
Die Wände
Wandkonstruktionen
sind meist Massivbauten aus rotem Ziegel mit einer Stärke von 38
cm. Es gibt aber auch andere Wandbauteile wie Porenbeton und die
Holzbauweise, die wir in einem eigenen Kapitel beschrieben haben.
Außenwände
Die Anforderungen an
die Wände ergeben sich aus deren Lage im Grundriss. Man unterscheidet
zwischen Innen- und Außenwänden, aber auch zwischen tragenden und
nicht tragenden Wänden. Alle tragenden Wände (ob innen oder außen)
müssen fundiert sein. Mehrschalige Konstruktionen bei Außenwänden
kommen meist nur bei der Sanierung vor. Hier wird eine bestehende
Wand durch die Anbringung weiterer Schichten verbessert.
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Bei Außenwänden
von Einfamilienhäusern ist die einschalige Bauweise dagegen
weit verbreitet. Mit einer Stärke von 38 bis 50 cm lassen
sich auch nordseitige Wände auf diese Weise ausführen. Falls
eine Dämmung angebracht wird, ist es günstiger, diese außen
auf der kalten Seite anzubringen. Bei der Außenmauer werden
die Ziegel in übereinander versetzten Reihen verlegt. Die
waagrechten Lagerfugen sollten mindestens 12 mm dick sein.
Außenwände und tragende Innenwände müssen verzahnt sein, um
Risse zu vermeiden.
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Innenwände
Außenwände sollten
in erster Linie aus gut wärmedämmendem und dampfdurchlässigem Material
gebaut werden. Innenwände dagegen sollen Wärme speichern.
Tragende Innenwände
können deshalb sowohl wegen der Wärmespeicherung, als auch aus bauphysikalischen
Gründen massiv ausgeführt werden.
Nichttragende Innenwände
dienen in erster Linie der Raumeinteilung. Dennoch sollte hier vor
allem auch auf den Schallschutz geachtet werden. Hier sind Gipskartonplatten
eine gute Möglichkeit, da sie auch problemlos selbst eingebaut werden
können. Sie werden am Boden und an der Decke mit Holzrahmen oder
Bleckprofilen befestigt. Auch mit Gasbetonsteinen sind Zwischenwände
leicht auch selbst aufzuziehen.
Ziegel
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Meistens sind
herkömmliche Wände aus Ziegel. Zu berücksichtigen ist dabei,
dass der Preis für die Ziegel relativ günstig ist. Für ein
Haus mit 110 qm Wohnfläche kosten die Mauerziegel kaum mehr
als 10.000 Euro. Im Ziegelangebot gibt es Rohdichten von 1800
bis 700 kg pro Kubikmeter. Für Außenwände sind Leichtziegel
mit einem Gewicht von 800 kg pro Kubikmeter und einem k-Wert
um die 0,40 Watt pro Quadratmeter und Kelvin üblich, sie sind
aber für die Schalldämmung ungenügend.
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Die Ziegel werden porös
gemacht, indem der Lehm mit Sägespänen oder Polystyrolkugeln gemischt
werden. Diese vergasen beim Brennen. Die dadurch entstandenen Hohlräume
verbessern die Dämmeigenschaften.
Gebrannte
Mauerziegel
Normale Ziegelsteine
bestehen aus Lehm oder Ton mit Zusätzen von Sand und bestimmten
chemischen Stoffen. Das aufbereitete Rohmaterial wird mit der Strangpresse
zu einem stark verdichteten Strang geformt, von dem eine Abschneidevorrichtung
ziegelgroße Stücke (Formlinge) abtrennt. Sie werden nach dem Trocknungsprozess
im Ringofen gebrannt, bis das Rohmaterial zu einem festen und porigen
"Scherben" wird. Brennen bei höherer Temperatur lässt
die Tonteilchen schmelzen (Sinterung) und erzeugt die dichteren,
frostunempfindlichen Klinker. Außer den üblichen Vollziegeln gibt
es Lochziegel (Lang- und Hochlochziegel, Gitter- und Wabenziegel
usw.) mit unterschiedlich hohem Lochanteil in den Vorzugsgrößen
und in verschiedenen Spezialformaten. Vormauerziegel sind frostbeständige
Voll- oder Hochlochziegel, die vor allem für Verblendmauerwerke
verwendet werden. Normale Ziegel können bei Durchfeuchtung durch
Frost zerstört werden. Deshalb werden die Normalziegelaußenfronten
stets verputzt.
Leichtbetonstein
Leichtbetonsteine werden
aus Kalk oder Zement und porigen Zuschlagstoffen (Natur- oder Hüttenbims,
Hochofenschlacke, Ziegelsplitt, Tuff oder Lavaschlacke) hergestellt.
Die zerkleinerten Zuschlagstoffe werden mit Wasser und einem Bindemittel
gemischt, zu Steinen gepresst und bis zum Abbinden und Aushärten
gelagert. Gewicht und Dichte der Steine sind je nach Rohmaterial
unterschiedlich.
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Gasbetonstein
Gasbetonsteine
werden aus Kalk oder Zement als Bindemittel und Sand, Steinkohlefilterasche
oder Hochofenschlacke als Füllmaterial gefertigt. Der Mischung
wird ein Triebmittel zugesetzt, das ähnlich wie Backpulver
wirkt und für ein feinporig aufgelockertes Material sorgt.
Die Masse wird zum Andicken und Auftreiben in Formwagen gegossen,
mit Hilfe von Spezialsägen zu Blöcken und Platten geschnitten
und in 40 m langen Härtekesseln unter gespanntem Dampf
gehärtet.
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Dampfgehärtete Gasbetonsteine
(z. B. Ytong) kommen sowohl für tragendes Mauerwerk als auch für
Zwischenwände und Ausfachungen in Betracht. Sie werden stets als
Vollsteine hergestellt. Ytong-Blöcke und -Platten sind z. B. in
der Normalausführung einheitlich 490 mm lang und 240 mm
hoch. Für den an Eigenleistung Interessierten eignen sich besonders
die Planblöcke und -platten. Ihre Oberflächen sind so präzise abgeschnitten,
dass mit einer 1–2 mm dicken Mörtelschicht auszukommen ist.
Lecablock-Produkte
Es handelt sich um
Blähtonziegel. Beton wird als Bindemittel verwendet, um den leichten
Blähton zu festigen. Die Härte von Beton, die Zahl der Hohlräume
und die Luftkammern sind so studiert, damit die Mauer gute mechanische
Eigenschaften aufweist, gleichzeitig aber einen optimalen Wärme-
und Schallschutz bietet und damit auch zum Umweltschutz beiträgt.
Leca ist der erste Blähton, der in Italien hergestellt wird. Bei
Blähton wird spezielle Tonerde in rotierenden Öfen bei einer Temperatur
von bis zu 1200 Grad gebrannt. Damit ist dieser gegen Feuer resistent
und frei von allen organischen Substanzen. Lecablock wird in verschiedenen
Qualitäten hergestellt, um besondere Eigenschaften zu betonen und
auszunützen. Diese Ziegel eigenen sich für ein optimales Raumklima,
sind gegen Feuer resistent, besonders schallisolierend oder besonders
für Erdbebengegenden konzipiert. Leca-Produkte sind aber auch für
viele andere Bereiche einsetzbar. So kommen spezielle Produkte bei
Schallschutzbarrieren zum Einsatz. Auch bei besonderen Anforderungen
an den Schallschutz im Inneren sind solche Produkte einsetzbar.
Blähton
Blähton kommt auch
außerhalb der Ziegelproduktion sehr häufig zum Einsatz. Wer kennt
nicht die kleinen braunen Kügelchen. Für den Unterboden und viele
andere Bereiche wird dieser natürliche Baustoff verwendet. Bei den
Unterböden werden vor allem die wärme- und schalldämmenden Eigenschaft
dieses Produktes geschätzt. Nicht zuletzt greift man auch bei Hydrokulturen
von Pflanzen auf diesen Stoff zurück.
Blähton hat viele hervorragende
Eigenschaften:
- Wärmdämmend
- Schalldämmend
- Feuerresistent
- Druckresistent
- Leicht zu verarbeiten
- Verändert sich nicht im Laufe der
Zeit
- Natürlich und ökologisch
Kalksandstein
Der Grundstoff aus
gemahlenem Branntkalk, Quarzsand o.ä. wird unter Wasserzugabe in
Pressanlagen nach Art und Format gepresst und in großen Härtekesseln
zu hoher Steinfestigkeit gehärtet. Die durch einen chemischen Prozess
gehärteten Steine sind maß- und formgerecht. Kalksandsteine (KS)
unterscheiden sich nach Form und Eigenschaften. Die besonderen Merkmale
sind Druckfestigkeit, Wärmespeicherfähigkeit, guter Brandschutz
und Schalldämmung. Die Kalksandstein-Industrie vertreibt u. a.
mehrschichtige Außenwandkonstruktionen - verputzt oder als Sichtmauerwerk
- die sich durch besonders guten Wärmeschutz auszeichnen sollen.
Durch die Kombination von schwerem KS- Material und leichten Wärmedämmstoffen
können hervorragende bauphysikalische Ergebnisse erzielt werden.
Fassadenverkleidungen
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Unter dem Produktnamen
"Edil Leca" werden selbsttragende Wandverkleidungen
in Platten oder Blockform angeboten. Es handelt sich dabei
um Platten aus Konglomeratzement, der durch Vibration komprimiert
wurde. Neben glatten, rauen und mit Verzierungen versehenen
Platten ist nun ein neues Produkt auf den Markt gekommen,
das Granit täuschend ähnlich sieht. Diese Fliesen und Platten
sind sehr haltbar. Auch die Echtheit der Farbe hält im Laufe
der Jahre an.
Die Platten werden
mit Halterungen direkt auf den Beton aufgebracht. Dadurch
werden mehrere Arbeitsgänge eingespart.
Spezielle Elemente werden auch
für Mauern, Balkone, Schornsteine und andere Mauerverkleidungen
angeboten.
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