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Sonnenenergie

Sonne ist Leben. Sie ist die wesentliche Grundlage für irdisches Leben. Der Planet Erde bekommt von ihr das Licht und die notwendige Wärme. Menschen, Tiere und Pflanzen könnten ohne die Sonne nicht existieren. Die Energie der Sonne ist nahezu grenzenlos. Zumindest für menschliche Zeiträume und Dimensionen stellt sie eine unerschöpfliche Energiequelle dar. Die Sonne strahlt seit über 4 Milliarden Jahren und wird es mindestens nochmal so lange tun.

Die Sonne schickt ihre Energie

Von der Sonne gelangen im Jahr auf die gesamte Erdoberfläche 795.000 * 1012 kWh. Der Verbrauch der gesamten Welt an Primärenergie liegt bei 82,83*1012 kWh im Jahr 1989. Damit schickt die Erde 10.000 mal so viel zur Erde, wie dort weltweit verbraucht wird. Berechnet auf die reine Landoberfläche, also ca. 29 % der Erdoberfläche, so ist es immer noch das 2.900-fache der benötigten Energie. Auch in Südtirol fällt mehr Sonnenenergie ein, als an Primärenergie benötigt wird. Dies bedeutet, dass auch in einem so dicht besiedelten Land genügend Sonnenenergie zur Verfügung stünde.

Das technisch nutzbare bzw. wirtschaftlich erschließbare Solarenergie-Potential ist aber deutlich geringer. Dies obwohl in Südtirol die Nutzung der Sonnenenergie relativ hoch ist. So befindet sich in Südtirol ein Drittel der in ganz Italien installierten Fläche an Sonnenkollektoren.

Die Nutzung der Solarenergie hat ihre Zuverlässigkeit längst unter Beweis gestellt. Zahlreiche sinnvolle Einsatzbereiche sind für sie bereits erschlossen worden. Die technische Entwicklung und die Energiepreise, die ständig ansteigen, lassen die Chancen der Solarenergie noch weiter ansteigen.

Die Vorteile der Sonnnenergie:

  • Sie steht unbegrenzt zur Verfügung
  • Ist ohne Emissionen von Schadstoffen
  • Und ist flexibel und vielfältig einsetzbar

Passive thermische Sonnenenergienutzung

Durch bauliche Maßnahmen (z.B. Fenster oder Wintergärten) wird Solarenergie passiv genutzt. Dadurch kann ein Gebäude teilweise solar beheizt werden. Passive Solarenergienutzung deshalb, da keinerlei Fremdenergie (z.B. zum Antrieb von Pumpen) benötigt wird. Als Energiespeicher dienen massive Gebäudeteile (wie Wände, Decken und Fußboden).

Niedrig-Energie-Häuser weisen vor allem einen sehr guten Wärmeschutz aller Außenbauteile auf. Dadurch wird der Wärmeverlust vermieden und die passive Nutzung der Sonnenenergie wird deutlich verbessert. Niedrig-Energie-Häuser können auf diese Weise mehr als 50 % Heizungsenergie einsparen.

Solarstromtechnik

Oft wird die Meinung vertreten, Solarstrom für ein Haus sei wesentlich teurer, als der übliche konventionelle Strom. Es müssen aber auch die Erschließung eines Grundstückes und der Anschluss des Gebäudes an das Stromnetz als Kostenfaktor gesehen werden. Dieser wird in der allgemeinen Stromkostenbetrachtung aber häufig vergessen.

Potovoltaik kann eine echte Alternative sein, wenn ein Haus von Anfang an richtig geplant und dimensioniert wird. Auch für Umsteiger gibt es preiswerte Alternativen. Photovoltaische Solarenergienutzung (PV) bedeutet direkte Stromerzeugung aus Sonnenlicht. Dazu werden Solarzellen eingesetzt. Sie können bis zu 17 Prozent der eingestrahlten Sonnenenergie in Strom umwandeln. Werden größere Leistungen benötigt, werden viele Zellen zu einem Modul zusammengeschaltet. Photovoltaik-Anlagen sind robuste und wartungsfreie Systeme.

Verbraucher, die weit vom Stromnetz entfernt liegen (z.B. Garten-/Wochenendhäuser), können problemlos mit Strom aus einer PV-Anlage versorgt werden. Als Stromspeicher werden Blei-Batterien verwendet. Für die Versorgung von Wochenendhäusern und kleineren Schutzhütten sind Gleichstrom-Niederspannungssysteme (12 V oder 24 V) ausreichend. PV-Anlagen können aber auch über einen geeigneten Wechselrichter auch an das öffentliche Stromnetz angekoppelt werden. Ein Stromspeicher ist in diesem Fall nicht erforderlich.

Aktive thermische Sonnenenergienutzung

Zur Umwandlung von Sonnenstrahlung in Wärme werden Solarkollektoren eingesetzt. Ein schwarzer Solarabsorber im Inneren des Kollektoren fängt die Solarstrahlung auf und wandelt diese in Wärme um. Ein Wärmeträgermedium wird durch den Absorber geführt, heizt sich dabei auf und transportiert die Solarenergie dorthin, wo sie gebraucht bzw. gespeichert wird.

Die solare Brauchwassererwärmung zählt zu der weitaus häufigsten Anwendung der Sonnenenergie im privaten Bereich. Eine gute Solaranlage kann den jährlichen Energiebedarf zur Warmwasserversorgung eines Haushaltes zu rund 2/3 decken. Die verbreitetsten Systeme sind Zweikreis-Solaranlagen in Kombination mit einer Umwälzpumpe. Die bekanntesten Kollektoren sind der Flachkollektor (wärmegedämmtes Gehäuse, oben mit einer Glasscheibe abgedeckt) und der Vakuumröhren-Kollektor (Glasröhren, in denen Vakuum herrscht und die dadurch höhere Wirkungsgrade als ein Flachkollektor erreichen).

Die Kollektoren werden meistens auf dem Dach installiert. Es gibt auch Fälle, wo sie im Garten oder an Mauern aufgestellt werden. Die Kollektoren sind über Rohre mit dem Solarspeicher verbunden, der sich zumeist im Keller befindet. Eine Regelung setzt die Umwälzpumpe in Betrieb, welche die Wärme vom Kollektor zum Speicher transportiert. Es sind aber auch einfachere Systeme auf dem Markt, die sogenannten Speicherkollektoren. Hier sind Kollektor und Speicher bereits in einem Teil vereinigt. Regelung, Pumpe und Verbindungsrohre zwischen Kollektor und Speicher sind hier überflüssig. Die Auslegung (Größe) einer Solaranlage richtet sich nach dem vorhandenen Warmwasserbedarf. Für einen 4-Personen-Haushalt wird ein täglicher Warmwasserverbrauch von 200 l berechnet. Um 2/3 dieses Bedarfes solar bereitstellen zu können, werden ca. 6 m2 Flachkollektor oder 4,5 m2 Vakuumröhren-Kollektor benötigt. Das Volumen des Solarspeichers sollte etwa dem doppelten Warmwasser-Tagesbedarf entsprechen.

Die Montage von Kollektoren kann auf drei Arten erfolgen:

  • Auf-Dach: Die Montage erfolgt über den Ziegeln, das Dach bleibt unversehrt.

  • In-Dach: Die Ziegel werden hier ersetzt und eingespart, der Kollektor wird dicht in die Dachhaut integriert. Dazu werden fertige Montagesysteme geboten.

  • Frei-Aufstellung: Die Aufstellung erfolgt mit Hilfe eines Montagegestells auf dem Boden oder Flachdach. Dabei wird ein gewisser Neigungswinkel eingehalten.

Bei Flachkollektoren werden alle drei Montagearten angewendet, Vakuumröhren-Kollektoren können nur Auf-Dach montiert oder frei aufgestellt werden. Speicherkollektoren werden hingegen nur In-Dach oder frei aufgestellt.

 Preise

Die Preise können sehr unterschiedlich sein. Wir wollen hier nur Richtwerte geben:

  • Flachkollektor-Anlagen mit Speicher und Regelung sind für ca. 3.000 DM bis 4.500 Euro; inklusive Montage betragen die Anlagenkosten rund 5.000 DM bis 7.000 Euro.
  • Vakuumröhren-Kollektoren erhöhen die Anlagenkosten um etwa 1.000 DM bis 1.500 Euro.
  • Speicherkollektoren kosten inklusive Montage ca. 4.500 DM bis 7.000 Euro.

Dabei sind große thermische Solaranlagen, bezogen auf den Quadratmeter Kollektorfläche, deutlich preiswerter als kleine Systeme für Ein- und Zweifamilienhäuser.

Bei der Neuinstallation einer Heizungsanlage in bestehenden Häusern sollte die thermische Solaranlage gleichzeitig mit eingebaut werden.

Solare Unterstützung der Raumheizung

Mit größeren Kollektorflächen und zusätzlichem Heizungspufferspeicher kann die Sonnenenergie zur Unterstützung der Raumheizung verwendet werden. Dies ist vor allem dann ratsam, wenn bereits ein solcher Pufferspeicher durch ein anderes Heizsystem (z.B. Holzheizung) vorhanden ist.

Schwimmbadheizung

Bei der Schwimmbadheizung gibt es eine Übereinstimmung vom Angebot an Sonnenenergie und Wärmebedarf. Als Kollektor werden hierzu meist unverglaste Kunststoff-Absorber verwendet. Dies sind preisgünstige, wirtschaftliche und technisch einfache Anlagen. Freibäder können je nach Gebiet nahezu während der ganzen Badesaison solar beheizt werden. Eine kostenaufwendige konventionelle Zusatzheizung mit Öl oder Gas kann dadurch häufig vermieden werden.


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