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Kontrollierte Raumlüftung

Während Lüftungsanlagen früher eher kritisch betrachtet wurden, sieht man sie heute als Gewinn an Komfort. Laut Studien verbessert sich die Luftqualität in Häusern mit Lüftungsanlagen und für Allergiker hat eine Anlage den großen Vorteil, dass dank eines Filters die Raumluft frei von Pollen bleibt.



Lange Zeit war man der Meinung, ein perfekt abgedichtetes Gebäude sei optimal für Energieeinsparung und Lebensqualität. Heute weiß man, dass eine dichte Gebäudehülle keinerlei Luftaustausch zulässt und somit auch keine Feuchtigkeit abtransportiert werden kann. Die Folge können Feuchteschäden und Schimmelpilze sein. Und einfach „Fenster auf“ bedeutet während der Heizperiode die Verschwendung der Heizenergie. Anlagen zur kontrollierten Wohnungslüftung können Abhilfe schaffen.

Moderne Systeme sorgen nicht nur für gezielte Lufterneuerung, sondern können auch mit der Frischluft Wärme verteilten. In Verbindung mit einem Lamellen-Konvektor werden Räume homogen beheizt – ob in Bodennähe oder an der Zimmerdecke, die Temperatur verändert sich nicht! Auch Kombinationen mit Solarenergie und Erdwärme sind möglich.

Die Be- und Entlüftungsanlage

Wenn im Haus die Luft ’steht’, fühlen wir uns schlapp und antriebslos. Kein Wunder: Der menschliche Organismus ist bekanntlich auf Sauerstoff angewiesen, also auf frische und saubere Luft. Bei geschlossenen Fenstern sammelt sich viel CO² an. Dazu kommen Ausdünstungen aus Teppichen und Möbeln. Zudem schwirren, mit dem Auge nicht wahrnehmbare, aber krankmachende Milben und Schimmelsporen umher.
Für eine solche Anlage wird ein 20 bis 25 Meter langes Kunststoffrohr rund 1,5 bis 2 Meter tief im Boden verlegt. In dieser Tiefe ist die Luft auch bei Minusgraden im Winter noch wärmer, als im Freien und im Sommer ist sie angenehm kühl. Wenn dies nicht möglich ist bzw. als Alternative sollte eine Zuluftansaugung direkt durch die Außenluft oder über das Dach vorgesehen werden. Die Luft wird über ein Kunststoffrohr im Boden oder über die Außenmauer oder das Dach angesaugt. Maschinelles Herzstück ist jedoch ein Zentralgerät. Dieses saugt die verbrauchte Luft ab, über einen Wärmetauscher wird dieser die Wärme entzogen und an die Frischluft abgegeben, die dann in den Raum gelangt. Die Betriebsregelung kann händisch oder über eine CO2- oder feuchtigkeitsbezogene Automatik gesteuert werden. Dieses Zentralgerät kann im Keller, im Dachboden oder in einem anderen Raum aufgestellt werden, wo es nicht stört. Es hat im Regelfall die Größe einer Waschmaschine. Der Stromverbrauch eines guten Gerätes liegt bei 100 Watt, was der Leistung einer etwas stärkeren Glühbirne entspricht. Der Preis einer solchen Anlage ist stark vom Wirkungsgrad abhängig, der zwischen 50 und 90 Prozent liegen kann. Der Preis variiert zwischen 2500 und 6000 Euro.

Der Tipp

Der Markt bietet heute verschiedenste Systeme zur kontrollierten Wohraumlüftung an, welche sich grob in zwei Kategorien einteilen lassen.

  • Zentralisierte Wohnraumlüftungsysteme mit Wärmerückgewinnung und die
  • Dezentrale Wohraumlüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung.

Dezentrale Wohraumlüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung

Als autonome Lüftungseinheiten, installiert in der Aussenwand des jeweiligen Raumes. Die Wandeinbaugeräte benötigen keine Rohrleitungen. Damit entfallen aufwendige Planungen im Vorfeld, bauliche Einschränkungen durch die Ausführung der Lüftung und alle hygienischen Bedenklichkeiten aufgrund der Verunreinigung.
Die nicht vorhandenene „Kommunikation“ der Räume untereinander durch ein Rohrsystem, erlaubt klar definierte Temperaturen im Einzelraum, Gerüche bleiben dort wo sie entstehen und werden vor Ort „entsorgt“. Dezentrale Lüftungseinheiten sind zudem problemlos zum nachträglichen Einbau geeignet. Der individuelle, der Raumnutzung angepasste Betrieb der Geräte sorgt für weitere Energeiersparnis. Die Geräte verfügen je nach Modellwahl über einfachen Ab-Zuluftbetrieb können aber auch Temperatur, reltive Feuchtigkeit oder ein den Lebensgewohnheiten angepasstes Timerprogramm fahren.

Der Stromverbrauch einer solchen Einheit liegt im Dauerbetrieb bei ca. 3 Watt, was ca. der Leistungsaufnahme eines Standbylämpchens eines Fernsehgerätes entspricht, und geht bis ca. 35 Watt im kurzfristigen Maximalbetrieb. Der Preis einer Einheit reicht je nach Funktionsumfang und Einbausituation (Aufputz / Unterputz) von 900 bis 1500 Euro. Die Anzahl der Geräte richtet sich nach Kundenwunsch und technischen Anforderungen, in der Regel werden je ein Gerät in den am häufigsten genutzten Räumlichkeiten wie Wohnzimmer und Schlafzimmer vorgesehen.

Vorteile einer Lüftungsanlage

  • Es herrschen immer hygienische Luftverhältnisse im Haus weil Schadstoffe, Feuchtigkeit und CO2 (Kohlendioxid) abtransportiert werden.
  • Die Zuluft ist in allen Räumen sauberer, weil eventueller Straßenstaub aber auch Pollen (Allergiker) vom Filter zurückgehalten wird.
  • Weniger Lärmbelästigung da trotz geschlossener Fenster gelüftet werden kann. (erholsame Nachtruhe)
  • Weniger Energieverbrauch denn über den Wärmetauscher kann die in der Abluft enthaltene Wärme an die Zuluft abgegeben werden.
  • Im Sommer kann mit der Zuluft etwas gekühlt werden, keine Belästigung durch Insekten, Reduzierung von Geruchsbelästigung, keine Zugluft beim Lüften.