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Holzbau

Holz verspricht als biologischer Werkstoff im Hausbau einen hohen Wohnwert, es unterstützt das räumliche Wohlbefinden, wirkt antiseptisch und harmonisiert Schwankungen bei Raumfeuchtigkeit und Raumtemperatur. Holz verfügt auch über hervorragende bautechnische Eigenschaften, wie optimale Wärmedämmung, problemlose Schalldämmung, hohe Festigkeit, geringes Gewicht, schmale Wände, schlanke Bauteile, kurze Bauzeiten etc.

Holzbau oder Holzbauweise bezeichnet die Nutzung des Baustoffes Holz im Bauwesen, bei der Erstellung von Bauwerken. Der Holzbau ist dabei ein altes und eigenständiges Fachgebiet, das sich mit seinen spezifischen Techniken und Werkstoffen von anderen, wie beispielsweise dem Massivbau, dem Betonbau oder dem Stahlbau abgrenzt. Unterschieden wird zwischen dem über Jahrhunderte überlieferten Holzbau und dem seit Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten Ingenierholzbau.

Holzbausysteme

Das Baugewerbe bietet inzwischen eine Vielzahl von Holzbausystemen zur Auswahl. Es lohnt sich, die einzelnen Bauweisen genau für die eigenen Bedürfnisse unter die Lupe zu nehmen und fachmännische Beratung einzuholen. Jede einzelne hat unterschiedliche Vorzüge und ermöglicht einen unterschiedlichen Grad der Vorfertigung. In der Fertighausindustrie werden mittlerweile ganze Fassaden mit Bekleidung, Türen und Fenstern, Decken und Dächern im Werk vorfabriziert. Die Vorfertigung bringt jedoch Einbußen in der individuellen Gestaltungsfreiheit mit sich.


Auf Vollholzrippen oder Steher wird eine aussteifende Brettschalung diagonal aufgenagelt und eine Wärmedämmung in den Zwischenräumen eingebracht. Anstatt der Diagonalschalung werden zunehmend auch Beplankungen mit Holzwerkstoffen ausgeführt.

1. Holzrahmen- und Holztafelbau

Der Holzrahmenbau ist als Flächentragwerk konzipiert und wird aus tafelförmigen Elementen mit tragenden Rahmen (Rippen) und aussteifender Beplankung gebildet. Die Beplankung kann aus Brettverschalungen, aus Holzwerkstoffen oder faserverstärkten Gipsplatten gefertigt werden. Der Hohlraum zwischen den Holzrahmen wird für die Wärmedämmung genutzt. Es handelt sich um eine sehr flexible Bauweise, die auf der Innenseite der Außenwand zusätzlich eine Installationsebene vorsieht. Die Decken werden häufig als Balkendecken, auch in Kombinationen mit Brettstapeldecken gestaltet. Der Holztafelbau ist eng mit dem Holzrahmenbau verwandt. Er unterscheidet sich hauptsächlich im Grad der Vorfertigung.

2. Der Holzskelettbau

Dieses Tragwerksystem besteht aus vertikalen und horizontalen Stützen, „dem Skelett“, und ist mit dem Fachwerkbau verwandt. Der Holzskelettbau eignet sich vor allem für leichte und elegante Konstruktionen in Verbindung mit viel Glas. Auch gekrümmte Elemente sind machbar. Haupt und Nebentragwerk können voneinander unabhängig bestehen. Auch Kombinationen mit der Brettstapel- oder Brettlagenbauweise sind möglich. Die Anordnung und das Material der Stützen und Träger richten sich nach dem Entwurf der Fassaden und Trennwände. Die konstruktive Trennung sämtlicher Wände vom Tragsystem hat den Vorteil vollkommener Flexibilität und Gestaltungsfreiheit in der Innenraumaufteilung.

3. Leimfreie, verdübelte Holzbauweise

Eine leim und metallfreie Variante der Holztafelbauweise ist die verdübelte Holzbauweise. Dabei werden senkrechte, waagerechte und diagonale Lagen aus unbehandelten, sägerohen, trockenen Brettern und Pfosten zu kompakten Wandelementen geschichtet. Die Verbindung erfolgt mit einem genau berechneten Raster aus staubtrockenen Buchenholzdübeln. Sobald diese in die Bohrungen eingefügt werden, quellen sie durch die geringe Restfeuchte im Holz der Bretter und Pfosten auf. Das Ergebnis ist eine massive, formfeste, leim- und metallfreie massive Holztafel. Dach, Wände und Decken können so aus einem massiven Holzelement gebaut werden. Die statischen Elemente erreichen somit sehr gute Werte in der Wärmedämmung, in der Brandsicherheit, und der Strahlensicherheit.

Bei der massiven, verdübelte Holztafelbauweise werden die Holztafeln ohne jeden Klebstoff und Holzschutzmittel durch Holzverdübelung zusammengefügt.

4. Brettlagenbauweise

Die Brettlagenbauweise ist eine Massivholzbauweise. Die Gestaltung bleibt sehr flexibel, lässt beinahe jede Grundrissform zu, ermöglicht kürzeste Bauzeiten und Kosten im Fertighausniveau. Die Massivholzplatten werden in den meisten Fällen aus ästhetischen Gründen verschalt oder verputzt. Sämtliche Wand- und Deckenöffnungen, wie Fenster, Türen und Treppen können bereits in der Zimmerei hergestellt werden. Die Materialkosten sind größten Teils Fixkosten und der Arbeits- bzw. Montageaufwand gut abschätzbar. Somit ermöglicht diese Bauweise auch eine überschaubare Kostenrechnung.

5. Brettstapelbauweise

Der Brettstapel ist ein massives flächiges Bauteil, das sich aneinandergereiht zur Herstellung von Decken, Wänden oder ganzer Fassaden eignet. Diese Holzbauweise ermöglicht ästhetisch anspruchsvolle Oberflächengestaltungen und eignet sich besonders für Sanierungen von Altbauten. Eine besondere Eigenschaft ist das natürliche Schwinden und Quellen der Holzmasse. Deshalb ist eine Kombination aus Holzrahmen- und Brettstapelbau sinnvoll. Diese Bauweise erfordert Erfahrung und Detailwissen und ist als handwerklich traditionelles Hausbauverfahren mit hohem Arbeits- und Kostenaufwand verbunden.



Der Holzbau erfüllt viele Erwartungen an die Gestaltung, Flexibilität, Wohngesundheit, Ökologie und Wirtschaftlichkeit. Bei der Holzbauweise werden die einzelnen Elemente witterungsunabhängig in den Werkhallen der Unternehmen vorgefertigt. Das spart Zeit und Kosten. Außerdem ist Holz von Natur aus ein guter Dämmstoff. Bei gleichen Wärmedämmeigenschaften sind Holzkonstruktionen wesentlich dünner als massive Wände, weil die Wärmedämmung meist Platz sparend innerhalb der Wandkonstruktion untergebracht wird.