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Auswahl der richtigen Heizsysteme für eine optimale Behaglichkeit

Erdwärme, Biomasse oder Solarthermie- wer sein Haus mit Wärme versorgen will, dem stehen vielen Möglichkeiten zur Verfügung. Ein Patentrezept gibt es nicht. Zu unterschiedlich sind die Rahmenbedingungen für die unterschiedlichen Systeme. In den letzten Jahren hat sich durch die gesetzlich geregelten Anforderungen zum energiesparenden Bauen der Energieverbrauch für das Heizen stark reduziert. Die Fördermaßnahmen für regenerative Energiequellen wurden abgeschafft und zum Teil durch gesetzlich vorgeschriebene Maßnahmen ersetzt. Für Neubauten muss mindestens 50% des Jahresenergiebedarfs durch regenerative Energiequellen gedeckt werden. Der Warmwasserbedarf für sanitäre Zwecke soll mindestens zu 60% unter Nutzung von erneuerbaren Energien erfolgen. Damit kommen Heizsysteme mit fossilen Brennstoffen wie Gas oder Öl nur mehr in Kombination mit umweltfreundlichen Systemen wie z.B. thermische Solaranlagen zur Anwendung. Nur durch einen rechnerischen Nachweis, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen fehlen, dürfen fossile Brennstoffe eingesetzt werden.

Wärme ist nicht gleich Wärme: die richtige Wahl des Heizsystems Energiesparen ist klar, aber wie? Gas oder Öl? Wärmepumpe oder Holzhei¬zung mit Pellets? Bei der Wahl des Heizsystems sollten verschiedene Gesichtspunkte berücksichtigt werden.

Wärme ist nicht gleich Wärme: die richtige Wahl des Heizsystems
Energiesparen ist klar, aber wie? Gas oder Öl? Wärmepumpe oder Holzheizung mit Pellets? Bei der Wahl des Heizsystems sollten verschiedene Gesichtspunkte berücksichtigt werden.

Für die Auslegung und Definition des Jahresenergieverbrauchs ist eine Berechnung des Jahresenergieverbrauchs für die Heizung und Warmwasserproduktion notwendiger als je zuvor. Durch die Niedrigenergiebauweise mit Klimahaus A – Standard für Neubauten und B – Standard bei Sanierungen ist der Energieverbrauch für die Heizung in den Wintermonaten gesunken und der Energieverbrauch für die Warmwasseraufbereitung im Verhältnis gestiegen. Während noch vor wenigen Jahren der Energieverbrauch für die Warmwasseraufbereitung etwa 10 % des Gesamtenergieverbrauchs ausmachte, liegt dieser Anteil bei einem Gebäude in Klimahaus B–Ausführung nun bei 30% und mehr. Damit hat auch die Warmwasseraufbereitung einen nicht unerheblichen Anteil an den Gesamtenergiekosten. Seit 01.01.2018 ist für Neubauten der Klimahaus-A-Standard vorgeschrieben.

Allein die gesetzlichen Mindestanforderungen zeigen wie komplex die Wahl des richtigen Heizsystems geworden ist.

Wichtige Parameter für die Wahl des Heizsystems sind nach wie vor die Kosten für Gas, Öl, Holz, Pellets oder elektrischer Strom. Aber auch die Kosten für die Anschaffung und Wartung der Heizsysteme werden durch den niederen Energieverbrauch immer wichtiger. Während Erdöl und Flüssiggas die höchsten Kosten aufweisen, liegt die Biomasse mit Pellets, Hackschnitzel und Stückholz im unteren Bereich. Die elektrische Energie ist der teuerste Energieträger, kann aber durch den Einsatz von Wärmepumpen sehr attraktiv sein (durch 1 kW elektrischer Energie kann bis zu 5 kW Wärme erzeugt werden).

Gasheizsysteme

Gasheizsysteme haben in letzter Zeit vielfach Ölheizungen abgelöst und sind nach wie vor bei Sanierungsmaßnahmen gefragt. Der Heizkessel benötigt wenig Platz und kann bei kleinen Anlagen problemlos auch als Wandgerät ausgeführt werden. Für Mehrfamilienhäuser bieten Wandgeräte die Möglichkeit einer autonomen Heizung. Die Einsatzmöglichkeiten setzen das Vorhandensein einer Methangasleitung voraus. Der Einsatz von Flüssiggas ist durch die Sicherheitsbestimmungen oft nur sehr begrenzt einsetzbar und durch die hohen Brennstoffkosten teuer. Für Neubauten sind Gasheizungen aufgrund der gesetzlichen Regelung für den Einsatz regenerativer Energiequellen nur sehr begrenzt möglich. Niedrige Investitionskosten sowie die Einfachheit der Brennstoffzufuhr bei Methanheizungen sind trotz höherer Brennstoffkosten Argumente für den Einsatz von Gasheizsystemen. Die Technik von Gasheizungen hat mit dem Gas-Niedertemperaturkessel einen maximalen Wirkungsgrad erreicht.

Erneuerbare Energie

Immer mehr Bauherren entscheiden sich für die Nutzung erneuerbarer Energie. Eine interessante Alternative ist der Einsatz einer Wärmepumpe. Wärmepumpen entziehen der Umgebung Wärme, also dort gespeicherte Sonnenenergie, und nützen diese Wärme, um das Wasser für die Heizung oder das Brauchwasser zu nutzten
Immer mehr Bauherren entscheiden sich für die Nutzung erneuerbarer Energie. Eine interessante Alternative ist der Einsatz einer Wärmepumpe. Wärmepumpen entziehen der Umgebung Wärme, also dort gespeicherte Sonnenenergie, und nützen diese Wärme, um das Wasser für die Heizung oder das Brauchwasser zu nutzten

Systeme mit Wärmepumpen (Geothermie oder Luft/Wassersysteme) sind genau wie Gasheizungen sehr benutzerfreundlich. Strom kommt wie Gas direkt ins Haus und muss nicht gelagert oder bestellt werden. Der Wirkungsgrad wurde in den letzten Jahren auch durch den Einsatz neuer Kältemittel stark erhöht. Durch die Niedrigenergiebauweise ist die Leistungsanforderung stark gesunken. Der Stromanschluss für ein Einfamilienhaus fällt dadurch nicht mehr so hoch aus wie es früher der Fall war. Durch intelligente Vorrangschaltungen und Wärmespeicher schaltet die Wärmepumpe bei hoher Leistungsabnahme z.B. beim Kochen oder Waschen ab. Wichtig beim Einsatz von Wärmepumpen ist die Auslegung aller Heizsysteme als Niedertemperaturheizung (Fußboden – oder Wandheizung). Interessant ist vor allem die Kombination der Wärmepumpen mit Photovoltaikanlagen. Dadurch kann der Anteil der regenerativen Energie erhöht werden. Unter bestimmten Voraussetzungen werden Wärmepumpensysteme bis zu 50% gefördert.


Biomasse

Biomasseheizsysteme in Form von Pellets, Hackgut oder Stückholz sind 100%ig als regenerative Energieträger anzusehen und damit gerade für Neubauten für die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben als erneuerbare Energiequelle sehr interessant und stark im Trend. Die Brennstoffkosten sind die niedrigsten im Vergleich zu allen anderen Energieträgern. Dafür sind die Investitionskosten verhältnismäßig hoch. Für die Lagerung des Brennstoffes ist ein Silo erforderlich, welches einen nicht unerheblichen Platzbedarf einnimmt. Die Benutzerfreundlichkeit ist bei Stückgutkessel durch die manuelle Beschickung eingeschränkt. Bei Pellets oder Hackgutanlagen hingegen ist die Benutzerfreundlichkeit mit anderen Heizsystemen vergleichbar. Während Hackgutanlagen nur für größere Bauwerke mit hohem Wärmebedarf zur Anwendung kommen, können Pelletheizungen für Einfamilienhäuser bis Mehrfamilienhäuser problemlos eingesetzt werden. Die hohen Investitionskosten von Biomasse–Heizanlagen werden durch die niedrigen Brennstoffkosten wettgemacht und sind aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten trotzdem zu empfehlen. Unter bestimmten Voraussetzungen werden Biomasseheizsysteme bis zu 50% gefördert.
Während noch vor wenigen Jahren der Energieverbrauch für die Warmwasseraufbereitung etwa 10 % des Gesamtenergieverbrauchs ausmachte, liegt dieser Anteil bei einem Gebäude in Klimahaus B–Ausführung nun bei 30% und mehr.
Während noch vor wenigen Jahren der Energieverbrauch für die Warmwasseraufbereitung etwa 10 % des Gesamtenergieverbrauchs ausmachte, liegt dieser Anteil bei einem Gebäude in Klimahaus B–Ausführung nun bei 30% und mehr.

Fernwärmeanlagen nutzen zum Großteil die Biomasse als Energieträger. Durch die Wärmelieferung frei Haus ist eine hohe Benutzerfreundlichkeit gegeben. Die Energiekosten sind recht unterschiedlich und richten sich auch nach der Größe der Fernwärmeanlagen und dem Jahresverbrauch der einzelnen Anlagen. Nachteilig wirken sich dabei weitverzweigte Netze mit geringer Anschlussdichte aus. Daher sind die Möglichkeiten für den Anschluss an die Fernwärme nicht immer gegeben. Durch die Nutzung von Biomasse als Energieträger und die Möglichkeit auch kleine Verbraucher mit Energie aus kostengünstigem Brennstoff mit Hackgut zu bedienen und zudem den Dienst der Wärmelieferung direkt zum Verbraucher zu bringen, vereinen Fernwärmeanlagen alle positiven Aspekte.

Thermische Solaranlagen wurden in den letzten Jahren durch Photovoltaikanlagen verdrängt. In Südtirol fällt durch die geographische Lage mehr Sonnenenergie an, wie Primärenergie verbraucht wird. Das technisch nutzbare und wirtschaftlich erschließbare Potential ist aber viel niedriger und damit nur begrenzt einsetzbar. Damit stehen oft die ökologischen Überlegungen beim Einsatz von Solaranlagen im Vordergrund. Die solare Wärmenutzung ist auf die warmen Jahreszeiten beschränkt. Damit eignet sich diese oft nur für die Warmwassererzeugung. Für die Heizungsunterstützung werden Pufferspeicher benötigt, welche mit hohem Platzbedarf und hohen Investitionskosten verbunden sind. In Kombination mit Gasheizsystemen bieten sie die Möglichkeit das Defizit der erneuerbaren Energie der fossilen Brennstoffe auszugleichen. Die Technik, welche die kostenlose Wärme der Sonne ausnutzt ist problemlos mit allen Systemen kombinierbar und bietet eine interessante Ergänzung für jedes Heizsystem vor allem für die Warmwassererzeugung, gerade in Kombination mit Wärmepumpen. Auch hier werden bis zu 50% der anerkannten Kosten vom Amt für Energieeinsparung gefördert.

Bei der Wahl des richtigen Heiz- Systems für die Wärmeverteilung spielen die Behaglichkeit und der Komfort eine große Rolle.
Bei der Wahl des richtigen Heiz- Systems für die Wärmeverteilung spielen die Behaglichkeit und der Komfort eine große Rolle.

Heizungsverteilung

Neben der Wärmeerzeugung spielt die Heizungsverteilung eine wichtige Rolle. Je nach Anwendung von Fußbodenheizungen oder Heizkörper haben verschiedene Heizsysteme ihre Berechtigung. Es macht kaum Sinn Heizanlagen mit Heizkörper durch eine Wärmepumpe zu bedienen, welche eine maximale Temperatur von 45°C erreicht. Bei der Wahl des richtigen Heiz- Systems für die Wärmeverteilung spielen die Behaglichkeit und der Komfort eine große Rolle. Dabei bieten Niedertemperatursysteme wie Fußboden- oder Wandheizungen eine hohe Behaglichkeit durch niedere Oberflächentemperaturen. Anderseits reagieren Fußbodenheizungen sehr träge, wärmen sich langsam auf und kühlen langsam ab. Temperaturschwankungen können nicht sofort ausgeglichen werden und es kann leicht zu Überhitzungen und Unterkühlung kommen, welche sich nachteilig auswirken. Dies wirkt sich bei Neubauten weniger aus als bei Altbauten.

Regelung

Hierbei ist eine gute Regelung notwendig, welche die Raumtemperatur anhand vieler Parameter optimal einstellt. Eine sorgfältig eingestellte Regelung mit automatischer Umschaltung vom Sommer auf Winterbetrieb, mit Berücksichtigung der Art der Bauweise in Abstimmung mit dem Heizsystem, schafft erst die gewünschte Behaglichkeit. Immer mehr Regelsysteme lassen sich heute durch die Anbindung über das Internet auf mobile Geräte schalten und einstellen. Dies ermöglicht eine optimale Einstellung durch gute Kontrolle und ist zudem sehr benutzerfreundlich.

Für die Wahl des richtigen Heizsystems ist eine gute Beratung des Fachmannes notwendig. Wie bereits erwähnt sind viele Kriterien für die richtige Auswahl zu berücksichtigen. Ein Bauherr tut sich heute schwerer als je zuvor die Vor- und Nachteile abzuwägen und die Systeme im Einklang mit den aktuellen Bestimmungen für die Anwendung erneuerbarer Energieträger zu bringen.


Baufuchs 2019


Fachautor

per. ind. Martin Zuech
Binderweg, 9
I-39011 Lana (BZ)
Tel. +39 0473 490 323
info@emaservice.com
www.zuechmartin.com


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Wärmepumpe

Wärmepumpe

Immer mehr Bauherren entscheiden sich für die Nutzung erneuerbarer Energie. Eine interessante Alternative ist der Einsatz einer Wärmepumpe. Wärmepumpen entziehen der Umgebung Wärme, also dort gespeicherte Sonnenenergie, und nützen diese Wärme, um das Wasser für die Heizung oder das Brauchwasser zu nutzten.

Wandheizung

Wandheizung
Die subjektiv empfundene ideale Behaglichkeitstemperatur eines Raumes definiert sich aus dem Mittelwert der Oberflächentemperaturen aller raumumschließenden Flächen (Wände, Decken, Boden) und der Raumlufttemperatur.

Das Bedürfnis nach Wärme gründet auf ein natürliches Bedürfnis des Menschen nach Geborgenheit und Behaglichkeit. Unabhängig von der gemessenen Raumtemperatur hat jeder Mensch ein individuelles Wärmeempfinden. Dabei kann beobachtet werden, dass die Wärme von Flächenheizsystemen von den meisten Menschen als angenehmer empfunden wird als etwa die von Konvektionsheizungen(z.B. Heizkörper).

Infrarotheizung

Infrarotheizung
Infrarotheizung im Wohnzimmer

Gegen Ende der Sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, entwickelte Dr. Tadishi Ishikawa in Japan als erster das Modell einer Infrarot-Wärmekabine. Dieses System wurde zunächst nur von Ärzten angewandt. 1981 wurde die Infrarotwärmekabine für den allgemeinen Gebrauch freigegeben. Seitdem wird sie besonders erfolgreich im privaten Bereich als auch von verschiedenen Spezialisten, Ärzten und Therapeuten als Mittel zur Unterstützung ihrer Behandlungsmethoden verwendet.

Öfen

Öfen

Die Gestaltung eines Ofens lässt viel Spielraum für Kreativität und Design. Wichtig ist es, zuerst aber das geeignete Ofensystem zu finden, das den Erfordernissen der Räumlichkeiten, den Lebensgewohnheiten der Bewohner und den Erwartungen an Wärme und Behaglichkeit entpricht.