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Baukosten professionell schätzen lassen – und dann ruhig schlafen können!

Eine Baukostenschätzung ist eine Schätzung der Kosten, die für den Bau eines bestimmten Bauvorhabens anfallen werden. Sie wird in der Regel von Architekten, Bauingenieuren oder Bauunternehmern durchgeführt – und basiert auf verschiedenen Faktoren wie Bauplänen, Materialkosten, Arbeitskosten, Standortbedingungen und anderen Variablen.

Die Baukostenschätzung kann in verschiedenen Phasen eines Bauprojekts durchgeführt werden, von der ersten Planung bis zur endgültigen Ausschreibung. Sie dient dazu, den Auftraggeber über die zu erwartenden Kosten zu informieren und als Grundlage für Budgetierung und Finanzplanung zu dienen. Es ist wichtig zu beachten, dass eine Baukostenschätzung keine exakte Vorhersage der tatsächlichen Baukosten darstellt, sondern vielmehr eine Annäherung auf Basis der verfügbaren Informationen und Erfahrungen der Fachleute.

Eine Baukostenschätzung ein unverzichtbares Instrument, um die Kosten eines Bauprojekts zu kontrollieren, fundierte Entscheidungen zu treffen und sicherzustellen, dass es erfolgreich und innerhalb des Budgets abgeschlossen wird.

Wann macht man eine Kostenschätzung?

Die Kostenschätzung stellt eine wichtige Prognose für die zu erwartenden Kosten dar. Sie hilft dabei, in einem frühen Stadium zu entscheiden, ob sich der Bau lohnt. So gelingt es schon früh, den ungefähren Aufwand und die ungefähren Kosten abzuschätzen.

Warum macht man eine Kostenschätzung?

Sie dient als Entscheidungsgrundlage dafür, ob die Bauplanung weiterverfolgt wird. Die Schätzung zeigt, ob das Konzept tragfähig ist und hilft dabei, die Entwurfsphase vorzubereiten.

Welche Informationen enthält die Kostenschätzung?

Eine Kostenschätzung dient als Grundlage für die Vorplanung im Bauwesen. Daher ist es wichtig, dass bereits diese Schätzung sehr detailliert ist und alle wichtigen Informationen enthält. Eine Abweichung zwischen geschätzten und tatsächlichen Kosten um bis zu ± 20 Prozent wird im Bauwesen akzeptiert.

Die Berechnung der geschätzten Kosten basiert auf den Entwurfszeichnungen der Architekten sowie auf den Massenermittlungen. Auch die weiteren Unterlagen der Vorplanung sind wichtig, um die zu bauenden Mengen und deren Kosten abzuschätzen.

Laut Vorgaben der DIN 276 sind die folgenden Informationen grundlegend für die Kostenschätzung:

  • Angaben zum Baugrundstück und zum Stand der Erschließung;
  • Ergebnisse der Vorplanung (Planungsunterlagen und zeichnerische Darstellungen);
  • Berechnung der Mengen von Bezugseinheiten und deren Kosten;
  • Berechnungen zu Grundflächen und Rauminhalten;
  • Angaben zu planerischen Zusammenhängen und Bedingungen sowie zur terminlichen Abwicklung des Projekts;
  • Aufstellung der bereit entstandenen Kosten, etwa für das Grundstück, die Erschließung und die Baunebenkosten.

Wie werden die Baukosten in der Schätzung dargestellt?

Laut DIN 276 erfolgt die Gliederung der Baukosten in drei Ebenen. Die erste Ebene gibt die Werte grob in Hunderter-Stellen an. In der zweiten und dritten Ebene wird die Darstellung sukzessive detaillierter, sodass auf der dritten Ebene Einer-Stellen zum Einsatz kommen.

Die Kostenschätzung ist eine von mehreren Kostenermittlungsstufen. Hier müssen die Gesamtkosten der jeweiligen Kostengruppen laut DIN 276 in der zweiten Ebene, also als Zehner-Stellen, angegeben werden.

Dabei darf der Bauplaner frei entscheiden, in welcher Art und Weise er die Kostenschätzung darstellt. Meist kommen sogenannte Grob-Leistungsverzeichnisse auf der Grundlage von Raumbüchern zum Einsatz. Zudem finden sich in den Anlagen 3 und 4 der DIN 276 empfehlenswerte Mengen und Bezugseinheiten für die Bestimmung von Kostenkennwerten.

Um bösen Überraschungen vorzubeugen, ist es wichtig, vorausschauend zu handeln und Risiken zu minimieren.

Warum ist die Kostenschätzung nach DIN 276 wichtig?

Die Kostenschätzung mit DIN 276 Kennwerten ist wichtig, um Leistungsphase 2 abzuschließen. Zudem dient die Kostenschätzung im Bau als Grundlage für weitere Entscheidungen innerhalb von Entwurfs- und Ausführungsplanung.

Das bedeutet, dass die Kostenschätzung nach DIN 276 über die weitere Verfolgung eines Projektes entscheiden kann. Eventuell wird das ganze Projekt zu diesem Zeitpunkt infrage gestellt. Wenn etwa die angesetzten Sicherheiten zu hoch sind, kommt es schnell zu mangelhafter Rentabilität. Eine zu knappe Kostenschätzung hingegen birgt Gefahren wie Nachfinanzierungsbedarf, sinkende Rendite, Imageschäden oder sogar Insolvenz.

Umso wichtiger ist es, schon früh im Bauprozess möglichst viele Kosteninformationen vorliegen zu haben. Diese Informationen sollten über die Mindestanforderungen der DIN 276 hinausgehen. Erfahrene Planer sind in der Lage, auch auf Basis von Annahmen ein vollständiges Qualitäts- und Mengengerüst für die Kostenschätzung nach Gewerken und Kostengruppen aufzustellen.

Nach der Kostenschätzung folgt die Kostenberechnung gemäß DIN 276, bei der die Kosten auf der dritten Ebene mit Einer-Stelle ermittelt werden. Entsprechend ist der Toleranzrahmen bei der Kostenschätzung größer als bei der Kostenberechnung. Aber auch bei der Berechnung kann es im Vergleich zur späteren Kostenfeststellung um Unterschiede von bis zu 15 Prozent kommen.

Was ist der Unterschied zwischen Kostenschätzung und Kostenberechnung?

Bei der Kostenschätzung handelt es sich um eine überschlägige Ermittlung der zu erwartenden Baukosten, während die Kostenberechnung eine angenäherte Kostenermittlung darstellt. Die Kostenfeststellung ermittelt die tatsächlichen Kosten. Der Toleranzrahmen ist bei der Kostenschätzung mit bis zu 25 Prozent am größten.


Diesen Artikel finden Sie auch im gedruckten Baufuchs 2023


Fachautor

Dott. Dott. Dott. Ing. Ing. Arch. MSc. Agr.

Heinz D´Angelo


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