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Metall an Dach und Fassade ist im Trend

Aufgaben der Gebäudehülle

Die Vorteile von Metall als ein Teil der Gebäudehülle sind bester Wetterschutz, Langlebigkeit und Anpassungsfähigkeit an komplizierte Dachlandschaften und anspruchsvolle Formen der Außenwandbekleidung. Im Zeitalter des technischen Fortschrittes und des wachsenden Umweltbewusstseins hat die Gebäudehülle jedoch weit mehr Aufgaben zu erfüllen. Diese sind unter anderem sommerlicher und winterlicher Wärmeschutz, Schallschutz und Brandschutz. Die Integration haustechnischer Anlagen, besonders die der zukunftsträchtigen Solartechnik zur Wassererwärmung und Stromerzeugung (Photovoltaik), wird weiterentwickelt.
Mit der Kombination alter Handwerkstechniken und innovativer Systemkomponenten, welche die Industrie in Zusammenarbeit mit dem Handwerk entwickelt hat, können nahezu alle bautechnischen und architektonischen Anforderungen, welche an die Gebäudehülle aus Metall gestellt sind, erfüllt werden.

Qualifikation für Qualität

Der Spenglermeister ist in der heutigen Zeit Berater des Bauherren und unterstützt den Architekten bei der Gestaltung und Planung. Er berät bei der Auswahl des geeigneten Metallwerkstoffes und ist verantwortlich für die handwerksgerechte Ausführung der Metallarbeiten an der Dach- und Fassadenkonstruktion. Aus diesem Grund ist eine fundierte handwerkliche und theoretische Fachausbildung für die Ausführung von Metallarbeiten an Dach und Fassade von entscheidender Bedeutung.

Vorgehängte, hinterlüftete Fassadenbekleidung in Metall

Aufgrund ihrer bauphysikalischen und konstruktiven Merkmale eignet sich die vorgehängte, hinterlüftete Fassade mit Metall hervorragend für Neubauten und Sanierungen.
  • Wetterschutz
  • Feuchte- und Tauwasserschutz
  • Wärmeschutz
  • Schall- und Brandschutz

Allgemeines

Vorgehängte, hinterlüftete Fassaden sind Konstruktionen, die ein Gebäude vor Witterungseinflüssen schützen. Durch die außen liegende Metallbekleidung bleiben die Dämmung, die Unterkonstruktion sowie die tragenden Außenwände trocken. Gleichzeitig wird das Gebäude vor Hitze oder Kälte geschützt. Somit leistet eine fachgerecht ausgeführte Metallfassade neben geringeren Wartungskosten und langer Lebenserwartung auch ökologische Vorteile durch einen reduzierten Energiebedarf.

Steckfalzpaneel mit 20 mm Schattenfuge
Horizontale Winkelstehfalzdeckung
Zur Verbesserung der Stabilität sollte die Materialdicke nicht weniger als 0,8 mm betragen.

Oberflächen

Metall-Fassadensysteme in den Werkstoffen Kupfer und Titanzink sollten grundsätzlich in der Oberflächenqualität vorbewittert verwendet werden. Die vorbewitterte Oberfläche bietet den Vorteil, dass von Anfang an eine gleichmäßige Färbung der Oberfläche vorhanden ist.
Metallfassaden benötigen keine Reinigung und Wartung.

Bauphysikalische Zusammenhänge

Die Bekleidung der hinterlüfteten Fassade schützt die tragende Konstruktion, die Wärmedämmung und die Unterkonstruktion vor Witterungseinflüssen. Sie ist schlagregensicher und regendicht. Tragende Außenwände und die Dämmung bleiben immer trocken und daher voll funktionstüchtig. Durch offene Fugen eventuell eindringender Schlagregen wird durch die Luftzirkulation im Hinterlüftungsraum schnell ausgetrocknet. Der nach außen abnehmende Dampfdiffusionswiderstand der Schichten bewirkt die Abführung von Feuchtigkeit über den Hinterlüftungsraum. Diese Eigenschaft beugt dem Tauwasserausfall an der Innenseite der Außenwand vor und der Schimmelpilzbefall wird vermieden.


Winterlicher Wärmeschutz

Je nach energetischer Anforderung kann die Fassadenkonstruktion mit individuell bemessenen Dämmstoffdicken ausgeführt werden. Die Dämmung bewirkt eine größtmögliche Wärmespeicherung der innen liegenden Bauteile und beugt so Wärmeverlusten im Winter vor.


Sommerlicher Hitzeschutz

Der Vorteil der vorgehängten, hinterlüfteten Fassade liegt darin, dass ein großer Teil der auf die Bekleidung einstrahlenden Wärmemenge der Sonne durch den Kamineffekt der Hinterlüftung abgeleitet wird und somit das Aufheizen der Innenräume im Sommer wirksam reduziert wird.


Wetterschutz

Die Bekleidung der Fassade übernimmt den Schutz vor Verwitterung der tragenden Konstruktion, der Wärmedämmung, der Unterkonstruktion und des Baukörpers.
Die hinterlüftete Fassadenbekleidung wirkt als Schlagregen- und Feuchtigkeitsschutz.


Brandschutz

Aluminium-Komplettsysteme mit Metallfassaden bestehen ausschließlich aus brandbeständigen Materialien.


Schallschutz

Mineralfaser-Dämmstoffe können das Schallschluckvermögen der Wand entscheidend verbessern.


Hinterlüftung

Die konstruktive Belüftungsraumhöhe zwischen der Fassadenbekleidung und der Dämmschicht sollte mindestens 30 mm betragen (nach DIN 18516 ≥ 20 mm). Bautoleranzen und Schiefstellung des Gebäudes sind zu berücksichtigen. Der Hinterlüftungsraum darf z.B. durch die Unterkonstruktion oder Wandunebenheiten örtlich bis auf 10 mm reduziert werden, muss danach aber wieder den vorgeschriebenen Belüftungsquerschnitt gewährleisten.

Photovoltaik-Fassaden

Der Begriff Photovoltaik (PV) setzt sich aus den Worten Photo und Volta zusammen. Hierbei steht das griechische Wort Photo für Licht und Volta (Alessandro Volta, ein italienischer Physiker) für die Einheit der elektrischen Spannung. Unter Photovoltaik versteht man somit die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in Elektrizität. Der Umwandlungsvorgang beruht auf dem bereits 1839 von Alexander Bequerel entdeckten Photoeffekt, bei dem eine aus Halbleitermaterialien bestehende Solarzelle aus dem Sonnenlicht Gleichstrom erzeugt.
Zurzeit werden umfassende Möglichkeiten zur Integration von PV-Modulen in die Gebäudehülle entwickelt. So bieten heute Hersteller nicht nur PV-Elemente für den Dachbereich an, sondern auch Module, welche in die Fassade integriert werden können.

Gegen Eis und Schnee gerüstet: Tipps für das winterfeste Dach

Das Dach ist im Winter besonderen Strapazen ausgesetzt: Temperaturen von bis zu –20°C, Eisstürme, Schneelasten, Tauwetter und anhaltender eisiger Frost stellen eine enorme Belastung dar.
Die Metalleindeckungen schützten seit Jahrhunderten vor Wind und Wetter und wer einfache Winterregeln beachtet, bleibt während der kalten und nassen Jahreszeit sicher im Trockenen sitzen.

Schutz vor Dachlawinen

Zum Wintercheck gehört auch die Schneesicherung. Spätestens bei Tauwetter können Schnee- und Eisschichten vom Dach rutschen und Gegenstände oder Personen gefährden. Daher ist es ratsam, über Hauseingängen, Verkehrswegen und Parkplätzen Schneefanggitter oder Schneefangrohre am Dach zu befestigen. In den meisten Fällen kann der Spengler schon mit wenigen Handgriffen die Schneesicherung installieren.

Schutz vor Verstopfungen

Wer seine Dachrinne von Laub und kleinen Ästen befreit, verhindert Verstopfungen. Im Winter kann nämlich überlaufendes Wasser zu Eiszapfen gefrieren, die bei Tauwetter ebenso auf die Gehwege fallen können. Ein Laubfanggitter in der Regenrinne schafft dauerhafte Abhilfe.

Tipp

Informationen zur Dachkonstruktion und den Eigenschaften der verschiedenen Werkstoffe für die Dach- und Fassadeneindeckung finden Sie im Baufuchs 2005 oder unter www.baufuchs.com

Fachautor

Fachautor Andreas Hofer
Berufsschullehrer

Andreas Hofer

Baufuchs 2007