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Wärme und Behaglichkeit – das Maß der Empfindung

Das Bedürfnis nach Wärme gründet auf ein natürliches Bedürfnis des Menschen nach Geborgenheit und Behaglichkeit. Unabhängig von der gemessenen Raumtemperatur hat jeder Mensch ein individuelles Wärmeempfinden. Dabei kann beobachtet werden, dass die Wärme von Flächenheizsystemen von den meisten Menschen als angenehmer empfunden wird als etwa die von Konvektionsheizungen(z.B. Heizkörper). Bei einer Konvektionsheizung ist die Raumlufttemperatur höher als die Temperatur der Umschließungsflächen, bei einer Flächenheizung hingegen ist sie niedriger. Der menschliche Organismus empfindet diese niedrigere Raumlufttemperatur als gleichmäßig und wohltuend. Ein weiterer Vorteil von Flächenheizsystemen ist, dass an den erwärmten Wänden und Böden keine Schimmelbildung erfolgt.

Die subjektiv empfundene ideale Behaglichkeitstemperatur eines Raumes definiert sich aus dem Mittelwert der Oberflächentemperaturen aller raumumschließenden Flächen (Wände, Decken, Boden) und der Raumlufttemperatur.
Die subjektiv empfundene ideale Behaglichkeitstemperatur eines Raumes definiert sich aus dem Mittelwert der Oberflächentemperaturen aller raumumschließenden Flächen (Wände, Decken, Boden) und der Raumlufttemperatur.

Flächenheizungen sind Niedrigtemperatursysteme

Flächenheizungen erwärmen die Raumluft großteils über Strahlungswärme und benötigen im Durchschnitt sehr geringe Heizwassertemperaturen. Zu dieser Gruppe der Niedertemperatursysteme gehören Decken-, Wand- und Fußbodenheizungen.

Deckenheizungen werden vermehrt bei großen (Nutz-)Gebäuden wie Schulen, Büros, Werkshallen usw. eingesetzt, wo sie als Bauteiltemperiersysteme sowohl heizen als auch kühlen. Fußbodenheizungen sind bereits ein verbreitetes und bewährtes System im Privatbau. Für Wandheizungen wurden in den letzten Jahren effiziente Systeme entwickelt, welche sich immer breiterer Beliebtheit erfreuen. Man kann generell sagen: Je größer die Heizfläche ist, desto niedriger kann die Heizwassertemperatur sein. Häufig sind daher Kombinationen der verschiedenen Systeme sinnvoll.

Die Wandheizung

Wandheizungen bieten eine Reihe von Vorteilen gegenüber traditionellen Systemen.

Die Wandheizung ist ein gut funktionierendes Niedertemperatursystem und bietet einen sehr hohen Anteil an Strahlungswärme. Bei herkömmlichen Heizkörpersystemen wird der Umgebung durch die kalten Wandoberflächen Wärme entzogen, dies verursacht eine unbehagliche Wahrnehmung und an den kalten Wänden tritt leicht Schimmelbildung auf. Die Wandheizung hingegen „strahlt“ Wärme an den Raum aus, was vom menschlichen Organismus als sehr angenehm empfunden wird. Im Bereich der Wandheizung liegen die Oberflächentemperaturen bei knapp 30°C. Bei der guten Wärmedämmung des heutigen Baustandards bedarf es nur noch kleiner Wandflächen, um eine optimale Ausnutzung dieses Systems zu erzielen. Die entsprechenden Flächen können durch eine frühzeitige Planung optimal berechnet und ausgewählt werden.

Wandheizungen eignen sich für Nass- und Trockensysteme.

Wandheizungen sind eigentlich senkrecht angelegte Fußbodenheizungen. Der Markt bietet inzwischen bereits ausgereifte effiziente Lösungen. Die Heizrohre werden anstatt am Boden an den Wänden verlegt.

Bei Massivhäusern aus z.B. Ziegel oder Porenbeton, eignet sich das Nasssystem z.B. mit Gips-, Kalk-Gips- oder Lehmputz. Dazu werden vorgefertigte Register aus Kunststoffrohren mit einem Rohrverlegeabstand von 5 cm eingesetzt. Vorteilhaft sind Kapillarrohrmatten oder besonders dünne Rohre (6-8mm): Die Putzstärke beträgt dann nur ca. 15-20mm. Die Überdeckung der Rohre sollte zwischen 5 mm und 10 mm liegen. Zur Vermeidung von Rissbildung wird bei Nasssystemen in das obere Drittel des Putzes meist eine Putzbewehrung (Jutegewebe, Glasseidengewebe oder Glasfasergitter) eingearbeitet. Der dünne Putz garantiert eine flinke Heizwärmeregelung.

Bei Holzhäusern sowie bei Sanierungsmaßnahmen und Dachgeschossausbauten kommen häufig Trockensysteme zum Einsatz. Der Fachmarkt bietet industriell vorgefräste hochwertige Gipsfaserplatten, in welche die erforderlichen Heizleitungen eingelegt werden. Je dünner die Rohrleitungen sind, umso dünner können auch die Gipsfaserplatten sein. Dadurch werden die Baukosten reduziert und ein gesundes Raumklima begünstigt.

Doppelfunktion: Ideal auch zur Kühlung!

Wandheizungen lassen sich im Sommer auch zur Kühlung einsetzen. Versuche bei Leichtbauarten belegten sehr gute raumklimatische Verhältnisse.