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Keramische Fliesen – zehn überzeugende Argumente

Viele historische Bauten belegen: Richtig verlegt, überleben Fliesen sogar Jahrhunderte. Der „natürliche Baustoff“ ist reinigungs- und pflegefreundlich – und emissionsneutral, d.h. er setzt keine Stoffe frei, die das Raumklima beeinträchtigen. Außerdem bietet er Krankheitserregern (wie Milben) keinen Nährboden. Keramische Wand- und Bodenfliesen werden aus Ton hergestellt – und im „Feuer“ gebrannt.

  • Keramikfliesen sind strapazierfähig – und somit dauerhaft schön. Sie sind robust, abriebfest, kratz- und ritzfest; sie somit unterliegen so gut wie keinem Verschleiß. Feuer und Glut lassen die Fliesen kalt; auch Schuhabsätze oder Möbelstücke richten keinen Schaden an.
  • Allergiker können aufatmen: Keramische Fliesen sind äußerst hygienisch, bieten keinen Nährboden für Milben und Mikroben.

    Keramikfliesen sind pflegeleicht – Straßenschmutz oder Speisereste haben keine Chance. Verunreinigungen, wie Fettspritzer oder Rotweinflecken, sind leicht erkennbar und können in der Regel ganz einfach mit etwas Wasser beseitigt werden.
  • Keramikfliesen sind ökologisch vorbildlich – ihre Rohstoffe sind in der Natur in ausreichendem Maße vorhanden. Fliesen sind geruchsneutral; sie ermöglichen ein gesundes Wohnen – sie sind umweltverträglich, können sie doch eventuell als Bauschutt entsorgt werden.
  • Keramikfliesen sind wirtschaftlich – dies aufgrund ihrer Langlebigkeit. Bei fachgerechter Verlegung und richtiger Pflege sind sie noch nach vielen Jahren so schön wie am ersten Tag; ihre Reinigung und Pflege ist nicht aufwendig. Auf Dauer gesehen sind Fliesen somit sehr preiswert.
  • Keramikfliesen sind hygienisch – da sie über eine sehr dichte Oberfläche verfügen. Mikroben, Milben und andere Mikroorganismen (die für viele Allergien verantwortlich sind) haben bei etwas Pflege keine Chance; wohnmedizinisch sind Fliesen absolut empfehlenswert.
  • Keramikfliesen sind witterungsbeständig – und sind somit der ideale Bodenbelag für Balkon und Terrasse. Unglasierte Steinzeugfliesen sind, bei Verlegung durch den Fachmann, frostsicher (und auch feuerbeständig); weder intensive Sonne noch starker Regen verändern ihre Pracht.
  • Keramische Fliesen sind besonders strapazierfähig: Auf ihrer Oberfläche können keine Druckstellen oder Brandflecken entstehen.
    Keramikfliesen sind trendig – sie sind in verschiedenen Formaten, Farben und Dekoren erhältlich. Auch über ganz unterschiedliche Verlegemuster können sie wesentlich zur individuellen Harmonie eines Raumes beitragen – und diesem zum exklusiven Erlebnis machen.
  • Keramikfliesen sind leitfähig – aufgrund ihrer besonderen Temperaturleitfähigkeit gibt es keinen besseren Bodenbelag, um eine gute Wirkungsweise der Fußbodenheizung zu erzielen. Sowohl im Sommer als auch im Winter ist ein angenehmes Raumklima gewährleistet.
  • Keramikfliesen sind antistatisch – anders als andere Beläge laden sie sich durch Begehen oder durch Reibungen nicht elektrisch auf. Auch aus diesem Grund werden Fliesen in Operationssälen verwendet. Außerdem schieben Fliesen und Dämmung dem Lärm einen Riegel vor.
  • Keramikfliesen sind wohnlich – sie eignen sich nicht nur für das Bad und die Küche, sondern für das ganze Haus, und zwar vom Aufenthaltsraum bis zum Schlafzimmer, vom Keller- bis zum Dachgeschoss. Sie können im Wohn-, Außen- und Gewerbebereicht kreativ eingesetzt werden.

TIPPS zum Fliesenkauf:

  • Nehmen Sie sich Zeit, um ihre neuen Fliesen gezielt auszuwählen: Sammeln Sie Ideen für Ihre individuelle Raumgestaltung.
  • Denken Sie nicht nur an das Design, sondern auch an das Format – und an das Verlegemuster sowie die Fugengestaltung.
  • Berücksichtigen Sie den Einsatzbereich: Für den Wände eignet sich Steingut, für den Boden eher Steinzeug bzw. Feinsteinzeug.
  • Achtung Rutschgefahr: Wählen Sie für Badräume (und auch für den Außenbereich) Fliesen, die einen sicheren Stand garantieren.
  • Lassen Sie den Profi machen: Gute Fliesen müssen fachgerecht verlegt werden – wenden Sie sich an einen Meisterbetrieb.


Fliesen – ein kleiner Überblick!

Keramik stammt vom griechischen Wort für Ton („Keramos“) ab. Im Altertum wurden Keramikfliesen in Ägypten, Mesopotamien und Persien als Wandbelag verwendet – besonders in der islamisch-arabischen Architektur. Mit den Mauren kamen farbig glasierte Fliesen nach Spanien und Portugal. Die Handelswege der Niederländer, Spanier und Italiener verbreiteten die Keramiken später in ganz Europa. Mit der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert stieg die Verbreitung der keramischen Bodenbeläge stark an. Seit dem späten 20. Jahrhundert werden Fliesen fast nur noch in modernen Fabriken hergestellt.

Steingut: Ist Keramik, deren „Scherben“ nach dem Brand bei 950 bis 1150 Grad Celsius eine Wasseraufnahme von mehr als 10 Prozent aufweist. Aufgrund der hohen Porosität ist Steingut nicht frostfest, kann somit nur im Innenbereich verwendet werden (vor allem als glasierte Wandfliese). Es werden zwei verschiedene Herstellungen von Steingut unterschieden: Beim Einbrandverfahren („Monoporosa“) wird auf die Fliese direkt nach der Formgebung flüssige Glasur aufgetragen; danach wird sie mit dem gewünschten Muster bedruckt.. Beim Zweibrandverfahren („Biporosa“ wird zuerst der Scherben gebrannt; anschließend wird die Fliese glasiert und bedruckt – und dann noch einmal gebrannt.

Steinzeug: Ist Keramik mit einer Wasseraufnahme von unter 3 Prozent – aufgrund der geringen Porosität und der höheren Dichte ist diese Fliese frostbeständig. Unglasiertes Steinzeug wird für stark beanspruchte Anwendungsbereiche genutzt (beispielsweise in der Industrie, im Gewerbe oder im öffentlichen Bereich). Im Gegensatz zum Steingut wird der Scherben bei 1150 bis 1300 Grad Celisus gebrannt; durch die Zugabe von Flussspat und anderen Flussmitteln kann die Porosität verringert werden.

Feinsteinzeug: Ist eine Weiterentwicklung der Steinzeugfliesen; es zeichnet sich durch eine sehr geringe Wasseraufnahme aus (weniger als 0,5 Prozent). Fein aufbereitete keramische Rohstoffe mit hohen Anteilen an Quarz, Feldspaten und anderen Flussmitteln werden unter hohem Druck trocken verpresst; danach wird der Scherben bei 1200 bis 1300 Grad Celsius gebrannt. Wegen der hohen Bruchfestigkeit und der guten Verschleißeigenschaften wird Feinsteinzeug oft in öffentlichen und stark beanspruchten Bereichen verwendet.

Terrakotta: Ist eine Fliesenart, deren Basismaterial aus Kalkmergel mit starken Verunreinigungen aus Quarzkrümeln besteht – es wird umgangssprachlich auch „Cotto“ genannt. Der im Tagbau gewonnene Ton wird mit Wasser vermengt und wie ein Teig geknetet. Dieser wird zerkleinert – und dann trockengepresst. Die raue Oberfläche wird durch die Bearbeitung mit Stahlbürsten erzielt. Nach dem Trocknen wird Terrakotta bei 950 bis 1050 Grad Celsius gebrannt; durch Oxidation entsteht aus dem blau-grauen Ton der typisch rötlich gefärbte Cotto.

Klinker: Ist in seiner Herstellung dem „Cotto“ ähnlich – aus Schamotte, Feldspäten und weiß- oder rotbrennenden Tonen wird ein Teig angerührt und gepresst. Ist bei der Trocknung eine Restfeuchte von rund 3 Prozent erreicht, dann wird die Fliese – glasiert oder unglasiert – bei 1200 Grad gebrannt.


Baufuchs 2017