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Die richtige Wahl des Heizsystems

In den letzten Jahren hat sich in der Thermotechnik viel bewegt. Durch eine Vielzahl neuer Entwicklungen wie Niedertemperatur-, Brennwert- und moderner Hausleittechnik ist die Flut angebotener Geräte für Laien kaum noch durchschaubar.

Gas oder Öl? Wärmepumpe oder Holzheizung mit Pellets? Bei der Kaufentscheidung für die passende Heizung zählen Anschaffungspreis und Energiekosten, aber auch welche Anschlüsse, Lagerräume oder Zusatzgeräte nötig sind. Und nicht zuletzt die Umweltbelastung

Energieträger und Heizsysteme

Die wichtigsten Energieträger heute sind:

  • Heizöl,
  • Methangas (Erdgas)
  • Kohle (Braunkohle, Steinkohle)
  • Flüssiggas
  • Holz (Stückholz, Hackschnitzel, Pellets)
  • Biomasse allgemein (Biogas, Heu, Stroh, Abfall)
  • Solarenergie


Zusätzlich sind folgende Energieversorgungssysteme zu erwähnen:

  • Wärmepumpe
  • Fernheizversorgung

Energiesparen ist klar, aber wie? Gas oder Öl? Wärmepumpe oder Holzheizung mit Pellets? Bei der Wahl des geeigneten Heizsystems sollten verschiedene Gesichtspunkte berücksichtigt werden: Anschaffungspreis, Platzbedarf, Brennstoffkosten, aber auch die Lage des Hauses, die umliegenden Anschlussmöglichkeiten, vorhandene Fördermittel z.B. für später einzubauende Solaranlagen und natürlich die Umweltbelastung. Das passende Heizsystem für sein Haus zu finden, bedeutet, alle Vor- und Nachteile der verschiedenen Möglichkeiten abzuwägen. In den vergangenen Jahren ist die Gasheizung deutlich im Anstieg gegenüber der Ölheizung. Wärmepumpen und mit Holz beheizte Pelletkessel sind unter Umweltgesichtspunkten sehr interessant aber noch nicht sehr verbreitet. Folgender Vergleich zwischen den wichtigsten Heizsystemen soll Ihre Wahl etwas erleichtern.

Nicht auf dem Holzweg sind sie mit einer Holzpelettsanlage. Die kleinen Holzpresslinge bilden einen sauberen CO 2 neutralen Brennstoff

Die Preise für eine Pelletheizung sind Listenpreise. Beim Installationsaufwand gibt es je nach Anlage beachtliche Unterschiede. Kombi-Kessel kann man außer mit Pellets auch mit Stückholz oder Holzhackschnitzel befeuern. In diesem Fall sollten sie aber unbedingt die Einstellungen überprüfen lassen. Mit Stückholz ist zudem oft nur ein Notbetrieb möglich.

Den Aschebehälter muss man regelmäßig leeren. Natürlich ist es dabei bequemer, wenn dies nicht allzu oft ist. Da die Aschemenge auch von der Leistung abhängt, kann man das Volumen des Behälters ins Verhältnis zur Nennwärmeleistung setzen. Die Aschelade sollte mindestens einen Liter pro kW aufnehmen. In diesem Fall reicht es an kalten Wintertagen die Lade einmal die Woche auszuleeren. Besser sind Modelle mit Aschekomprimierung, es gibt aber auch Anzeigen, die meldet, wenn der Behälter voll ist.

Energiesparen lohnt sich allemal - es schont die Umwelt und den Geldbeutel.

Eine solche Anlage braucht auch einen bestimmten Wartungs- und Reinigungsaufwand. Aus diesem Grund gibt es auch verschieden komfortabel ausgestattete Anlagen. Bestimmte Maßnahmen muss man auf jeden Fall in mehr oder weniger kurzen Intervallen durchführen. So sind saubere Wärmetauscher einfach effektiver. Bei der mechanischen Reinigung muss man von außen einen Hebel betätigen. Da sind Anlagen mit automatischen Komponenten durchaus bequemer und auch sicherer. Man sollte zudem die gesamte Heizanlage inklusive Fördereinrichtungen einmal jährlich reinigen. Außerdem sollte man die Kesseleinstellung und die Brennstoffförderung regelmäßig überprüfen lassen. Der Installateur kann so eventuelle Störfaktoren rechtzeitig erkennen und beheben.

Gasheizsysteme

Die Wahl eines falschen Heizsystems heißt langfristig bares Geld verbrennen.

Gasheizungen laufen etwas leiser als Ölhei¬zungen und können daher zum Beispiel in Nebenräumen aufgestellt werden. Der Rohstoff Erdgas ist jedoch deutlich teurer als Heizöl, was ständige Meldungen über Preissteigerungen bestätigen.

Standardgeräte mit Gas-Niedrigtemperaturkessel benötigen einen Kamin, der pro Geschoss etwa einen Viertel Quadratmeter Fläche beansprucht. Dabei ist mit Kosten zwischen 100 bis 200 Euro pro Meter Kaminlänge zu rechnen. In der Energieausnutzung steht dieses System besser da als Öl-Niedertemperaturkessel.

Kleine wandhängende Gasheizgeräte produzieren im Durchlaufprinzip Warmwasser. Diese Variante der Gasheizung ist aber wegen der langen Wartezeiten vor allem dort zu empfehlen, wo zwischen Kessel und Zapfstelle nur ein kurzer Leitungsweg zu durchlaufen ist. Auch sie benötigen einen Schornstein.

Gas-Brennwertgeräte bringen in der Anschaffung einen Mehraufwand von 500 bis 1000 Euro gegenüber Gas-Niedertemperaturkesseln mit sich, produzieren aber acht bis zehn Prozent mehr Wärme aus der gleichen Menge Erdgas und sind daher stark im Anstieg begriffen.


Pelletskessel mit Holzbelieferung

Pellets sind kleine gepresste Röllchen aus Holzspäne und Sägemehl. Über ein Fördersystem werden sie automatisch in den Kessel transportiert. Pelletsheizsysteme weisen eine sehr gute Umweltbilanz auf, denn der Anteil an erneuerbaren Energieträgern ist sehr hoch. Dadurch verringert sich die Abgabe von Treibhausgasen gegenüber anderen Heizkesseln um rund 70 Prozent. Bei den Luftschadstoffen sind Pelletkessel bei der Abgabe von Schwefeldioxid besser als Ölkessel und Wärmepumpe, aber schlechter als Gas. Bei der Abgabe von Stickoxiden, Staub und Kohlenmonoxid stehen sie bisher an letzter Stelle, was angesichts des deutlichen Vorsprungs bei den Treibhausgasen aber ausgeglichen wird. Da 80 Prozent der für das Trocknen und Pressen eingesetzten Energie aus nachwachsenden Rohstoffen stammt, kommen Pellets in Bezug auf den Energieaufwand aus fossilen Brennstoffen an erste Stelle.

Die Anschaffungskosten sind momentan noch fast doppelt so hoch wie bei einer Gasheizung. Zudem muss genügend Platz für die Anlage vorhanden sein. Vorteilhaft ist aber, dass hier heimische nachwachsende Energieträger eingesetzt werden können.

Aufgrund steigender Preise für Gas und Erdöl suchen immer mehr Haus- und Wohnungsbesitzer nach einem alternativen Heizsystem ohne fossile Energie. Eine Alternative dazu könnte ein Holzpelletkessel sein, er verspricht gleichen Komfort. Gerade in Südtirol, wo noch viel Wald die Lieferung von Holz als Rohstoff garantiert, sind solche Heizsysteme sehr beliebt. Als Brennstoff dienen kleine Holzpresslinge, mit denen der Brenner mühelos automatisch versorgt wird.

Holzpellets

Holzpellets sind ein zu stäbchenförmigen Pellets gepresstes Brenmaterial aus Holz. Sie werden in speziellen Pelletseizungen verfeuert. Rohstoff der Holzpellets sind Säge – und Hobelspäne. Diese werden getrocknet und von Verunreinigungen befreit. Danach werden sie in Mühlen auf eine gleichmäßige Größe gebracht und weiter unter hohem Druck zu den Pellets verpresst.Der Energieaufwand bei der Pelletherstellung beträgt üblicherweise bei Verwendung von trockenem Restholz ca. 2,7% des Energiegehaltes.

Man sollte beim Kauf einer Pelletheizung auf einiges achten. Auch wenn Hersteller mit Kesselwirkungsgrad und Emissionswerten werden, sie sind dennoch nicht das alleinige Entscheidungskriterium. Diese Zahlen werden auf Prüfständen unter idealen Bedingungen gemessen. Diese sind in der Praxis aber oft nicht anzutreffen. Außerdem bringt der effizienteste Kessel nicht viel, wenn die Regelung und die Steuerung schlecht eingestellt sind. Sie müssen sich an den Erfordernissen des Hauses orientieren. Bei schlechter Regelung kann so eine Heizung zum Hauptstromfresser im Haushalt werden. Man sollte sich deshalb vergewissern, dass Gebläse und Pumpen abschalten, wenn keine Wärme angefordert wird. Aufwändige Regelkonzepte kosten mehr, machen sich aber unterm Strich bezahlt.

Heizung arbeiten bei Volllast effizienter und mit besseren Abgaswerten. Deshalb ist es unbedingt notwendig, dass der Installateur vorab den Heizwärmebedarf genau berechnen. Es ist sinnlos, die Anlage »lieber etwas größer« zu kaufen.

Ölheizsysteme

Öl ist gegenüber Gas in letzter Zeit etwas günstiger im Preis. Öl-Niedertemperaturkessel benötigen jedoch viel Platz und fallen mit hohen Anschaffungskosten für den Tank ins Gewicht. Dabei müssen auch die Wartung des Tanks und die Kosten für den Stellplatz im Keller eingerechnet werden, sowie der Aufwand für den Kamin. Die treibhausfördernden CO2-Emissionen sind bei Heizöl um 25 Prozent höher als bei Gas.

Öl-Brennwertgeräte nutzen zusätzlich die im Wasserdampf des Abgases versteckte Energie. Hier liegt Gas in der Energieausnutzung deutlich vor Öl. Auch die Wartung und Ableitung des beim Brennwertbetrieb entstehenden Kondensats machen Ölheizungen aufwändiger als Gasheizsysteme. Wird schwefelarmes Heizöl verwen¬det, fallen diese Nachteile weg. Für die Abgastechnik reicht die Installation eines günstigen Luft-Abgas-Systems aus Kunststoff, das nur wenig Platz in Anspruch nimmt. Öl-Brennwerttechnik ist zurzeit noch deutlich teurer als Gas-Brennwertsysteme, deshalb fällt der sparsamere Umgang mit dem Brennstoff nur wenig ins Gewicht.

Zusammenfassung:

Wenn Sie in einem Gebiet wohnen, das gut mit Erdgasleitungen versorgt ist, dann ist ein unter dem Dach montierter Gas-Brennwertkessel mit seinen guten Umweltwerten, dem geringem Platzbedarf und den akzeptablen Anschaffungskosten insgesamt gesehen zur Zeit eine gute Wahl, auch wenn der Gaspreis hoch ist. Die Mehrkosten gegenüber einem Gas- oder Öl-Niedertemperaturkessel sind bei Wegfall des Schornsteins gering.

Bei Wärmepumpen ist die ökologische Bilanz sehr gut, wenn der Strom aus sauberen, erneuerbaren Energiequellen (Erde, Luft, Grundwasser) kommt. Die Anschaffungskosten sind vergleichsweise hoch, was durch die niedrigen Verbrauchskosten erst nach vielen Jahren ausgeglichen wird.

Pellets sind aus heimischem Holz und haben bei der Abgabe von Treibhausgasen und beim Verbrauch fossiler Brennstoffe deutliche ökologische Vorteile. Die komfortable Holzheiztechnik ist in der Anschaffung trotz Förderung noch teuer und braucht relativ viel Platz. Die Verbrennungstechnik kann weiterhin verbessert werden. Wer komfortabel auf heimische Energieträger mit guter Öko-Bilanz setzen will, sollte diese Alternative jedoch in Betracht ziehen.

Alle vorgestellten Heizsysteme können mit einer Solaranlage kombiniert werden. Wer eine Solaranlage erst zu einem späteren Zeitpunkt zuschalten möchte, sollte bereits bei der Anschaffung des Warmwasserspeichers darauf achten, dass die Anschlüsse für die Solaranlage geeignet sind.

Erneuerbare Energien:
  • Sonnenenergie
  • Wind- & Wasserkraft
  • Biomasse
Aufbrauchende Energien:
  • Kohle
  • Erdöl
  • Erdgas