
Bauart können völlig verschiedene Radonwerte aufweisen.
Eine sichere Auskunft erhält man nur durch eine Radonmessung.
Eine Messung kostet zwischen 25 Euro (Langzeitmessung mit passivem
Dosimeter) und 50 Euro (aktive Sofortmessung) und kann bei der Landesumweltagentur-Labor
für physikalische Chemie angefordert werden. Radonbelastete
Häuser haben oft gemeinsame Merkmale. Treffen gleichzeitig
mehrere der angeführten Punkte zu, ist eine Radonmessung auf
jeden Fall zu empfehlen.
- Das Haus
befindet sich in oder nahe einem Radongebiet.
- Das Haus
befindet sich in Hanglage (auf einem Murgang oder Schuttkegel).
- Die Räume
haben an mehreren Wänden und am Boden direkten Erdkontakt
und sind schlecht
isoliert.
- Die Räume
befinden sich über einem wenig belüfteten Naturbodenkeller
mit einer schlecht isolierten Decke (z.B. alte Holzdecke).
Besonders
wichtig ist die Messung vor einem geplanten Umbau. Werden beim
Altbau erhöhte Radonkonzentrationen gemessen und befindet
sich das Gebäude in einem Radongebiet, ist größte
Vorsicht geboten.
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Ohne
bestimmte Vorkehrungen oder Gegenmaßnahmen eingeplant
zu haben, können Umbauarbeiten im Keller oder Parterrebereich
des Hauses, der Anbau eines Winter-gartens,
das Anbringen von Wärmedämmplatten an den Außenmauern,
oder auch nur der einfache Austausch von Fenster und Türen,
die Radonkonzentrationen erheblich erhöhen. Ähnliches
gilt für bestimmte Installationen wie z.B. mit Unterdruck
betriebene Innenraumbelüftungssysteme, insbesondere,
wenn die Luft durch im Erdreich verlegte Rohrsysteme angesaugt
wird; weiters eine geothermische Heizanlage oder eine Bodenheizung
(nur in nicht unterkellerten Parterre- oder Tiefparterreräumen),
wenn diese nicht radondicht errichtet bzw. verlegt werden.
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Durchgehende
Betonfundamentplatte
ideale Radonvorsorge beim Neubau
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Die
geplanten Umbauarbeiten sollten daher unbedingt vorher vom Standpunkt
des Radons bewertet werden. In den meisten Fällen können
relativ einfache Radongegenmaßnahmen ohne größere
Änderungen am ursprünglichen Projekt in das Sanierungsvorhaben
mit eingeplant werden. Bei sehr großen und alten Bausubstanzen
mit dicken und poröse Steinmauern sind Radonsanierungen
hingegen meist problematisch.
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Eine
nachträgliche Radonsanierung
ist aber auf jeden Fall aufwendiger, teurer und weniger wirksam.
Auch beim Neubau sollte man unbedingt vorher die Radonkarte
beachten, insbesondere wenn sich der Baugrund in einer Hanglage
befindet. In Radongebieten ist eine gute Isolation der Böden
unerlässlich:Eine durchgehende Beton-fundamentplatte
bietet idealen Radonschutz. Man beachte, dass ein Feuchtigkeitsschutz
nicht unbedingt mit Radonschutz gleichzusetzen ist - letzterer
ist viel komplexer. Bei Streifen-fundamenten sollte, abgesehen
von der Isolation, unbedingt als
zusätzliche Radon-gegenmaßnahme der Einbau einer
belüfteten Schotterschicht mit Drainagerohren eingeplant
werden (besseren Schutz bietet allerdings die Fundamentplatte!).
Offen verbleibende Durchführungen zum Erdreich sind nach
Möglichkeit zu vermeiden bzw. seitlich zu verlegen und
auch hier auf jeden Fall gut ab-zudichten.
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Einbau
einer belüfteten
Schotterschicht mit Drainagerohren
im Rahmen einer Altbausanierung.
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Zwei
Möglichkeiten zur Radonmessung.
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1)
Die stromlose Messung mit passiven Dosimetern. Diese werden
mit der Post zugeschickt und im zu untersuchenden Raum für
einige Monate exponiert. |
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2) Die aktive Messung mit einem strombetriebenen Gerät;
dauert nur wenige Tage. |
Weitere
Auskünfte im Internet unter der Adresse:
www.provinz.bz.it/umweltagentur/2908/radon/index_d.htm
oder direkt beim Labor für physikalische Chemie Tel. 0471 417141.
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Dr.
Luigi Minach
Labors für physikalische
Chemie der Landesumweltagentur
Bozen.
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