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Bodenaufbau

Der Bodenaufbau – Der Estrich

Estriche sind seit mehreren tausend Jahren bekannt. Auf Kreta sind Gipsestriche schon 1400 v Chr. verlegt worden.

Heute sind die Anforderungen an Estriche um einiges höher als noch vor einigen Jahren. Estrich ist ein Bauteil, das auf einem tragenden Untergrund oder auf einer zwischenliegenden Trenn- oder Dämmschicht aufgetragen wird. Er ist unmittelbar als Boden nutzungsfähig oder kann mit einem Belag versehen werden. Estriche sind für eine hohe Wohnqualität sehr wichtig. Bei entsprechendem Bodenaufbau reduzieren sie den Trittschall und verbessern die Wärmedämmung. Werden Estriche mit einer Fußbodenheizung ausgestattet, so sorgen sie für eine gleichmäßige Temperaturverteilung mit von unten aufsteigender Wärme. Deshalb ist es ganz besonders wichtig, gerade dem Estrich, seiner Qualität und seiner Herstellungs- und Verlegetechnik besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Wissen, Erfahrung, Sorgfalt und handwerkliches Können sind gefragt - aber auch zukunftsorientierte Materialien und Systeme bestimmen die spätere einwandfreie Funktion.

Die Ausgleichschüttung

Die Ausgleichsschüttungen sind entwickelt worden, um die Zwischenräume zwischen Kabeln, Heizrohrleitungen und Holzbalkenkonstruktionen auszufüllen, Unebenheiten des Untergrundes auszugleichen, das Gebäude nicht mit unnötigem Gewicht zu belasten und eine möglichst gleichmäßig dicke und nicht zu starke Estrichscheibe herzustellen. Die Ausgleichschüttung dient auch als Wärmedämmung und als Trittschalldämmung. Ausgleichsschüttungen bestehen aus Leichtmörtel, die mit Leichtzuschlägen hergestellt werden. Sie haben eine sehr geringe Rohdichte und sind den jeweiligen Anforderungen entsprechen ausreichend form- und druckstabil. Es handelt sich hier zum Beispiel um zementgebundene Polystyrol- oder Perlitschüttungen. Ausgleichsschüttungen passen sich dem jeweiligen Untergrund fugenlos an und dienen zusätzlich, je nach Anwendung und Ausführung, als Trittschall- und Wärmedämmung.

Estriche sind Bauteile, welche auf einem tragenden Untergrund oder auf einer zwischenliegenden Trenn- oder Dämmschicht hergestellt wird.

Einsatzgebiete:
Ausgleichsschüttungen werden bei Fußbodenkonstruktionen als Wärme-, Trittschalldämmung und Niveauausgleich eingesetzt. Der innovative Dämmstoff wird jedoch auch als Wärmedämmstoff für die Gefälleausbildung auf Flachdächern verwendet, ebenso werden Dachböden damit gedämmt. Auf der Decke liegende Leitungen müssen nicht ausgeschnitten werden, sie werden vom Dämmmaterial vollständig umschlossen. Eine Feuchtigkeitsabdichtung oder Dampfsperre ist vor dem Aufbringen der Dämmschicht zu verlegen, wenn mit Feuchtigkeit aus dem Untergrund gerechnet werden muss. Das ist zum Beispiel bei frischen, feuchten Decken oder bei erdberührenden Unterböden und Fundamentplatten der Fall. Ebenfalls ist es bei Fußbodenaufbauten empfehlenswert, die darunter liegenden Räume höher zu temperieren, als den Raum, in dem die Dämmung eingebaut wird.

Der Estrich

Als Estrich bezeichnet man die tragende Schicht, auf welcher der Bodenbelag verlegt wird. Er übernimmt die Verteilung der Lasten in den Räumen. Er wird in Verbundestrich, Estrich auf Trennlage, schwimmender Estrich auf Dämmlage, als Heizestrich sowie Gefälleestrich unterteilt. Für den Wohn-, Büro- und Lagerhallenbau eignen sich Fliessestriche und Trockenestriche (Zementestrich).

Der Fliessestrich:

Die Ansprüche an Bauwerke bzw. Bauteile, wie den Estrich, haben sich geändert. So gehen heute Einbauzeit, Personaleinsatz, körperlicher Aufwand, Wartezeiten für Folgegewerke oder Verlegevorteile für den Bodenbelag viel stärker in die Bewertung ein als noch vor einigen Jahren. Fliessestrich auf Calciumsulfatbasis - CA (Anhydrit) oder auf Zementbasis - CT trägt diesen geänderten Ansprüchen Rechnung und wird daher verstärkt eingesetzt.
Einsatzgebiete: Estriche werden in Innenräumen im Wohnbau einschließlich häuslicher Küchen und Bäder, in Schulen, Turnhallen, Freizeithallen, Großraumbüros, Krankenhäuser und Lagerhallen eingesetzt. Fliessestriche sind besonders für Fußbodenheizungen, als Estrich in der Altbausanierung und als Nutzestrich auf Dachböden geeignet. Fliessestriche haben aufgrund ihres dichten Gefüges höhere Biegezugsfestigkeiten als konventionelle Estriche, deshalb kann die Estrichdicke bei gleicher Verkehrslast geringer ausgeführt werden.
Vorteile:

  • Gleichbleibende Qualität durch Werksmischung.
  • Rationelle Einbringung, dadurch hohe Verlegeleistung, nur Feinnivellierung notwendig.
  • Hohe Druck- und Biegezugfestigkeit.
  • Ideal für Grossflächen, bei Fussbodenheizung und in der Altbausanierung (Dachbodenausbau).
  • Gute Wärmeleitfähigkeit und hohlraumfreie Ummantelung der Rohre bei Fussbodenheizung.
  • Geringe Fussboden-Konstruktionshöhe.
  • Baubiologische Unbedenklichkeit.
  • Schnelle Begehbarkeit (nach 24 Stunden).
  • Kein Schwinden beim Abbinden, dadurch keine Aufschüsselung und eine großflächige Verlegung ohne Dehnfugen möglich.

Der Zementestrich

Außer bei Holzdecken weist die Massivdecke eines Hauses, egal ob aus Stahlbeton oder aus Ziegeln Unebenheiten auf. Mittels Estrich wird eine glatte Oberfläche hergestellt, die sich zum Verlegen fertiger Beläge wie etwa Fliesen, Teppich- oder Holzböden eignet.

Er ist der am häufigsten anzutreffende Estrich. Zementestriche bestehen aus hochwertigen Estrichsanden, dem Bindemittel, Zement und Wasser. Sie werden erdfeucht eingebaut. Zu den Zementestrichen zählen auch die Schnellestriche.
Einsatzgebiete: Als Unterboden im Außen- sowie Innenbereich z.B. Wohnräumen, Kellern, Garagen, Werkstätten etc. Zementgebundene Tragschichten müssen auf Haushaltsfeuchtigkeit ausgetrocknet sein. Das entspricht einem Feuchtigkeitsgehalt von max. 2,5 %. Der Trocknungsverlauf ist abhängig von den Umgebungsbedingungen und den verwendeten Qualitäten.

Trittschall

Als Trittschall wird Schall bezeichnet, der durch die Bewegung von Menschen auf einem Fußboden oder durch den Betrieb von Haushaltsgeräten entsteht und im anderen daneben, darunter oder darüber liegenden Raum durch Körperschallübertragung wahrgenommen wird. Davon zu unterscheiden ist der Gehschall.
Zur Trittschalldämmung wird meist ein Fußbodenaufbau mit Estrich gewählt, ergänzt durch dämpfende Faserplatten, Schaumstoffe oder Vliese. Wo dies nicht möglich ist, wird versucht, den Weg des Schalls durch andere Arten von Masse (beispielsweise Gehwegplatten) zu stoppen und die verschiedenen Schichten im Fußboden zu entkoppeln

Baufuchs 2010