
Treppen
Da die Treppe ein fester
Baukörper ist, der zum Haus gehört, muss man sich an bestimmte Regeln
und Vorschriften halten, wenn man ein Leben lang Freude an der Treppe
haben will. Wichtig ist dabei vor alle die maßgerechte Größe des
Treppenlochs in den Decken. Es muss auch darauf geachtet werden,
dass die An- und Austrittsstufen den sonstigen Stufen gleichen,
denn sonst kommen Sie beim Begehen immer wieder ins stolpern.
Das
Treppenloch
Vielfach geraten die
sogenannten Deckenaussparungen zu klein, so dass eine sehr enge
oder steile Treppe gebaut werden muss. Aber auch das Gegenteil kommt
vor, dass sie nämlich zu groß ausgefallen sind. Ein Grund mehr,
sich bereits während der Planungsphase eingehend Gedanken darüber
zu machen, auf welchen Stufen, ob gerade, gewendelt oder gar bogenförmig,
man künftig auf und ab schreiten möchte.
Die
Rohbautreppe
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Was manche unter
einer Bautreppe verstehen, ist alles andere als ein sicherer
Zugang im Rohbau. Schräg angelegte Bretter mit Querlatten
sind sicher nicht ausreichend; und Leitern schon gar nicht.
Eine "sichere" Bautreppe muss nicht unbedingt der
normalen, endgültigen Wohnhaustreppe entsprechen; sie kann
ruhig ein höheres Steigungsverhältnis aufweisen.
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Wichtig ist aber, dass
richtige Stufen stabil befestigt sind. Wichtig ist auch, dass ein
solides Geländer als Schutz vor allen Absturzstellen entlang der
Treppe und Brüstung vorgesehen ist.
Die
verschiedenen Treppenformen
Treppenformen und Grundrisse
haben schon die Baumeister früherer Jahrhunderte zu vielfältigen
und eigenwilligen Gestaltungsformen angeregt. Unterschieden werden:
Gerade
Treppen
Bei geraden Treppen sollten Sie überlegen, ob Sie sich für leicht
schräg angesetzte Antrittsstufen entscheiden, da diese den Zugang
zur Treppe vereinfachen. Der Mensch geht üblicherweise nicht rechtwinklig.
Offenes Wohnen ist heute angesagt, halbgeschossig
versetzte Wohnebenen, großzügige Flächeneinteilung, eben mehr als
"nur 4 Wände". Zu den wohl am häufigsten verwendeten
Formen bei solchen Bauweisen gehören die gradläufigen (gegenläufigen)
Podesttreppen. Sie unterstreichen den "freien Wohnstil"
und sind wie ein Möbelstück, das zur gesamten Atmosphäre beiträgt.
Podesttreppen
Die Podesttreppe hat viele Vorzüge für individuelle Pläne. Sie unterstreicht
die Freizügigkeit und vergrößert Räume optisch. Sie kann Raumteiler
oder Raumverbinder sein - oder beides zugleich. Um die Harmonie
in sich zu bewahren, sollten die Treppenläufe von vornherein in
gleicher Länge bzw. mit gleicher Steigungszahl geplant werden. Bei
rechtwinklig abgewinkelten Podesttreppen sollte darauf geachtet
werden, dass das Zwischenpodest nicht quadratisch, sondern rechteckig
oder abgewinkelt ausgeführt wird. Nur so erreicht man einen harmonischen
Geländerverlauf, denn sonst entstehen unterschiedliche Geländerhöhen
oder der Handlauf verspringt im Knickbereich um eine Steigungshöhe.
Gewendelte
Treppe
Mit einer gewendelten Treppe lässt sich viel Platz sparen. Daher
verlaufen auch 80 % aller Treppen in Ein- und Zweifamilienhäusern
viertel- oder halbgewendelt. Bei guter Planung sind sie ein durchaus
repräsentatives Möbelstück im Raum und tragen hervorragend zur gesamten
Gestaltung bei. Aber, es gibt auch oft schlechte Beispiele in Einfamilienhäusern.
Die viertelgewendelte Treppe ist wegen ihrer meist breiten Grundrissart
optisch wirkungsvoll. Die Wendelung sollte möglichst im Antrittsbereich
sein, weil sie dadurch nicht nur optisch besser zur Geltung kommt,
sondern auch besser zu begehen ist. Bei halbgewendelten und zweiviertelgewendelten
Treppen sollte darauf geachtet werden, dass eine Verarbeitung mit
quadratischem oder rechteckigem Treppenauge vorteilhaft ist. Unter
dem Treppenauge versteht der Fachmann den durch den Treppenverlauf
gebildeten Schacht.
Spindeltreppe
Auch die Spindeltreppe ist eine sehr interessante und attraktive
Treppenbauart. Richtig plaziert kommt sie wirkungsvoll zur Geltung.
Dies besonderes in großen Wohnräumen oder Dielen, um eine zweite
Wohnebene zu schaffen. Die weit verbreitete Meinung, mit Spindeltreppen
könne man Platz sparen, ist nicht immer gerechtfertigt. Zu viele
Komponenten beeinflussen den Platzbedarf, vom Höhenunterschied bis
zum Material. Und was den "Spareffekt" angeht, beginnt
dieser tatsächlich erst bei 3 m Raumhöhe und mehr. Zu beachten
ist, dass der Transport von sperrigen Gütern über Spindeltreppen
problematisch ist.
Treppenmaterial
Treppen können aus
verschiedenen Materialien hergestellt werden:
Holztreppen
Noch vor wenigen Jahrzehnten war der Holztreppenbau eine Domäne
von Spezialisten. Heute gibt es Vertreter und Händler, die industriell
gefertigte Treppen anbieten. Durch diese breite Angebotspalette
entstehen automatisch auch Unterschiede in der Verarbeitung und
im Material. So unterschiedlich
wie die Ausstattung ist auch der Preis. Das heißt aber nicht, dass
eine preiswerte Holztreppe automatisch schlecht sein muss und umgekehrt,
dass eine teure Treppe immer gut ist. Für den Laien wurde der Markt
nur "unübersichtlicher". Sie sollten daher sorgfältig
zwischen den Produktangeboten und vor allem zwischen den Referenzen
vergleichen.
Stahltreppen
Stahl ist ein sehr vielseitig einsetzbarer und leicht zu verarbeitender
Baustoff. Die Treppenformen reichen daher von der einfachsten Harfentreppe
über Fertigelemente bis hin zu Mittelholmtreppen. Meist werden Stahltreppen
in Kombination mit Holzstufen angeboten. Durch die leichte und rasche
Verarbeitbarkeit findet man viele preiswerte Konstruktionen. Damit
die Treppe nach den Ausbauarbeiten auch wirklich gut begehbar ist,
sollte vorher schon darauf geachtet werden, dass die erste und letzte
Stufe "richtig" montiert und geplant wurde. Zur ausreichenden
Schalldämmung sollten die Stahlteile und die einzelnen Stufen in
bzw. auf Gummi gelagert werden.
Steintreppen
Im Bereich des Treppenbaues finden wir Natur- und Kunststeine vor
allem im Außenbereich. Natürlich können diese Materialien aber auch
als Stufenbelag für Treppen im Innenbereich dienen. Natursteine
haben so unterschiedliche Eigenschaften wie kaum ein anderes Material.
Deshalb ist auch dafür eine fachmännische Beratung notwendig. Fragen
sie Ihren Steinmetz, welcher Stein frostbeständig ist und eine geringe
Wasseraufnahmefähigkeit besitzt, wie ein Stein nach einigen Jahren
aussieht, welches Material sich für eine Treppenkonstruktion eignet
oder welche Oberflächenbearbeitungen angebracht sind.
Betonierte
Treppen
Eine weitere Variation kann auch die bleibende Betontreppe sein.
Eine Betontreppe ist eine solide Konstruktion, die vor allem dort
eingesetzt wird, wo eine geschlossene Wirkung oder eine bestimmte
Brandbeständigkeit erreicht werden soll. Achten Sie bei einer betonierten
Treppe, die erst später belegt wird darauf, dass im Antrittsbereich
die erste Stufe höher und im Austrittsbereich die letzte Stufe entsprechend
tiefer gelegt wird, weil Isolierung und Estrich und eventuell eine
Fußbodenheizung mit eingerechnet werden müssen. Sonst stimmt die
Stufenhöhe nicht mehr. Speziell bei gewendelten Betontreppen ist
sorgfältige und millimetergenaue Arbeit geboten. Versäumnisse bei
der Konstruktion kann auch der geschickteste Bodenbelag- Verleger
oder Stufenhersteller nicht mehr ausmerzen.

Die
wichtigsten Treppenmaße
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Nutzbare Treppen
mindestens 80 cm breit
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Durchgangshöhe
mindestens 200 cm
-
Geländerhöhe mindestens
90 cm
-
Geländersprossenabstand
höchstens 12 cm
Eine bequem begehbare
Wohnungstreppe sollte mindestens diese Mittelmaße haben:
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Steigung (= Stufenhöhe)
18 cm
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Auftritt (= Stufentiefe)
27 cm (weitere gängige Maße sind 17/29,9/25)
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Die Schrittmaßregel
sieht wie folgt aus:
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Steigung + Auftritt
= 59-65 cm
Die ideale Schrittmaßlänge
beträgt 62 cm, als gut begehbar werden die Schrittmaßlängen
61 und 62 cm eingestuft, als befriedigend die Maße 60 und 64 cm
und als gerade noch zulässig die Maße 59 - 65 cm.
Warum ist das so? Die
Sache ist ganz einfach: Wenn der Mensch spazieren geht hat er eine
durchschnittliche Schrittlänge von 63 cm. Sie wird bei Steigungen
etwa um das Doppelte der Steigungshöhe kürzer. Steigt man also zum
Beispiel 10 cm hoch, beträgt die horizontale Schrittlänge nur
noch 43 cm, bei 18 cm Steigung nur noch 27 cm.
Somit ergibt sich schon
ein empfehlenswertes Steigungsverhältnis von "18/27 cm"
für eine gradläufige Treppe.
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